Artikel-Schlagworte: „Andreas Kriegenburg“

Schizophren vereinigt

von Matthias Weigel

Vier Persönlichkeiten ergeben einen Franzkarl Moor. Vier Engelteufel toben in einer Person. In Nicolas Stemanns Inszenierung von Schillers „Die Räuber“ dividieren und multiplizieren vier Schauspieler die Zerrissenheit eines Menschen zwischen Freiheit und Bindung, Verantwortungslosigkeit und Liebesbedürfnis, Stolz und Opportunismus. Ein Abend gegen alle, ein kleines Resümee zur Halbzeit.

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Die Faust sprechen lassen: Die vier "Räuber" in Nicolas Stemanns zum tt09 eingeladener Inszenierung. Foto: Arno Declair

Man könnte Nicolas Stemanns Theater als einen Gegenentwurf zum Theater Jürgen Goschs sehen. Wo bei Gosch unkenntlich ist, inwieweit das Spiel überhaupt verabredet ist und ob der Begriff des Darstellens (noch) angebracht ist, ist Stemanns Inszenierung eine einzige große Verabredung, eine artifizielle Konstruktion. (mehr …)

Im Auge der Macht

von Kristin Becker und Anna Postels

Andreas Kriegenburg hat Kafkas „Der Prozess“ als bildmächtige Parabel inszeniert. Das seltsame Leiden der Hauptfigur an einem ominösen Gerichtsprozess lässt er acht Schauspieler auf einer eindrucksvollen vertikalen Drehbühnenkonstruktion exerzieren. Nicht zum ersten Mal war der Regisseur dabei sein eigener Bühnenbildner. Wir wagen zwei Überlegungen zu seinem Bewegungskonzept.

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Gegen das Gesetz der Schwerkraft: "Der Prozess" in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg beim tt09. Foto: Arno Declair

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Looking for Kafka

von Kristin Becker

Ausdruckslose Gesichter in der Redaktion, als die Sprache auf das Kafka-Gastspiel beim tt09 kommt. Andreas Kriegenburgs Münchner Der Prozess“-Inszenierung ist eingeladen, doch was soll man dazu sagen – Kriegenburg interessiert, aber Kafka? Warum und vor allem wie soll man überhaupt noch über Kafka nachdenken? Eine Recherche im Selbstversuch.

Kafkaregal im Dussmann

Zeitlos schick im Buchladen: das Kafka-Regal. Fotos: Kristin Becker

Den Einstiegstest mache ich nachts am Küchentisch. Muss man Kafka heute noch lesen, frage ich (mehr …)