Theater-Blogger gesucht!

von Nikola Richter

Ab sofort können sich junge Nachwuchskulturjournalisten für die zweite Ausgabe des Theatertreffen-Blogs bewerben. Bewerbungsmodalitäten hier. NEW: English native speakers can also apply for tt blog’s 2010 edition.

Nach erfolgreichem Start des Theatertreffen-Blogs beim Theatertreffen 2009 geht das Theater-Bloggen in die zweite Runde. Auch beim Theatertreffen 2010, das vom 7. bis 23. Mai 2010 im Haus der Berliner Festspiele stattfindet, können junge Kulturjournalisten erste Online-Erfahrungen sammeln oder ihre bestehenden Kenntnisse ausbauen – und sich mit anderen tt Talenten vom Stückemarkt und Internationalen Forum (Bewerbung bis 31. Januar) vernetzen.

Das tt-Blog sucht nicht nur Mitglieder der schreibenden Zunft, sondern auch Radiojournalisten, Videojournalisten und Fotografen. Bewerbungen bitte bis 15. Februar 2010 als eine PDF-Datei an theatertreffen (at) berlinerfestspiele.de. Neu in diesem Jahrgang: Auch ein englisch-sprachiger Blogger soll das Team verstärken.

Drei Mentoren der Blog-Kooperationspartner betreuen die Arbeit der tt-Blog-Redaktion 2010: Dirk Pilz (Berliner Zeitung, nachtkritik) und Stefan Braunshausen (3sat/kulturzeit) begleiten die täglichen Konferenzen, Sophie Diesselhorst (Kultiversum) übernimmt die Schlussredaktion.

Und so arbeiteten wir im letzten Jahr:

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Morgens die tägliche Redaktionssitzung mit den Mentoren (vorne links Dirk Pilz, Berliner Zeitung und nachkritik.de) …,

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… dann Beiträge bearbeiten in der Bornemann-Bar.

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Das pure t wird immer siegen, zumindest wenn man tt-09-Blogger und Journalist Johannes Schneider glaubt. Fotos: Jan Zappner

Wenn Blogger zu Bloggisten werden wollen …

von Nikola Richter

(denn so lautet der Neologismus für bloggende Kritiker), sind die Voraussetzungen viel Kaffee an Schokokeks, W-Lan, Denkpausen im Garten und ein voller Tagesplan: jeden Morgen Redaktionssitzung, dann Termine, Theater und fast immer Nachtarbeit. Und natürlich gehören auch tägliche Einsichten in die Blog-Statistik dazu, zum Anfeuern. Weil diese Zahlen wahrlich gut zu lesen waren, schließen sie, diskret im Text verteilt, diesen Blog, der mehr als 100 Beiträge enthält.

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Offline: Elise Graton mit französischer Zeitungsente. Foto: Jason Kassab-Bachi

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Bemerkenswert gut gestimmt

von Blog-Redaktion

Es wurde gearbeitet, bis spät in die Nacht, es wurde zu jeder Tageszeit geschnitten, geschrieben, fotografiert, gefilmt und produziert, es wurde gefeiert, es wurde diskutiert und geplant. Der Theatertreffen-Blog, der in diesem Jahr zum ersten Mal die tt-Festivalzeitung ersetzte, begleitete das Theatertreffen 2009 in Text, Bild und Ton, mit Fotogalerien, Audioporträts, Nachtkritiken, Interviews, Beziehungstipps, einem ABC und sogar Selbstkomponiertem. Zum Abschluss des Festivals zieht die Blog-Redaktion Bilanz.

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Bis in die frühen Morgenstunden sorgte Blogger Johannes Schneider mit Ukulele und Köl'scher Mundart für Gruppenharmonie: bemerkenswert. Foto: Jan Zappner

Eine gewaltige Überdosis

Die Sicht durch ein beeindruckendes Riesenauge auf einen persönlichkeitsgespaltenen Josef K.. Die Kraft einer Birgit Minichmayr, mich allein mit ihrer Stimme von der Probebühne zu fegen. Eine bezaubernde Maren Eggert, die in der warmen Abendsonne sanft strahlte. Unser Mentor, der akribisch die maßlose Nutzung von Adjektiven abmahnte. Ein bemerkenswertes Team, in dem Streit nicht Untergang und Party nicht Ausschlafen bedeutete. Und – (mehr …)

Wenn die Themen aus dir selbst kommen sollen

von Elise Graton

Max Claessen, Regisseur aus Hamburg, war noch nie Stipendiat. In diesem Jahr wurde er für das Internationale Forum als Teilnehmer ausgewählt und erarbeitete mit anderen internationalen Theatermachern „Geschichten und Geschichte„. Er erzählt von Gruppenprozessen, die, wenn alle Kreative sind, ganz gut von selbst funktionieren. Ein Mitschnitt der Workshop-Ergebnisse.

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Der Workshop "Geschichten und Geschichte" von Intendant Armin Petras und Chefdramaturgin Andrea Koschwitz (Maxim-Gorki-Theater) im Gruppenbild als Chor: Max Claessen hat sich die dritte Reihe ausgesucht. Foto: Piero Chiusi

Spurensuche in der Wohnmaschine

von Maximilian Grosser und Jan Zappner

Nicht weit vom Olympiastadion entfernt ließen die Bühnenbildnerinnen Muriel Gerstner und Janina Janke die Teilnehmer ihres Workshops Die Stadt als Text das Corbusier-Haus zwei Wochen lang erforschen. Eine Audio-Slideshow.

Die Texte der Anderen

von Johannes Schneider

Der Autor ist tot, es lebe das Kollektiv: Der Dramatikerworkshop beim Stückemarkt des tt09 löst die Grenzen zwischen Autorenschaft und Lektorat zeitweise auf. Eine Bilanz aus dem Zentrum der Textdiskussion zwischen dem Workshopleiter, Schriftsteller und Dramaturgen John von Düffel und fünf Nachwuchsautoren.

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"Braucht es in deinem Text wirklich den Zentralfriedhof?" Beim Workshop um John von Düffel wird es auch mal grundsätzlich. Foto: Johannes Schneider

Das ist kein emotionales Gruppenkuscheln. Es ist auch kein Treffen monomanischer Autisten, kein Schaulaufen vollendeter Genies oder sonst eine Reproduktion eines Schriftstellerklischees, in dem das Zusammentreffen mehrerer auf die ein oder andere Weise den Ruch des Vergeblichen hat. Das hier ist Werkstatt pur, gnadenlos, ehrlich und gnadenlos produktiv: „Ich weiß nicht, ob du dir bewusst bist, dass das zumindest für Wiener ganz schöne Klischeesätze sind, die deine Figuren da äußern.“ „Der Gebrauch der verschiedenen Sprachen erscheint mir nicht ganz schlüssig.“ „Braucht es in dem Text wirklich den Zentralfriedhof?“ (mehr …)

„Der Tod ist anstrengend“

von Elise Graton

Pierre Notte, französischer Theaterautor und Generalsekretär der Comédie-Française in Paris, erzählt in seinem Stück „Zwei nette kleine Damen auf dem Weg nach Norden“ von der Schwierigkeit mit dem Tod umzugehen. Im Interview redet er über Traumata, Gräber und Verwirrungen in Berlin-Tempelhof.

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Katharina Thalbach und Peggy Lukac lesen die grotesk-komische Reise der Schwestern Bernadette und Annette: "Zwei kleine nette Damen auf dem Weg nach Norden" des französischen Autors Pierre Notte. Foto: Jason Kassab-Bachi

Was finden Sie eigentlich so interessant an „kleinen alten Damen“?
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Die Stimmen der Sieger

von Blog-Redaktion

Die Stückemarkt-Jury hat gesprochen, nun sprechen die Preisträger:

„Ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte, aber den Preis habe ich selbstverständlich verdient. In meinem Stück habe ich ja auch nicht geschrieben, dass es keine Preise gewinnen wird, sondern dass es keine Preise gewinnen muss. Mit dem Maxim-Gorki-Theater zusammenzuarbeiten, wird großartig, und Ideen, was man mit den Moneten machen kann, habe ich auch schon – neue Schuhe wären zum Beispiel angebracht.“

Oliver Kluck, Preisträger des Förderpreises für Neue Dramatik, überlegt, ob er um diese Zeit noch seine werktätigen Eltern anrufen kann und beschließt, zumindest eine SMS an seine Mutter zu schreiben.

„Mich freut besonders, dass ich arbeiten kann: Ein Stückauftrag ist kein leerer Preis, sondern einer mit Perspektive. Ich komme in Kontakt mit Theatern und freue mich jetzt grad einfach riesig auf die feste Zusammenarbeit. Vor dem Druck, den ein solcher verpflichtender Auftrag bedeutet, habe ich keine Angst: Das ist Schriftstelleralltag.“

Nis-Momme Stockmann, Preisträger des Werkauftrags des Stückemarkts, wird nun als erstes seinen Verleger anrufen

„Ich hätte nicht gedacht, dass mein Stück fürs Radio adaptierbar ist. Aber eigentlich spielt es ja mit der Fantasie des Rezipienten. Beim Stückemarkt dabei zu sein, fand ich sehr stimulierend – endlich Feedback zu meiner Arbeit von kompetenten Leuten. So eine Möglichkeit für junge Autoren war für mich neu. In Italien, woher ich komme, gibt es nichts dergleichen. Dort hat keiner Lust, ins Theater zu investieren.“

Davide Carnevali, Preisträger von Theatertext als Hörspiel des Stückemarkts, wird vielleicht seine Freunde aus Barcelona später anrufen.

Eilmeldung

von Kristin Becker

Die Jury hat gesprochen. Die Gewinner feiern kräftig.

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Können ihr Glück kaum fassen. Die Gewinner des Stückemarkts tt09: Nis-Momme Stockmann, Davide Carnevali, Oliver Kluck (v.l.n.r) Foto: Jan Zappner

++Autorenpreise beim tt09-Stückemarkt vergeben++Überraschungen an fast allen Fronten++
Oliver Kluck mit dem Förderpreis für neue Dramatik ausgezeichnet++Werkauftrag an Nis-Momme Stockmann++Davide Carnevali wird zum Hörspiel++
erste Reaktionen der Preisträger in Kürze++

Workshop als Work-Shock

von Johannes Schneider

Auch bei diesem tt-Stückemarkt sind fünf Nachwuchsdramatiker eingeladen, ihre Arbeiten vier Tage lang in einem Autorenworkshop zu diskutieren. Ein Gespräch mit Mentor John von Düffel.

Foto John von Düffel, Johannes

Den Blick für das eigene Werk schärfen: John von Düffel, hier im Gespräch mit Workshop-Teilnehmer Davide Carnevali. Foto: Johannes Schneider

„Lernziel: sich selbst entdecken“ steht in der tt-Broschüre über den Dramatikerworkshop. Wie schafft man das in vier Tagen?

Die Hauptaufgabe für mich als Mentor besteht zunächst einmal darin, die spezifische Qualität der einzelnen Autorinnen und Autoren zu finden: was das ist, was der Autor erzählen will, was ihn umtreibt und beschäftigt, und wie man durch die richtigen Fragen dafür sorgen kann, dass sich seine eigene Qualität immer weiter schärft und entwickelt.
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