Artikel-Schlagworte: „Nature Theater of Oklahoma“

Großes Theater, was nun?

von Anna Pataczek

Vor zweieinhalb Jahren ging Lehman Brothers pleite, die Theaterwelt protestierte kürzlich gegen die Schließung des Schauspielhauses Wuppertal, die Bundesregierung hat soeben die Milliardenhilfen für Griechenland durchgeboxt. Und auf dem Theatertreffen wird einem unbestimmten Krisengefühl stattgegeben.

Es stimmt schon, das Theatertreffen steht im Zeichen der Krise. Doch die Krise, die dieses Theater widerspiegelt, ist zur Lebenskrise ausgewachsen. Es geht um dieses mulmige Bauchgefühl, um Unsicherheiten und Ängste. Nicht um die großen ökonomischen Fakten. Das Private ist politisch. Liebesbeziehungen scheitern wegen Geld. Das ist bei Horváths Kasimir und Karoline so. Das ist bei Falladas Pinneberg und seinem Lämmchen so. Das ist bei David und seiner Frau so, in dem Stück des Briten Dennis Kelly, das auch noch „Liebe und Geld“ heißt.

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„This must be so boring for you!“

von Alexandra Müller

„Life and Times – Episode 1“, eine Produktion der New Yorker Company „Nature Theatre of Oklahoma“ für das Burgtheater Wien, spaltete das Publikum am zweiten Abend des Theatertreffens. Aber wieso? War es die beschwingte Musicalattitüde oder die uneingängige Konsequenz der Konzeptkunst?

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Kurz danach: Getanzt

von TT-Blog Redaktion

Vorhang runter, Kamera an: die Bilderkritik, diesmal mit Alexandra Müller, Shane Anderson und Anna Pataczek. Inspiriert von drei Stunden Sportgymnastik, Parademarsch und Cheerleading hier unsere Meinung – getanzt als Nature Theater of Oklahoma-Choreographie. Also, fast. Zum Anschauen und Durchklicken. Fotos: Kim Keibel

„We Want People to Eat More Vegetables“

von Shane Anderson

Based on transcriptions of telephone conversations that Pavol Liska conducted with collaborator Kristin Worrall, the Nature Theater of Oklahoma has created a marathon musical worthy of the word epic. „Life and Times – Episode 1 derives from the first conversation Pavol Liska had with Kristin Worrall, wherein Kristin makes the first attempt to tell her life story; spanning from her birth until her eighth year.

I sat down with founders Kelly Copper and Pavol Liska to talk about epic theater, boredom, conceptual writing and the Super Bowl.

Pavol Liska. Photo: Kim Keibel

Kelly Copper. Photo: Kim Keibel


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Künstlerisches Höhentraining

von Judith Liere

Hätten Kelly Copper und Pavol Liska unbegrenzte finanzielle Mittel zur Realisierung ihrer Kunst, würde es die Werke ihrer Gruppe „Nature Theater of Oklahoma“ nicht geben. Denn ihre Inspiration und Kreativität beziehen die New Yorker Künstler gerade aus den schwierigen Bedingungen, unter denen sie produzieren müssen.

Auch wenn sie nun mit ihrer Inszenierung „Life and Times – Episode 1“ am vergleichsweise gut subventionierten Wiener Burgtheater angekommen sind und zu zahlreichen Festivals in Europa eingeladen werden – ihre Ästhetik bleibt geprägt von den Hürden und Einschränkungen, die sie in den USA überwinden mussten. „In Amerika gibt es so gut wie keine staatlichen Gelder für Kunst. Wir bekommen hier keinerlei finanzielle Förderung“, erklärt Pavol Liska. „Und unter diesen Bedingungen als Künstler zu arbeiten, zwingt dich wirklich, darüber nachzudenken, was du tun willst und warum. Sonst wäre es einfach nur blöd, weiterzumachen.“ (mehr …)