Artikel-Schlagworte: „Blogging“

International Culture Bloggers Wanted!

von Nikola Richter

Are you a blogger? … Yes?
Great, nice to meet you: Hello! Hola! Hallo!

Are you blogging in English, German or Spanish about culture and/or theatre on your own blog – be it in a written, audio, photo or video format? … Is this a yes?

Und du verstehst Deutsch so gut, dass du Gesprächen, szenischer Sprache und Diskussionen aktiv folgen kannst? Dass du auch deutschsprachige Theatertexte lesen und verstehen kannst? … Ich höre noch ein Ja?

A space for you at tt-Blog 2011: Apply now!

Wenn du dreimal mit ja geantwortet hast, dann lies bitte hier weiter, da geht es zu den Bewerbungsmodalitäten des Theatertreffen-Blogs 2011 auf Deutsch und Englisch. Es werden acht internationale Kultur-Blogger gesucht, die vom Theatertreffen 2011, dem wichtigsten Theaterfestival für deutschsprachiges Regietheater berichten wollen. Subjektiv, vielsprachig, eigenwillig.

Unterstützt wird das Theatertreffen-Blog 2011 von den Medienpartnern Berliner Zeitung und kultiversum. Gefördert erstmals von der Rudolf-Augstein-Stiftung.

Bewerbungen sind möglich bis zum 31. Januar 2011.

Fazit

von TT-Blog Redaktion

Die acht diesjährigen Theatertreffen-Blogger haben Nachlese gehalten. Hier geben sie ihre ganz persönliche Rückschau auf 22 Tage Kulturjournalismus im Netz: die Zeit, die bleibt.

Blogger-Pyramide: Kim Keibel, Judith Liere, Anna Pataczek, Alexandra Müller, Elisabeth Hamberger, Shane Anderson, Kai Krösche, Fußball (von links nach rechts, im Foto fehlt Barbara Behrendt) Foto: Selbstauslöser/Kim Keibel

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Internationaler Blogger-Stammtisch

von Nikola Richter

Fühlst du was? Was bringt das? Warum sitzt du hier vor dem Bildschirm? Self-promotion, künstlerisches Recherche-Archiv, journalistische Reste-Verwertung, Tagebuch für die Familie, neue Schreibformate ausprobieren: Deshalb haben wir mit dem Bloggen angefangen.

Wir sitzen im Redaktionsraum der Theatertreffen-Blogger, dort, wo sonst der Intendant (und Neublogger) Joachim Sartorius mit der Festivaljury tagt. Der Spagat zwischen dem so unkörperlichen, ewig verfügbaren Netzschreiben und dem vergänglichen, aber sinnlich erlebbaren Theater scheint groß zu sein, aber wir wollen ihm bei einem Internationalen Blogger-Stammtisch auf der Achtung-Transit-Konferenz nachspüren, von unseren Erfahrungen erzählen. Wir reden über die kontraproduktive Anonymität im Netz („Du trägst doch auch im Kaffeehaus keine Maske“, sagt der isländische Regisseur und Online-Journalist Símon Birgisson), über die Schnelligkeit von Straßenjournalismus und das monopol– und hierarchiefreie Publizieren ohne Schlussredaktion. Das ist hier beim Theatertreffen-Blog etwas anders, schließlich sind wir an eine Institution angebunden – allerdings mit einer Festivalleiterin, die unsere Denk- und Redefreiheit liebt (Danke, Iris!). Dass Bloggen nämlich nur funktioniert, wenn man den Kontrollverlust nicht fürchtet, Material und Gedanken loslassen kann, „you have to divorce them“, wie Shane Anderson es formuliert, darüber sind sich alle einig.

Wie diese Gedanken aussehen, ist dann aber kulturell sehr verschieden: Die Nische für deutschsprachige Regietheaterkritik auf Chinesisch ist sehr klein, daher muss die Bloggerin Weiyi Zhang die deutschen mit chinesischen Darstellungsformen abgleichen. Die Tanzkuratorin Vanini Berlamino von den Philippinen, die seit zwei Jahren in Berlin lebt, schreibt für koreanische institutionelle Webseiten über die Tanzszene in der Hauptstadt – aber kritisieren ist nicht erlaubt, nur beschreiben. So versteckt sie jegliche Meinungsweiterleitung in ellenlangen Fußnoten. Denn ja, es geht doch um Meinung hier im Netz und überall. Daher hat der niederländische Journalist Simon van den Berg 1997 das erste niederländische Online-Portal für Theaterkritik gegründet, moose.nl (weil sie in einem Café saßen, dass Elch hieß): Jeder, der wollte, konnte 5-Satzkritiken einschicken. „Wir waren so gelangweilt von der klassischen Theaterkritik.“ Da es damals noch keine Blog-Software gab, mussten sie alles manuell einpflegen; strukturelle Förderung bekamen sie nicht, denn auch hier war die Zielgruppe zu klein. Jetzt arbeiten die Gründer in klassischen Redaktionen – „die Seite wird nächstes Jahr sterben“, sagt Simon.

Diese Entwicklung spiegelt wider, was auch in anderen Ländern passiert. Wenn Blogger bekannt werden, saugen die „alten Medien“ sie ein. „Es wird immer schwieriger, ein freier, unabhängiger Blogger zu sein“, weiß auch Símon. Barbara Behrendt, die vor sechs Monaten ihren Dreigroschenblog startete, um längeren Texte zu schreiben, und eine „naive Sicht aufs Theater“ für sich selbst zu ermöglichen, findet heute, sie habe sich selbst ein Bein gestellt: „Ich möchte vom Schreiben leben, aber wieso soll ich dann kostenlos Texte ins Internet stellen?“ Wir werden weiter diskutieren. Denn hinter uns steht ja auch ihr, die Leser… schön, dass ihr da seid, wir können euch spüren.

Kulturjournalistisches Bloggen? Geht das überhaupt?

von TT-Blog Redaktion

Auf jeden Fall! Finden die Redakteure des Theatertreffen-Blogs 2010. Eine Meinungscollage:

Bloggen. Klingt englisch! Modern! Irgendwie jung! Aber wie, was Kulturjournalismus?! Klingt nach Oper und Theater und Hochkultur. „Irgendwie schwierig – die Hochkultur!“, denken viele. Kulturjournalistisches Bloggen: Ich denke, es klingt spannend und ich hoffe, es eröffnet die Möglichkeit über die oftmals starren journalistischen Konventionen hinauszugehen, etwas auszuprobieren und subjektiv sein zu dürfen. Vielleicht auch mal rotzig und eckig! Und dann kann man vielleicht die anderen davon überzeugen, dass Kulturjournalismus gar nicht so schwer und elitär sein muss. (Elisabeth Hamberger)

Die Vorteile des Internetjournalismus: Er bietet die Möglichkeit, flexibel Reportage, Portraits und künstlerische Inhalte ohne Platz- wie auch Formbeschränkung zu verknüpfen. (Kim Keibel)

Kritik bedeutet für mich Nach-Denken, Weiter-Denken, sie fällt nicht einfach nur Urteil über etwas Abgeschlossenes, bereits Geschafftes, sondern schafft selbst, ist Teil einer immer fortlaufenden, offenen Kette. (Kai Krösche)

Das Theater entwickelt sich immer weiter, der Kulturjournalismus sollte das auch tun. Ich denke, dass der freiere Umgang eine Chance ist, bestehende oder drohende Vorurteile, dass das Theater eine verstaubte oder hermetische Kunstform sei, abzubauen. (Judith Liere)

Eigentlich weiß ich immer noch nicht genau, was das sein soll: Ein Blog. Es gibt so viele unterschiedliche Positionen … diejenigen, die sich als Teilhaber an einem Diskurs verstehen oder die, die Tagebuch schreiben und Bilder von ihren Kindern oder Katzen posten oder die Sammler, die kleine Onlinemuseen anlegen … wo genau ich da stehe, weiß ich noch nicht. Ich suche noch nach einer Sprache für mein Web-Dasein. (Alexandra Müller)

Ich werde die Ohren aufsperren und das Mikro anschalten, denn so sinnlich wie das Theater sollen auch alle Eindrücke sein, die wir im Internet vermitteln können. Großartig, dass die Leser, Zuhörer und Zuschauer dann auch gleich in die Diskussion einsteigen können. Deutungshoheit auf der einen und Demokratie auf der anderen Seite. Wo gibt es denn sonst so etwas? (Anna Pataczek)

This is how I blog

von Shane Anderson

When I blog, I sketch ideas. Usually visually, but not always. When I write internet essays, I like to bring back a little more theory in my life, as well as to challenge my perceptions with those of others. Together, these prove very useful for my writing praxis.