Artikel-Schlagworte: „3sat“

Live-Ticker um den Preiskampf zum 3sat-Theaterpreis

von TT-Blog Redaktion

Am Samstag Abend wurde der 3sat-Theaterpreis verliehen – vor Publikum und live übertragen auf 3sat. In der Jury: Schriftstellerin Juli Zeh, Schauspieler Burghart Klaußner und die beiden Kritiker Tobi Müller und Christopher Schmidt. Ringrichterin: Tita von Hardenberg. Die Spielregeln: 60 Minuten Zeit um sich auf eine „herausragende künstlerische Leistung aus dem Kreis der zum Theatertreffen eingeladene Inszenierungen“ zu einigen. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert – und ging an Annette Paulmann und Paul Herwig, die Hauptdarsteller in „Kleiner Mann – was nun?“ in der Inszenierung von Luk Perceval.

Wir haben live mitgebloggt. (mehr …)

Jelinek, eiskalt serviert

von Alexandra Müller

Dieses Wochenende gab es ganz besondere Premieren des Theatertreffens: Public Viewings im Sony Center, in Zusammenarbeit mit 3sat/ZDFtheaterkanal.


Fotos: Kim Keibel

Im Kapitalismustempel am Potsdamer Platz wurden Roland Schimmelpfennigs „Goldener Drache“, Elfriede Jelineks „Die Kontrakte des Kaufmanns“ und Christoph Marthalers „Riesenbutzbach“ auf einer Riesenleinwand gezeigt, neben 3-D-Kino und Deutscher Bahn. Am Samstag Abend mussten Frau Jelinek und ihr Regisseur Nicolas Stemann unter ganz besonders harten Bedingungen antreten: Eisige Temperaturen und DFB-Pokal-Anstoß Bayern gegen Werder Bremen. Etwa 40 Mutige und einige Passanten wagten den Kampf gegen die Kälte. Wir waren vor Ort und haben uns umgehört.

Musik: ZSCHOKK/Timo Lachmann

Kann man sich lieben, wenn man kein Geld hat?

von Kai Kroesche

In Ödön von Horváths 1932 kurz nach der großen Weltwirtschaftskrise entstandenem Theaterstück „Kasimir und Karoline“ scheitert die Beziehung zwischen zwei jungen Menschen an einer trostlosen Realität, in der Arbeitslosigkeit und unerfüllte Sehnsucht nach sozialem Aufstieg romantische Gefühle unmöglich machen.

„Was sagt uns Horváths Volksstück heute?“ fragten wir uns und warfen einen ganz persönlichen Blick auf den beinahe 80 Jahre alten und doch ganz aktuellen Text. Auf dem Wiener Prater entstand eine filmisch inszenierte Reflexion des Stoffes, auf den Straßen von Berlin-Neukölln und -Kreuzberg wurden Leute mit zentralen Fragestellungen des Stücks konfrontiert. Inszenierung trifft auf Wirklichkeit – Theater auf Realität.

Erstausgestrahlt am 8. Mai 2010 im Foyer extra zum Theatertreffen auf 3sat.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Unsere Kritik zur Inszenierung finden Sie hier.

Liebe in Zeiten des Prekariats. Ein Reality Check.

von Alexandra Müller

Für einen Fernsehbeitrag, der heute Abend um 20.15 Uhr in der Sendung Foyer auf 3sat zu sehen ist, sind drei Blogger mit Kamera und Mikrofon durch Wien und Berlin gezogen. Auf der Suche nach heutigen Kasimirs und Karolines. Ein Produktionsbericht.

Es gibt da dieses Pärchen in meinem Hinterhof. Sie haben sich rechts hinter den Mülltonnen einen braunen Holztisch mit vier Stühlen hingestellt. Da sitzen sie jeden Tag bei schönem Wetter und spielen Karten. Sie sitzen auch da, als ich zum ersten Mal „Kasimir und Karoline“ lese, Ödön von Horváths Stück über ein Pärchen, das an der Arbeitslosigkeit des jungen Mannes zerbricht, der nicht von dem Gedanken lassen kann, seiner Liebsten nun nichts mehr bieten zu können.

Raus in den Block, Alter

Ich weiß nichts über die beiden da unten. Aber sie bringen mich auf einen Gedanken: Wie sieht es vor meinem Haus aus? Gibt es dort moderne Kasimirs und Karolines? Immerhin ist das hier Berlin-Neukölln, ein Stadtteil mit 29.594 Arbeitslosen – einer Quote von 21,7 Prozent. (mehr …)