Warum Theater?

von Kai Kroesche

Der Theatertreffen-Blog stellte während der gesamten Festivalzeit Theatermachern und -gängern die Frage „Warum Theater?“ auf einem weißen Blatt Papier und bat darum, diese vor Ort, mit Stift, schnell und ohne lange Überlegungszeit zu beantworten. Das stieß bei manchen auf Ablehnung („blöde Frage“, „nicht in so kurzer Zeit“, „Fragen Sie das doch nicht mich, ich mach doch selbst Theater“), bei anderen auf spontane, mal ernste, mal witzige Einfälle. Ein Zettelkasten, unter anderem mit Zeichnungen von Christoph Marthaler, Ulrich Matthes und Karin Beier. (Mehr davon? Der Blick aufs Theater von heute aus der Zukunft gesehen: Future Archive of Theatre). (mehr …)

Vor den Kulissen – Teil 2

von Kim Keibel

Wer kennt die Räume, in denen die Schauspieler im Rampenlicht stehen besser, als diejenigen, die diese Räume technisch einrichten? Die Blog-Fotografin Kim Keibel hat Techniker, Beleuchter, Bühnenarbeiter, Regieassistenten und andere gebeten, sich auf „ihren Bühnen“ zu inszenieren. Den ersten Teil der Foto-Serie „Vor den Kulissen“ finden Sie hier.

Manfred Breuer (Beleuchter), Martin Töpler (Tontechniker) und Bianca Both (Bühnenhandwerkerin) in der Kulisse von "Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen".

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Erleuchtet

von Kim Keibel

Elfriede Jelineks „Die Kontrakte des Kaufmanns“ ist in der Inszenierung von Nicolas Stemann ein vielstimmiges Geld-Oratorium, das die Ersatzreligion des Kapitals besingt und durchleuchtet. Kim Keibel hat die Schauspieler vor ihrem Auftritt mit aufklärerischer Lichtkrone fotografiert. Weitere Bildergalerien hier.

Schmutzig, hässlich? Schön!

von Kim Keibel

Ab in die Umkleide, schnell in Schale schmeißen und zu guter Letzt in die Maske. Dann ertönt auch schon der Gong- es ist an der Zeit, auf die Bühne zu gehen.

Vor der letzten tt-Aufführung von Karin Beiers „Die Schmutzigen, die Hässlichen und die Gemeinen“ aus Köln machte das Ensemble eine Ausnahme und legte noch einen Zwischenstop ein. Fast ausnahmslos sprinteten sie nach der Maske in die zweite Etage und posierten für mich vor der Kamera. Ich habe sie ins rechte Licht gerückt – wie schön die „Schmutzigen“ und „Hässlichen“ in Wirklichkeit sind:

Geld oder Liebe

von Judith Liere

In einer Konsumgesellschaft, in der das Gehalt über Lebensglück oder -unglück entscheidet und der Gier keine Grenzen gesetzt werden, da lässt es sich schlecht lieben. Das klingt ein bisschen plakativ, gleichzeitig auch ziemlich banal – der britische Dramatiker Dennis Kelly hat trotzdem ein Stück daraus gemacht, und der Regisseur Stephan Kimmig hat es auf die Bühne gebracht.

Schon am Anfang ist alles zu Ende. Dennis Kelly lässt sein Stück mit einem Prolog beginnen und erzählt anschließend rückwärts: David, ein erfolgloser Londoner Lehrer, trägt den Email-Wechsel mit seiner französischen Ex-Affäre vor. Was harmlos mit Anekdoten aus dem Büro-Alltag beginnt, wird immer persönlicher, offener, radikaler und schließlich ist raus, was David getan hat: Er hat seine Frau sterben lassen, die nach einer Überdosis Beruhigungstabletten bewusstlos auf dem Bett lag, als er nach Hause kam, mehr noch – David ging los, kaufte Wodka, flößte ihn der Halbtoten ein, auf dass sie auch wirklich sterbe. Sie, und mit ihr die 70.000 Pfund Schulden, die sie durch ihre Kaufsucht angehäuft hat. 70.000 Pfund Schulden, die verhindern, dass David endlich das kaufen kann, was ihm zu seinem Glück fehlt: ein Ford Mondeo. (mehr …)

Die alltägliche Glücks-Suche

von Anna Pataczek

David findet seine Frau Jess auf dem Bett liegend, sie hat eine Überdosis Tabletten geschluckt. Anstatt ihr zu helfen, flößt er ihr Wodka ein, um das Sterben noch zu beschleunigen. David wünscht sich einen Ford Mondeo. Und seine Frau leidet an Kaufsucht, verprasst alles Geld. Das verträgt sich eben nicht. Daniel Hoevels und Susanne Wolff spielen das Paar in „Liebe und Geld“ von Dennis Kelly am Thalia Theater in Hamburg (Regie: Stephan Kimmig). Anlässlich der tt-Premiere heute Abend trafen wir uns mit den beiden Schauspielern in der Garderobe des Deutschen Theaters.

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Stückemarkt – Episode2

von Kim Keibel

Der Stückemarkt begleitet uns in Episoden: Am Montag diskutierten einige Autoren über politisches Theater, dann wurden Ekat Cordes‚ „Alles gärt“ und Wolfram Lotz‘ „Der große Marsch“ in szenischen Lesungen präsentiert. Kim Keibel hat den Abend fotografiert. Weitere Bildergalerien hier.

Du bist, wie du klatschst

von Alexandra Müller

Pressekonferenzen enden meist mit Stille. Journalisten klatschen nicht. Sie sollen Distanz behalten zu den Menschen dort vorne am Rednertisch, sollen unabhängig berichten. Wer applaudiert, stimmt zu. Und was macht der Kritiker im Theater? Darf der klatschen?

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