Artikel-Schlagworte: „Pavol Liska“

The Future Archive of Theater

von Shane Anderson

Over the course of the festival, I’ve been asking theater makers within and without tt10 about the state of German theater by asking them about the past of theater from the perspective of the future. I’ve been asking the theater makers to assess or reassess their position to the theater of now by looking out from an imaginary future. This tactic, which has been developed by two critical theorists, Manuela Zechner and Anja Kanngieser, is called the future archives and it provides a space to think about the possibility of change. I’ve asked:

Imagine you’re living in the year 2050.  Please describe the theater of 2010 as you remember it.  What’s improved?  What do you miss?

In my correspondence with theater makers, some have said they’d prefer not to discuss the future of German theater or the future at all. Others have said such speculations of ‘visionaries’ have proved to be dangerous over the course of history. But others have agreed with Manuela Zechner and Anja Kanngieser, that talking about the present in the future in the now can help us reframe our desires. These answers can be read and discussed here.

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Großes Theater, was nun?

von Anna Pataczek

Vor zweieinhalb Jahren ging Lehman Brothers pleite, die Theaterwelt protestierte kürzlich gegen die Schließung des Schauspielhauses Wuppertal, die Bundesregierung hat soeben die Milliardenhilfen für Griechenland durchgeboxt. Und auf dem Theatertreffen wird einem unbestimmten Krisengefühl stattgegeben.

Es stimmt schon, das Theatertreffen steht im Zeichen der Krise. Doch die Krise, die dieses Theater widerspiegelt, ist zur Lebenskrise ausgewachsen. Es geht um dieses mulmige Bauchgefühl, um Unsicherheiten und Ängste. Nicht um die großen ökonomischen Fakten. Das Private ist politisch. Liebesbeziehungen scheitern wegen Geld. Das ist bei Horváths Kasimir und Karoline so. Das ist bei Falladas Pinneberg und seinem Lämmchen so. Das ist bei David und seiner Frau so, in dem Stück des Briten Dennis Kelly, das auch noch „Liebe und Geld“ heißt.

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„This must be so boring for you!“

von Alexandra Müller

„Life and Times – Episode 1“, eine Produktion der New Yorker Company „Nature Theatre of Oklahoma“ für das Burgtheater Wien, spaltete das Publikum am zweiten Abend des Theatertreffens. Aber wieso? War es die beschwingte Musicalattitüde oder die uneingängige Konsequenz der Konzeptkunst?

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Künstlerisches Höhentraining

von Judith Liere

Hätten Kelly Copper und Pavol Liska unbegrenzte finanzielle Mittel zur Realisierung ihrer Kunst, würde es die Werke ihrer Gruppe „Nature Theater of Oklahoma“ nicht geben. Denn ihre Inspiration und Kreativität beziehen die New Yorker Künstler gerade aus den schwierigen Bedingungen, unter denen sie produzieren müssen.

Auch wenn sie nun mit ihrer Inszenierung „Life and Times – Episode 1“ am vergleichsweise gut subventionierten Wiener Burgtheater angekommen sind und zu zahlreichen Festivals in Europa eingeladen werden – ihre Ästhetik bleibt geprägt von den Hürden und Einschränkungen, die sie in den USA überwinden mussten. „In Amerika gibt es so gut wie keine staatlichen Gelder für Kunst. Wir bekommen hier keinerlei finanzielle Förderung“, erklärt Pavol Liska. „Und unter diesen Bedingungen als Künstler zu arbeiten, zwingt dich wirklich, darüber nachzudenken, was du tun willst und warum. Sonst wäre es einfach nur blöd, weiterzumachen.“ (mehr …)