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„This must be so boring for you!“

von Alexandra Müller

„Life and Times – Episode 1“, eine Produktion der New Yorker Company „Nature Theatre of Oklahoma“ für das Burgtheater Wien, spaltete das Publikum am zweiten Abend des Theatertreffens. Aber wieso? War es die beschwingte Musicalattitüde oder die uneingängige Konsequenz der Konzeptkunst?

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DIE NACHT DES 7. MAI

von Joachim Sartorius

Es gab die Eröffnungsveranstaltung „Kasimir und Karoline“ und es gab die Ansprache von Jack Lang. Beide erhielten gleich starken Applaus. Vor allem machte Lang sein Versprechen, „die deutsche Sprache zu malträtieren“, nicht wahr. Im Gegenteil, seine Aussprache war charmant und nahm für ihn und die deutsche Sprache ein. Das versicherten mir auch viele tt-Besucher, die sich durch den Kies an den Skihütten vorbei mühselig ihren Weg bahnten. Mir machte das Freude, weil ich die Idee hatte, ihn aus Paris, Place des Vosges, an die Schaperstraße zu locken. Die wichtigste Botschaft seiner Rede, nämlich ihn möglichst rasch zum ersten deutsch-französischen Kulturminister zu machen, ging allerdings unter. Die Festversammlung klatschte an anderen Stellen, zum Beispiel, als er sagte, dass die ideenlosen Politiker auf gar keinen Fall an der Kultur und am Theater sparen dürften. Das war eine richtige, ja unverzichtbare Aussage, aber warum hatten wir kein Sensorium für die wirklichen Visionen in seiner Ansprache? Dann kam die Aufführung des Schauspiel Köln. Man konnte sie, neben allem Künstlerischen, auch erleben als dringend nötige Legitimation für den Subventionsbetrieb.

„We Want People to Eat More Vegetables“

von Shane Anderson

Based on transcriptions of telephone conversations that Pavol Liska conducted with collaborator Kristin Worrall, the Nature Theater of Oklahoma has created a marathon musical worthy of the word epic. „Life and Times – Episode 1 derives from the first conversation Pavol Liska had with Kristin Worrall, wherein Kristin makes the first attempt to tell her life story; spanning from her birth until her eighth year.

I sat down with founders Kelly Copper and Pavol Liska to talk about epic theater, boredom, conceptual writing and the Super Bowl.

Pavol Liska. Photo: Kim Keibel

Kelly Copper. Photo: Kim Keibel


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Kann man sich lieben, wenn man kein Geld hat?

von Kai Kroesche

In Ödön von Horváths 1932 kurz nach der großen Weltwirtschaftskrise entstandenem Theaterstück „Kasimir und Karoline“ scheitert die Beziehung zwischen zwei jungen Menschen an einer trostlosen Realität, in der Arbeitslosigkeit und unerfüllte Sehnsucht nach sozialem Aufstieg romantische Gefühle unmöglich machen.

„Was sagt uns Horváths Volksstück heute?“ fragten wir uns und warfen einen ganz persönlichen Blick auf den beinahe 80 Jahre alten und doch ganz aktuellen Text. Auf dem Wiener Prater entstand eine filmisch inszenierte Reflexion des Stoffes, auf den Straßen von Berlin-Neukölln und -Kreuzberg wurden Leute mit zentralen Fragestellungen des Stücks konfrontiert. Inszenierung trifft auf Wirklichkeit – Theater auf Realität.

Erstausgestrahlt am 8. Mai 2010 im Foyer extra zum Theatertreffen auf 3sat.

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Unsere Kritik zur Inszenierung finden Sie hier.

Das Leben muss weiter gehen

von Barbara Behrendt

Ein Vergnügen war das nicht. Die Eröffnungsinszenierung „Kasimir und Karoline“ vom Schauspiel Köln, dem NT Gent und De Veenfabriek in der Regie von Johan Simons ist eine triste, teils unnahbare Angelegenheit. Aber das Durchhalten lohnt: Im nüchternen Blick Simons‘ liegt Hoffnung.

Angelika Richters Karoline kennt den Weg nach oben. Foto: Klaus Lefebvre

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Kurz danach: Fast live

von Elisabteh Hamberger

Vorhang runter, Kamera an: die Videokritik, diesmal mit Judith Liere.

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Zahlen, bitte!

von Judith Liere

Auf los geht`s los – heute abend im Haus der Festspiele, mit „Kasimir und Karoline“, zum vierten Mal dabei, inszeniert von Johan Simons, zum dritten Mal nach Berlin eingeladen. Wer hält eigentlich den Theatertreffen-Rekord? Eine Übersicht.

Heute abend, am 7. Mai 2010, startet das 47. Theatertreffen mit der ersten von zehn eingeladenen Inszenierungen. Das Eröffnungsstück „Kasimir und Karoline“ ist zum vierten Mal dabei, sein Verfasser Ödön von Horváth war schon zehn Mal vertreten, übrigens einmal mehr als Thomas Bernhard und genauso oft wie Samuel Beckett und Christoph Marthaler (als Autor), der mit seiner Inszenierung des Stücks 1996 ebenfalls eingeladen war und damit zusätzlich zu seinen zehn Einladungen als Autor auf insgesamt 13 Aufenthalte als Regisseur kommt.

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Vorsicht, Natur!

von Anna Pataczek

Die Einrichtung im Festspielhaus steht. Die Natur hat Einzug gehalten: Holzplanken führen über Kiesbetten, Sitzgelegenheiten sehen aus wie Steinhaufen und aus Holz wurden Schutzhütten gezimmert. Während sich Intendant Joachim Sartorius noch überlegt, Warnhinweise herauszugeben, haben wir die Tauglichkeit der Abendgarderobe getestet. Ein Ratgeber in vier Bildern. Und ein Podcast mit freiem Assoziationsfluss – den die verantwortliche Ausstatterin Kathrin Frosch in Bahnen lenken konnte.

Bei so viel ungehobelter Natur nimmt die Masche ihren Lauf.

Taschen-Tuch gegen staubige Kieselsteine.

Mit kurzem Rock ist nicht gut auf Felsen fläzen. Foto: Kim Keibel

Mit kurzem Rock ist nicht gut auf Felsen fläzen.

Immer schön auf dem Holzweg bleiben. Alle Fotos: Kim Keibel