Alfred-Kerr-Darstellerpreis 2010

von Anna Pataczek

Paul Herwig nach der Premierenparty beim Theatertreffen. Foto: Kim Keibel

Paul Herwig ist heute Nachmittag mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis für seine Rolle des Johannes Pinneberg in „Kleiner Mann, was nun“ ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde zum sechzehnten Mal vergeben. Geehrt werden junge Schauspieler oder  Schauspielerinnen, die in einer Inszenierung auf der Bühne des Theatertreffens zu sehen waren. Juror war in diesem Jahr war Schauspieler Bruno Ganz.

„Er lässt mich ins Innere sehen, in seines, in Pinnebergs und in meines“, begründete Ganz seine Wahl für den 1970 geborenen Paul Herwig. Sich zu entscheiden, schien ihm nicht einfach gefallen zu sein. Die Regisseure des diesjährigen Theatertreffens scheuten das Identifikatorische wie der Teufel das Weihwasser, beklagte sich der Juror. Stattdessen sah er: „Comedy, Chor und Kabarett“. Das habe ihm die Möglichkeit genommen, die Schauspieler zu beurteilen. (mehr …)

Live-Ticker um den Preiskampf zum 3sat-Theaterpreis

von TT-Blog Redaktion

Am Samstag Abend wurde der 3sat-Theaterpreis verliehen – vor Publikum und live übertragen auf 3sat. In der Jury: Schriftstellerin Juli Zeh, Schauspieler Burghart Klaußner und die beiden Kritiker Tobi Müller und Christopher Schmidt. Ringrichterin: Tita von Hardenberg. Die Spielregeln: 60 Minuten Zeit um sich auf eine „herausragende künstlerische Leistung aus dem Kreis der zum Theatertreffen eingeladene Inszenierungen“ zu einigen. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert – und ging an Annette Paulmann und Paul Herwig, die Hauptdarsteller in „Kleiner Mann – was nun?“ in der Inszenierung von Luk Perceval.

Wir haben live mitgebloggt. (mehr …)

Stückemarkt: Die Gewinner

von Kai Kroesche

Die Gewinner des diesjährigen Stückemarkts stehen fest:

Förderpreis für neue Dramatik des tt Stückemarktes: Claudia Grehn mit ihrem Stück „Ernte“

Werkauftrag des tt Stückemarktes: Wolfram Lotz (Autor „Der große Marsch“)

Theatertext als Hörspiel: Julian van Daal mit seinem Stück „Alles ausschalten“

Publikumspreis 2010 des tt Stückemarktes: Wolfram Lotz mit seinem Stück „Der große Marsch“

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Diese grässliche, wunderbare Wirklichkeit

von Joachim Sartorius

Von der berühmten Regisseurin Andrea Breth (9 Einladungen zum Theatertreffen) erzählt man sich eine Geschichte: während eines langen, zermürbenden Probenprozesses ist sie einmal völlig erschöpft und zitternd auf die Probe gekommen. Die anwesenden Mitarbeiter überraschte sie mit dem Geständnis, sie sei heute mit der U-Bahn gefahren. (mehr …)

Abgetreten

von Judith Liere

Die Schauspielerin Jutta Lampe wurde am Samstag in der Akademie der Künste in Berlin mit dem Joana-Maria-Gorvin-Preis ausgezeichnet. Die Preisverleihung war nicht nur Feier ihres Lebenswerks, sondern geriet auch zum Abgesang auf eine Theatergeneration.

In der Schlange, die sich vor dem Einlass in den Zuschauerraum der Akademie der Künste gebildet hat, bin ich mit Abstand eine der Jüngsten. Weiße und melierte Schöpfe herrschen vor, gediegene Abendgarderobe, eine der Wartenden hat sich sogar einen kleinen Klapphocker mitgebracht, um nicht so lange stehen zu müssen.

Die Theatergeneration, die sich hier versammelt hat, um dem Lebenswerk der 72-jährigen Jutta Lampe zu huldigen, kenne ich nur aus Theaterwissenschaftsseminaren, in denen braunstichige Peter Stein-Inszenierungen auf Video gezeigt wurden (war es ein Tschechow-Stück, stand garantiert ein Samowar auf der Bühne), und aus Anekdoten, die ältere Regisseure und Dramaturgen auf Premierenpartys erzählen. Die Schaubühne der siebziger und achtziger Jahre, die Lampes künstlerische Heimat war, ist für mich ebenso weit weg wie Brecht und Gründgens – Epochen, die in Vorlesungen auf die wichtigsten ästhetischen Ansätze, Inszenierungen und Künstler zusammengefasst werden. (mehr …)

Margit, mit dir is so schön

von Elisabteh Hamberger

Heute wurde im Deutschen Theater der mit 20.000 Euro dotierte Theaterpreis Berlin 2010 an die Schauspielerin Margit Bendokat verliehen. Wir waren dort und gratulieren.

Sonntagmorgen, 11 Uhr, Berlin. Das Deutsche Theater ist rappelvoll. Noch drängen einige Journalisten in den Zuschauerraum, suchen hektisch nach freien Plätzen, um ihre Kameras zu positionieren und Stift und Block zu zücken. Denn heute findet eine einmalige Darbietung statt. Heute wird der Theaterpreis Berlin 2010 verliehen. Heute wird die Schauspielerin Margit Bendokat geehrt. (mehr …)