Artikel-Schlagworte: „Thalia Theater“

Vorgeschlagen

von Nikola Richter

Das ist schön: Das tt-Blog 2010 befindet sich auf der Liste der eingegangenen Vorschläge für den diesjährigen Grimme Online Award, die wichtigste Webseiten-Auszeichnung. Neue Ideen können noch bis 15. März eingereicht werden, die Nominierten werden am 11. Mai 2011 bekanntgegeben. Also mitten im tt 2011!

In der Kategorie Kultur wurden bisher prämiert: Frischfilm, eine Kurzfilmplattform des Schweizer Fernsehens (2010), die Krimi-Couch, sowie die Kinder-Seite Tom (2009), der Auftritt des Intro-Magazins und die Literatur-Informationsseite Literaturport (2008), der im Blog Nach 100 Jahren veröffentlichte Briefwechsel der Schriftstellerin Annette von Droste-Hülshoff und das „Video- und Debattenportal“ Polylog der Satiresendung Polylux (2007), die Internet-Show Ehrensenf und das Gruppenblog der Zentralen Intelligenzagentur Riesenmaschine (2006), das Online-Archiv für internationale Poesie, die Lyrikline der Literaturwerkstatt Berlin (2005). Vorher, in den Jahren 2001 bis 2004, wurden kulturelle Angebote nicht in einer eigenen Kategorie ausgezeichnet. Theater war bisher kein einziges Mal vertreten! Es wird Zeit.

Zumal das Theater im Netz durchaus etwas hermacht, etwa das Thalia Theater mit Lessingtageblog und Debattenbereich, das Burgtheater mit dem fulminanten Einstieg „Welt Burg Dorf“ und über die Seiten gestreuten, meta-theatralen Zeichnungen oder die schnellsten Kritiken der Welt auf nachtkritik (war schon oft nominiert). Ich persönlich schätze das Archiv mit kurzen Texten europäischer Dramatiker auf Newplays-Blog sehr, für das ich auch ein wenig zuständig war, zusammen mit dem Team des Festivals „Neue Stücke aus Europa“. 41 Theaterautoren, darunter Mark Ravenhill, Lukas Bärfuss oder Biljana Srbljanović schreiben über ihr Arbeiten und ihre Arbeit auf der eigenen Sprache, auf Deutsch und Englisch.

Mittendrin: Rausgegangen

von Elisabteh Hamberger

In Nicolas Stemanns Inszenierung von Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie „Die Kontrakte des Kaufmanns“ stehen während der ersten Hälfte des Abends die Türen zum Theatersaal sperrangelweit offen. Elisabeth Hamberger und Judith Liere haben die Hinein- und Hinausgehenden gefragt, wie ihnen das gefiel.

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Geld oder Liebe

von Judith Liere

In einer Konsumgesellschaft, in der das Gehalt über Lebensglück oder -unglück entscheidet und der Gier keine Grenzen gesetzt werden, da lässt es sich schlecht lieben. Das klingt ein bisschen plakativ, gleichzeitig auch ziemlich banal – der britische Dramatiker Dennis Kelly hat trotzdem ein Stück daraus gemacht, und der Regisseur Stephan Kimmig hat es auf die Bühne gebracht.

Schon am Anfang ist alles zu Ende. Dennis Kelly lässt sein Stück mit einem Prolog beginnen und erzählt anschließend rückwärts: David, ein erfolgloser Londoner Lehrer, trägt den Email-Wechsel mit seiner französischen Ex-Affäre vor. Was harmlos mit Anekdoten aus dem Büro-Alltag beginnt, wird immer persönlicher, offener, radikaler und schließlich ist raus, was David getan hat: Er hat seine Frau sterben lassen, die nach einer Überdosis Beruhigungstabletten bewusstlos auf dem Bett lag, als er nach Hause kam, mehr noch – David ging los, kaufte Wodka, flößte ihn der Halbtoten ein, auf dass sie auch wirklich sterbe. Sie, und mit ihr die 70.000 Pfund Schulden, die sie durch ihre Kaufsucht angehäuft hat. 70.000 Pfund Schulden, die verhindern, dass David endlich das kaufen kann, was ihm zu seinem Glück fehlt: ein Ford Mondeo. (mehr …)

Kurz danach: Wortreich

von Elisabteh Hamberger

Vorhang runter, Kamera an: die Videokritik, diesmal mit Anna Pataczek und vielen anderen.

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Herzzahl: Gekauft

von TT-Blog Redaktion

Gesehen, gedacht, gepunktet. Direkt nach jeder tt-Premiere beurteilen wir die Inszenierung in vier Kategorien. Am nächsten Tag folgt eine ausführliche Kritik.

Heute: „Liebe und Geld“

* ROMANTIK // ♥ ♥ ♥ _ //

* PRODUCTPLACEMENT // ♥ ♥ _ _ //

* GEFÄLLIGKEIT // ♥ ♥ ♥ ♥ //

* SUSANNE WOLFF // ♥ ♥ ♥ ♥ //

Die alltägliche Glücks-Suche

von Anna Pataczek

David findet seine Frau Jess auf dem Bett liegend, sie hat eine Überdosis Tabletten geschluckt. Anstatt ihr zu helfen, flößt er ihr Wodka ein, um das Sterben noch zu beschleunigen. David wünscht sich einen Ford Mondeo. Und seine Frau leidet an Kaufsucht, verprasst alles Geld. Das verträgt sich eben nicht. Daniel Hoevels und Susanne Wolff spielen das Paar in „Liebe und Geld“ von Dennis Kelly am Thalia Theater in Hamburg (Regie: Stephan Kimmig). Anlässlich der tt-Premiere heute Abend trafen wir uns mit den beiden Schauspielern in der Garderobe des Deutschen Theaters.

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