Artikel-Schlagworte: „Hans Fallada“

The Sadness of Machines

von Shane Anderson

I just saw „Kleiner Mann – was nun?“, an adaptation of a novel from 1932 written by Hans Fallada in a production by Belgian director Luk Perceval – and I was so stunned, I think it’d be better if I said this to you in person by way of machine, i.e my video camera …

Mensch und Maschinerie

von Kai Kroesche

Nicht enden wollender Applaus und standing ovations – die Theatertreffen-Premiere von Luk Percevals „Kleiner Mann – was nun?“ fand großen Anklang.  Ebenso wie der seichte Humor, der leider neben der Textlastigkeit einen mehr als nur „bemerkenswerten“ Abend verhinderte.

Der Mensch ist schon am Boden: "Kleiner Mann – was nun?" von Luk Perceval. Foto: Andreas Pohlmann.

Lug und Trug beherrschen die Bühne in Luk Percevals Bühnenadaption von Hans Falladas 1932 geschriebenen Roman „Kleiner Mann – was nun?„. Überlebensgroß zerfließen Bilder aus Walter Ruttmanns Film „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ (1927) auf schwarzen Wänden und täuschen in ihrer extremen Verlangsamung und einer daraus entstehenden, menschlichen Haltung gegenüber seinem Berlin der zwanziger Jahre über den distanziert-experimentellen Blick hinweg, der den Film eigentlich beherrscht. (mehr …)

Der Schrein trügt

von Kai Kroesche

Mitten auf Annette Kurz‘ ansonsten kahler Bühne zu Luk Percevals „Kleiner Mann – was nun?“-Inszenierung steht groß und bedrohlich ein Orchestrion, für das der Theater- und Filmkomponist Mathis Nitschke einen Theatersoundtrack geschrieben hat. Ein Blick hinter die Kulissen des beeindruckenden Multi-Instruments. Mit Gewinnspiel am Ende.

Unheimlich und faszinierend zugleich: Das Orchestrion von Annette Kurz und Mathis Nitschke.

Es wirkt wie eine dieser beunruhigenden Maschinen aus einer Erzählung von Franz Kafka – fortschrittlich-faszinierend auf der einen, bedrohlich-einschüchternd auf der anderen Seite. Das Orchestrion, das das Bühnenbild zu Luk Percevals „Kleiner Mann – was nun?“  dominiert, ist kunstvoll-technisches Kuriosum und nüchterne Rationalisierungsmaschine zugleich, die die Lochpapierstreifen frisst und ausspuckt wie eine neoliberale Leistungsgesellschaft ihr „Humankapital“. (mehr …)

Großes Theater, was nun?

von Anna Pataczek

Vor zweieinhalb Jahren ging Lehman Brothers pleite, die Theaterwelt protestierte kürzlich gegen die Schließung des Schauspielhauses Wuppertal, die Bundesregierung hat soeben die Milliardenhilfen für Griechenland durchgeboxt. Und auf dem Theatertreffen wird einem unbestimmten Krisengefühl stattgegeben.

Es stimmt schon, das Theatertreffen steht im Zeichen der Krise. Doch die Krise, die dieses Theater widerspiegelt, ist zur Lebenskrise ausgewachsen. Es geht um dieses mulmige Bauchgefühl, um Unsicherheiten und Ängste. Nicht um die großen ökonomischen Fakten. Das Private ist politisch. Liebesbeziehungen scheitern wegen Geld. Das ist bei Horváths Kasimir und Karoline so. Das ist bei Falladas Pinneberg und seinem Lämmchen so. Das ist bei David und seiner Frau so, in dem Stück des Briten Dennis Kelly, das auch noch „Liebe und Geld“ heißt.

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