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Bemerkenswert gut gestimmt

von Blog-Redaktion

Es wurde gearbeitet, bis spät in die Nacht, es wurde zu jeder Tageszeit geschnitten, geschrieben, fotografiert, gefilmt und produziert, es wurde gefeiert, es wurde diskutiert und geplant. Der Theatertreffen-Blog, der in diesem Jahr zum ersten Mal die tt-Festivalzeitung ersetzte, begleitete das Theatertreffen 2009 in Text, Bild und Ton, mit Fotogalerien, Audioporträts, Nachtkritiken, Interviews, Beziehungstipps, einem ABC und sogar Selbstkomponiertem. Zum Abschluss des Festivals zieht die Blog-Redaktion Bilanz.

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Bis in die frühen Morgenstunden sorgte Blogger Johannes Schneider mit Ukulele und Köl'scher Mundart für Gruppenharmonie: bemerkenswert. Foto: Jan Zappner

Eine gewaltige Überdosis

Die Sicht durch ein beeindruckendes Riesenauge auf einen persönlichkeitsgespaltenen Josef K.. Die Kraft einer Birgit Minichmayr, mich allein mit ihrer Stimme von der Probebühne zu fegen. Eine bezaubernde Maren Eggert, die in der warmen Abendsonne sanft strahlte. Unser Mentor, der akribisch die maßlose Nutzung von Adjektiven abmahnte. Ein bemerkenswertes Team, in dem Streit nicht Untergang und Party nicht Ausschlafen bedeutete. Und – (mehr …)

Pollesch vermisst

von Elise Graton

Der Intendant des Prater, einer Spielstätte der Volksbühne in Berlin, René Pollesch im Blitzinterview. Warum? Einfach so. Und weil er uns gefehlt hat. Und weil wir von ihm wissen wollten, ob er beim Theatertreffen etwas vermisst.

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In Gedanken immer dabei: René Pollesch. Foto: Thomas Aurin

Finden Sie den Anspruch des Theatertreffen realistisch, das aktuell bemerkenswerteste deutschsprachige Theater zu zeigen?

Ich denke schon, aber man sollte die Inszenierungen in eine andere Stadt einladen. München, Düsseldorf oder Bochum. Oder vielleicht sogar in ein theaterbegeistertes kleines Nest, das man damit aufwerten könnte.

Auffällig ist, dass die eingeladenen Regisseure hauptsächlich männlich und über 40 sind. Sind alte Männer bessere Regisseure?

Männer einzuladen ist die einzige Möglichkeit der Jury, zu beweisen, daß sie weiß worum es geht. Zehn Männer einzuladen, ist keine Mode. Wenn man zehn Frauen einlädt, lädt man nur zehn Frauen ein.

Seit 2001 leiten Sie den Prater, eine Spielstätte der Berliner Volksbühne. Dort haben Sie öfter Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen eingeladen, deren Inszenierung „Othello, c’est qui“ dieses Jahr beim Theatertreffen zur Diskussion stand. Hätte die Jury Mut bewiesen, wenn diese Inszenierung in die Endauswahl genommen worden wäre?

Dass sie zur Diskussion standen, wußte ich nicht. Ich finde Monika jedenfalls bemerkenswert.