Artikel-Schlagworte: „Johan Simons“

Warum Theater?

von Kai Kroesche

Der Theatertreffen-Blog stellte während der gesamten Festivalzeit Theatermachern und -gängern die Frage „Warum Theater?“ auf einem weißen Blatt Papier und bat darum, diese vor Ort, mit Stift, schnell und ohne lange Überlegungszeit zu beantworten. Das stieß bei manchen auf Ablehnung („blöde Frage“, „nicht in so kurzer Zeit“, „Fragen Sie das doch nicht mich, ich mach doch selbst Theater“), bei anderen auf spontane, mal ernste, mal witzige Einfälle. Ein Zettelkasten, unter anderem mit Zeichnungen von Christoph Marthaler, Ulrich Matthes und Karin Beier. (Mehr davon? Der Blick aufs Theater von heute aus der Zukunft gesehen: Future Archive of Theatre). (mehr …)

Der einzig wirkliche Ort

von Kai Kroesche

Seit Beginn des Theatertreffens stellen wir bekannten wie weniger bekannten Theatermachern und -gängern die Frage „Warum Theater?“. Guter Anlass für ein kurzes Nachdenken darüber, was Theater beziehungsweise Kunst im Allgemeinen kann und sollte und welche Konsequenzen das für die Kunstkritik haben könnte.

Ein unbeschriebenes Blatt: Warum Theater?

Ein einst sehr naher Mensch hat mich vor einiger Zeit einmal im Streit gefragt, wie ich denn Kunst verstehen wolle, wenn ich nicht einmal die Wirklichkeit zu deuten wüsste. Dieser im Affekt geäußerte Vorwurf mangelnder Empathie beschäftigte mich noch lange: Kann mir Kunst wirklich nur dann etwas erzählen, mich bewegen, wenn ich in ihr die bereits erlebte, begriffene, vertraute Wirklichkeit wiedererkenne? Ist die Kunst, konkret die des Theaters, wirklich nur Wider-Spiegel der Wirklichkeit, Ort der Wiederholung, ordnend oder widersprechend vielleicht, aber immer nur, egal wie verzerrt, Abbild? (mehr …)

Kann man sich lieben, wenn man kein Geld hat?

von Kai Kroesche

In Ödön von Horváths 1932 kurz nach der großen Weltwirtschaftskrise entstandenem Theaterstück „Kasimir und Karoline“ scheitert die Beziehung zwischen zwei jungen Menschen an einer trostlosen Realität, in der Arbeitslosigkeit und unerfüllte Sehnsucht nach sozialem Aufstieg romantische Gefühle unmöglich machen.

„Was sagt uns Horváths Volksstück heute?“ fragten wir uns und warfen einen ganz persönlichen Blick auf den beinahe 80 Jahre alten und doch ganz aktuellen Text. Auf dem Wiener Prater entstand eine filmisch inszenierte Reflexion des Stoffes, auf den Straßen von Berlin-Neukölln und -Kreuzberg wurden Leute mit zentralen Fragestellungen des Stücks konfrontiert. Inszenierung trifft auf Wirklichkeit – Theater auf Realität.

Erstausgestrahlt am 8. Mai 2010 im Foyer extra zum Theatertreffen auf 3sat.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Unsere Kritik zur Inszenierung finden Sie hier.

Das Leben muss weiter gehen

von Barbara Behrendt

Ein Vergnügen war das nicht. Die Eröffnungsinszenierung „Kasimir und Karoline“ vom Schauspiel Köln, dem NT Gent und De Veenfabriek in der Regie von Johan Simons ist eine triste, teils unnahbare Angelegenheit. Aber das Durchhalten lohnt: Im nüchternen Blick Simons‘ liegt Hoffnung.

Angelika Richters Karoline kennt den Weg nach oben. Foto: Klaus Lefebvre

(mehr …)

Kurz danach: Fast live

von Elisabteh Hamberger

Vorhang runter, Kamera an: die Videokritik, diesmal mit Judith Liere.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Zahlen, bitte!

von Judith Liere

Auf los geht`s los – heute abend im Haus der Festspiele, mit „Kasimir und Karoline“, zum vierten Mal dabei, inszeniert von Johan Simons, zum dritten Mal nach Berlin eingeladen. Wer hält eigentlich den Theatertreffen-Rekord? Eine Übersicht.

Heute abend, am 7. Mai 2010, startet das 47. Theatertreffen mit der ersten von zehn eingeladenen Inszenierungen. Das Eröffnungsstück „Kasimir und Karoline“ ist zum vierten Mal dabei, sein Verfasser Ödön von Horváth war schon zehn Mal vertreten, übrigens einmal mehr als Thomas Bernhard und genauso oft wie Samuel Beckett und Christoph Marthaler (als Autor), der mit seiner Inszenierung des Stücks 1996 ebenfalls eingeladen war und damit zusätzlich zu seinen zehn Einladungen als Autor auf insgesamt 13 Aufenthalte als Regisseur kommt.

(mehr …)

Möge der Spaß beginnen

von Kai Kroesche

Im Haus der Berliner Festspiele wird bis zuletzt aufgebaut, eingerichtet und organisiert. Wer sich einmal zum Aufbau in den dunklen Bühnen-Raum setzt, die Augen öffnet und die Ohren spitzt, wird so manchem Eindruck ausgeliefert. Eine kleine subjektive Kasimir und Karoline“-Vorstimmung.

Leicht, leicht ist das Leben: Kirmes-Attraktion auf dem Prater in Wien. Foto: Andrea Imler.

(mehr …)