Artikel-Schlagworte: „Luk Perceval“

Warum Theater?

von Kai Kroesche

Der Theatertreffen-Blog stellte während der gesamten Festivalzeit Theatermachern und -gängern die Frage „Warum Theater?“ auf einem weißen Blatt Papier und bat darum, diese vor Ort, mit Stift, schnell und ohne lange Überlegungszeit zu beantworten. Das stieß bei manchen auf Ablehnung („blöde Frage“, „nicht in so kurzer Zeit“, „Fragen Sie das doch nicht mich, ich mach doch selbst Theater“), bei anderen auf spontane, mal ernste, mal witzige Einfälle. Ein Zettelkasten, unter anderem mit Zeichnungen von Christoph Marthaler, Ulrich Matthes und Karin Beier. (Mehr davon? Der Blick aufs Theater von heute aus der Zukunft gesehen: Future Archive of Theatre). (mehr …)

Alfred-Kerr-Darstellerpreis 2010

von Anna Pataczek

Paul Herwig nach der Premierenparty beim Theatertreffen. Foto: Kim Keibel

Paul Herwig ist heute Nachmittag mit dem Alfred-Kerr-Darstellerpreis für seine Rolle des Johannes Pinneberg in „Kleiner Mann, was nun“ ausgezeichnet worden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde zum sechzehnten Mal vergeben. Geehrt werden junge Schauspieler oder  Schauspielerinnen, die in einer Inszenierung auf der Bühne des Theatertreffens zu sehen waren. Juror war in diesem Jahr war Schauspieler Bruno Ganz.

„Er lässt mich ins Innere sehen, in seines, in Pinnebergs und in meines“, begründete Ganz seine Wahl für den 1970 geborenen Paul Herwig. Sich zu entscheiden, schien ihm nicht einfach gefallen zu sein. Die Regisseure des diesjährigen Theatertreffens scheuten das Identifikatorische wie der Teufel das Weihwasser, beklagte sich der Juror. Stattdessen sah er: „Comedy, Chor und Kabarett“. Das habe ihm die Möglichkeit genommen, die Schauspieler zu beurteilen. (mehr …)

Raus mit euch!

von Judith Liere

Theater ist immer ein wenig wie die berühmte Katze im Sack oder die überzititierte Forrest Gump’sche Pralinenschachtel: Ob man die Inszenierung, für die man Karten gekauft hat, dann schließlich mag oder nicht, lässt sich vorher nicht sagen, selbst wenn man den Regisseur und dessen Handschrift kennt. Was tun, falls man dem, was auf der Bühne passiert, nichts abgewinnen kann? Ganz klar: einfach abhauen!

In Nicolas Stemanns Inszenierung „Die Kontrakte des Kaufmanns“, die heute abend tt-Premiere feiert, ist das Rein- und Rausgehen ausdrücklich erlaubt. Anlass genug für ein Plädoyer fürs Aufstehen.

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The Sadness of Machines

von Shane Anderson

I just saw „Kleiner Mann – was nun?“, an adaptation of a novel from 1932 written by Hans Fallada in a production by Belgian director Luk Perceval – and I was so stunned, I think it’d be better if I said this to you in person by way of machine, i.e my video camera …

Mensch und Maschinerie

von Kai Kroesche

Nicht enden wollender Applaus und standing ovations – die Theatertreffen-Premiere von Luk Percevals „Kleiner Mann – was nun?“ fand großen Anklang.  Ebenso wie der seichte Humor, der leider neben der Textlastigkeit einen mehr als nur „bemerkenswerten“ Abend verhinderte.

Der Mensch ist schon am Boden: "Kleiner Mann – was nun?" von Luk Perceval. Foto: Andreas Pohlmann.

Lug und Trug beherrschen die Bühne in Luk Percevals Bühnenadaption von Hans Falladas 1932 geschriebenen Roman „Kleiner Mann – was nun?„. Überlebensgroß zerfließen Bilder aus Walter Ruttmanns Film „Berlin – Die Sinfonie der Großstadt“ (1927) auf schwarzen Wänden und täuschen in ihrer extremen Verlangsamung und einer daraus entstehenden, menschlichen Haltung gegenüber seinem Berlin der zwanziger Jahre über den distanziert-experimentellen Blick hinweg, der den Film eigentlich beherrscht. (mehr …)

Kurz danach: Berührt

von TT-Blog Redaktion

Vorhang runter, Kamera an: die Videokritik, diesmal mit Barbara Behrendt.

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Herzzahl: Gefühlsecht

von TT-Blog Redaktion

Gesehen, gedacht, gepunktet. Direkt nach jeder tt-Premiere beurteilen wir die Inszenierung in vier Kategorien, am nächsten Morgen gibt es eine ausführliche Kritik.

Heute: „Kleiner Mann – Was nun?

  • BERLIN-NOSTALGIE// ♥ ♥ ♥ ♥ //
  • SPIELLUST // ♥ ♥ ♥ ♥ //
  • GEFÜHLE // ♥ ♥ ♥ ♥ //
  • MUNTERMACHER // ♥ _ _ _ //

„Ich glaube nicht an die Krise“

von Anna Pataczek

Regisseur Luk Perceval: "Seit dreißig Jahren ist es mein Beruf, Menschen zu verstehen." Foto: Kim Keibel

Luk Perceval hat den Roman „Kleiner Mann – was nun?“ von Hans Fallada für die Bühne adaptiert. Die Geschichte spielt im Berlin der Weimarer Republik, zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Heute Abend hat die Produktion aus den Münchner Kammerspielen Theatertreffen-Premiere. Wenige Stunden vorher haben wir den belgischen Regisseur auf eine Zigarettenlänge und vier schnelle Fragen vor dem Bühneneingang getroffen. Luk Perceval über die Krise, Menschenliebe, gute Theaterabende und ein Deutschland, das nicht mehr existiert.