Das ABC der Schlussdiskussion

von Kristin Becker Johannes Schneider

Blutige Nasen. Weinende Männer. Kaputtes Geschirr. Was hatten wir nicht alles erwartet vom Höhepunkt des Theatertreffens – der Jury-Diskussion. Die sieben Juroren stellten sich dem Publikum – und alles blieb gähnend friedlich. Wir haben nichts Neues erfahren und fassen es trotzdem zusammen. (mehr …)

Alfred-Kerr-Darstellerpreis 2009

von Anna Postels

Herzlichen Glückwunsch, liebe Kathleen Morgeneyer!

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Kathleen Morgeneyer erhält den Alfred-Kerr-Darstellerpreis von Jurorin Jutta Lampe. Foto: Jason Kassab-Bachi

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Ode an Peymann

von Kristin Becker

Gestern Abend hat uns Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, den Glauben an das deutsche Theater zurückgegeben. Im Preiskampf hat er mit überzeugenden Argumenten – wir hatten auch einige – die Gegner aus dem Feld geschlagen und am Ende triumphiert. Ein großer Auftritt.

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Die 3Sat Preiskampf-Juroren Claus Peymann und Jenny Erpenbeck in Aktion. Foto: Jason Kassab-Bachi

Lieber Claus Peymann,

auch wenn es gestern Abend keinen Ringrichter gab, den Kampf hast Du nicht nur durch das kollektive K.O. Deiner Mitstreiter gewonnen, sondern auch klar nach Punkten. (mehr …)

Live-Ticker vom Preiskampf um den 3sat-Theaterpreis!

von Anna Postels

Heute Abend wird der 3sat-Theaterpreis verliehen – und der Theaterstreit der Jury zum ersten Mal live und vor Publikum ausgetragen! Lesen Sie hier unseren Live-Ticker (von unten nach oben zu lesen)! (mehr …)

Wir werfen fünf Argumente in den Ring

von Anna Postels

Heute Abend wird der 3sat-Theaterpreis verliehen – und der Theaterstreit der Jury zum ersten Mal live im Fernsehen übertragen! In der Jury sitzen Berliner-Ensemble-Intendant Claus Peymann, Theaterkritiker C. Bernd Sucher, Schriftstellerin Jenny Erpenbeck und tt09-Jurymitglied Eva Behrendt. Seit 13 Jahren wird der 3sat-Preis für eine besonders herausragende künstlerische Leistung im Rahmen des Theatertreffens verliehen. Wir sind gespannt, wer die 10.000 Euro gewinnen wird – und haben ein paar Entscheidungstipps für die Jury zusammen gestellt.

1. Den Zugriffszahlen auf dem Theatertreffen-Blog vertrauen: (mehr …)

Ein Krisen-Dramolett

von Anna Postels

Finanzkrise, Weltwirtschaftskrise und Bankensterben – und was macht das Theater? Diese Frage haben die Moderatoren Susanne Burkhardt und Jürgen König ihren Gästen in der Diskussion „Theater in Zeiten der Krise“ gestellt. Für alle, die nicht dabei waren, hier eine kurze Raffung (aus dem Zusammenhang gerissen) als Dramolett.

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Auf der Bühne gegen die Krise ankämpfen? Matthias Lilienthal, Susanne Burkhardt, Armin Petras, Christine Dössel, Jürgen König und Volker Lösch diskutieren. Foto: Jason Kassab-Bachi

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Toben mit Kopftuch

von Elise Graton

Parallel zum Theatertreffen findet in Berlin das Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen „Augenblick mal! 2009“ statt. Constanza Macras zeigte am 8. Mai im Theater Hebbel Am Ufer ihr von der Kritik gefeiertes Tanztheaterstück „Hell on Earth„, bei dem sich Jugendliche aus Berlin-Neukölln und professionelle Tänzer vom Ensemble DorkyPark auf der Bühne austoben. Es steht auch auf der Longlist der diskutierten Inszenierungen des tt09.

Constanza Macras' "Hell on Earth". Foto: Thomas Aurin/ Augenblick mal! 2009

Produktives Chaos auf der Bühne von Constanza Macras' "Hell on Earth". Foto: Thomas Aurin, Augenblick mal! 2009

Ein kleiner Junge, in orientalische Tücher gehüllt, schimpft vom Bühnenrand herunter: „Die Männer wollen ja nur ficken!“ Andere Jugendliche spielen mit Jesus, Maria und Josef – aus Plastik. Josef zu Maria: „Sei mal ehrlich. Wo kommt dat blöde Kind her?“ (mehr …)

Fünf Fragen an Lisa Bassenge

von Johannes Schneider
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© Lisa Bassenge

Mit ihrem „Lisa-Bassenge-Trio“ wird die Berliner Jazz- und Bluessängerin Lisa Bassenge heute Abend ab 23 Uhr im Rahmen des tt Talentetreffens im Haus der Berliner Festspiele auftreten (Eintritt frei). Vorab stellte sie sich per Mail einigen Fragen aus der Blog-Redaktion.

Sie sind nicht zum ersten Mal beim tt zu Gast. Wie ist es, als Musikerin bei einer Theaterveranstaltung aufzutreten?

Ich finde es nett, bei einer Theaterveranstaltung aufzutreten, weil ich dann nicht so im Mittelpunkt stehen muss. (mehr …)

Sich freispielen

von Anna Postels und Matthias Weigel

Was ist das Besondere am Theater Jürgen Goschs? Wir fragten seine langjährigen Kollegen Johannes Schütz, Roland Schimmelpfennig und Ulrich Matthes nach dem Geheimnis des Einzigartigen.

Sein Durchbruch ließ lange auf sich warten, doch nun zählt Jürgen Gosch zweifellos zu den gefragtesten Theaterregisseuren und ist in diesem Jahr gleich mit zwei Inszenierungen zum Theatertreffen eingeladen. Am vergangenen Sonntag, 3. Mai 2009, bekamen Jürgen Gosch und Johannes Schütz für die gemeinsame Arbeit den mit 20.000 Euro dotierten Berliner Theaterpreis im Deutschen Theater verliehen. Der schwerkranke Regisseur konnte an dem Festakt jedoch nicht teilnehmen.

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Autoren: Anna Postels und Matthias Weigel; Kamera und Schnitt: Matthias Weigel

Warum Afrika, Herr Steinmeier?

von Johannes Schneider

Bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Politik und Privatheit“ trafen am 2. Mai im Rahmenprogramm des Theatertreffens zwei zusammen, die gemeinsam etwas vorhaben: Christoph Schlingensief will in Afrika ein Opernhaus errichten, Außenminister Frank-Walter Steinmeier will ihn dabei unterstützen. Aber warum eigentlich?

Bis gestern war diese Information irgendwie schillernd gewesen: Christoph Schlingensief möchte ein Opernhaus in Afrika bauen, auf einem grünen Hügel irgendwo in Tansania oder Burkina Faso, und sein prominentester Fürsprecher ist der Außenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier persönlich.

Steinmeier und Schlingensief

Privates Nachdenken im öffentlichen Raum, Deutschland, Haus der Berliner Festspiele, oberes Foyer: Podiumsdiskussion unter anderem mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Regisseur Christoph Schlingensief und "kulturzeit"-Moderatorin Tina Mendelsohn. Fotos: Jan Zappner

Im Kopf erstanden die herrlichsten Bilder, wie diese Konsensfindung wohl abgelaufen sein könnte – bei irgendeinem Empfang in irgendeinem Garten, oder an irgendeiner Bar nach irgendeinem Podium, auf jeden Fall irgendwas mit Sektflöten in der Hand: „Wir haben da unten immer geklaut, und jetzt klauen wir eben transparent, und wir dürfen da klauen, denn da kommen wir her“, hätte Schlingensief seinen ganz eigenen Kulturimperialismus definiert. (mehr …)