Kulturblogger gesucht!

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Als wir den Theatertreffen-Blog 2009 ins Leben riefen, um die tt Talente-Sektion für junge Kulturjournalisten des Theatertreffens vom Zeitungsformat in ein Online-Erlebnis weiterzuentwickeln, waren wir mehr als freudig überrascht von der Unterstützung der Leserinnen und Leser, der Medienpartner und dem Erfolg des Projekts. In seinem dritte Jahr erreichte das Theatertreffen-Blog täglich um die 1.000 Einzelbesucher, kooperierte mit verschiedenen Publikationen, so etwa mit der Berliner Zeitung, dem englischen Berlin-Magazin exberliner und der Kulturplattform des Friedrich Verlags im Netz kultiversum. Über die Jahre wurde das Blog von verschiedenen künstlerischen Bloggerinnen unterstützt, etwa von Mary  Scherpe von stilinberlin und von Johanna von Stülpnagel (oheissa).

Und, es ist kaum zu glauben, bald betreten wir das vierte Jahr des Theatertreffen-Blogs, zusammen mit den Medienpartnern Berliner Zeitung und exberliner, finanziell unterstützt von der renommierten Rudolf Augstein Stiftung. Es soll wieder jungen Online-Talenten eine andere Diskussion über zeitgenössisches deutschsprachiges Theater ermöglichen. Ein Blog, das bereits vier Jahre existiert, kann man getrost als Klassiker bezeichnen, oder?

Für 2012 suchen wir fünf Kulturkritiker, Photographen, Illustratoren, Grafiker und Audiojournalisten bis 35 Jahre, die als Festivalredaktionsteam das Theatertreffen im Mai 2012 im Netz begleiten möchten. Die Teilnehmer sollten Theaterbegeisterung mitbringen, ein eigenes Blog haben, das sich mit Theater, kulturellen Themen oder aktuellen Debatten beschäftigt, auch anhand verschiedenster Medien. Das Ziel ist er, die Kulturberichterstattung im Netz weiterzuentwickeln und Theaterdiskussionen im Internet zu stärken.

Bei Interesse brauchen wir: einen tabellarischen Lebenslauf mit Geburtsdatum und Adresse, den Link zu dem eigenen Blog, ein bis zwei Arbeitsproben und einen Motivationstext von etwa einer Seite, der das eigene Interesse am Theatertreffen-Blog und an aktuellen Debatten darstellt. Deadline: 1. Februar 2012. Adresse: theatertreffen-blog (at) berlinerfestspiele (dot)de.

Mehr Informationen finden sich auf der Webseite der Berliner Festspiele.

Die endgültigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden Mitte Februar 2012 bekanntgegeben. Sie erhalten die Reisekosten nach Berlin erstattet sowie die Unterkunft (bei Nicht-Berlinern), Festivaltickets und eine Vergütung.


We want you!

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When we started Theatertreffen-Blog in 2009, developing the young arts‘ journalists section of the theatre festival Theatertreffen from a print programme into an online editorial experience, we were overwhelmed with the support of readers and the success of the project. In its third edition in 2011, the blog gathered around 1.000 unique visitors per day, collaborating with three different media partners, such as the Berlin daily Berliner Zeitung, the Berlin English magazine exberliner and the online cultural platform Kultiversum. Over the years, the blog also was supported by distinct artistic bloggers from Berlin, by Mary Scherpe from stilinberlin and by Johanna von Stülpnagel from redenswinger.

And, believe it or not, we are entering the fourth year of Theatertreffen-Blog, with our partners Berliner Zeitung, exberliner and with financial support by the renowned Rudolf Augstein Stiftung, making possible a different discussion about contemporary theatre with the ideas and works of online talents. A blog that runs for four years can be regarded as a classic, can it not?

For 2012, we are again looking for young arts‘ critics, photographers, graphic artists and audio journalists up to 35 years, that would like to participate in a festival editorial team, accompanying the festival in May 2011. Par­ticipants must be theatre enthusiasts with very good spoken German and their own blog (in German or English) on theatre, cultural issues and contemporary debates, prefer­ably in multimedia form. Our aim is to promote young online cultural journalism and to give theatrical issues a stronger presence on the web.

If interested, please send your CV including your date of birth and address, the link to your blog, one or two samples of your work and a short motivation letter why you’d like to be part of Theatertreffen-Blog 2012 to theatertreffen-blog (at) berlinerfestspiele (dot)de. Deadline: 1st February 2012. You will find more detailed information on the website of Berliner Festspiele.

Final participants will be announced in mid Februrary 2012. They will be paid their trip to Berlin, hosted in Berlin – if not Berlin residents – and given free festival tickets as well as a little remuneration.


Das elfte Element

Was vom tt11 bleibt, lässt sich in wenigen oder vielen Sätzen sagen. Was von uns Bloggern bleibt, ist knapper und kryptischer: #tt11. Mit diesem Hashtag auf Twitter wollen wir zur Spur im Netz werden, auch dann, wenn wir schon wieder in alle Welt verstreut sind. Doch weil das tt 11 aus und vorbei ist, braucht das Kürzel eine neue Bedeutung am besten für die Ewigkeit. Nur welche?

tt und 11. Und jetzt? Bei tt denkt man an Audi, bei 11 an 9/11. Nicht gut. Zu belastet. Lieber bei uns selber suchen. Also: Unser Blogger-Jahrgang war diejenige, der das Live-Bloggen aus dem Theater salon- oder zumindest theatertreffenfähig gemacht hat. Aber nicht ohne harsche Gegenkritik. „Das ist doch wie ein Liveticker beim Fußball!“, hörte man von allen Seiten. Und schon ist eine Bedeutung da. 11, das ist eine Mannschaft, in der jeder anders spielt, doch mit Position. #tt11, das bedeutet Echtzeit und Gegenwärtigkeit, auch im Theater.

Und überhaupt: Warum nicht Fußball? Etwas von der überschäumenden Begeisterung und gesellschaftlichen Relevanz, die Fußball hat, könnte auch das Theater gebrauchen. Emotion und Energie! Interkulturelle Verbrüder- und schwesterung statt blutleerer Verkopfung! Soziale Durchlässigkeit statt Elite! #tt11! Und warum nicht den Gedanken durchspielen, dass auch Theater wieder zu einer Naturgewalt werden könnte, wie es der Fußball ist – ein Element, das bewegt, berührt, Kräfte entfesselt? Theater, das elfte Element. (mehr …)


Die große plurale Rückschau

Nach drei Wochen zieht das gesamte tt-Blog-Team eine vielstimmige Bilanz, sortiert nach Eingang. Und dann ab.

Fazit im Bildformat. Jakob Kraze Foto: Yehuda Swed

Die Zeit während des Theatertreffens habe ich als eine sehr stürmische erlebt: viele neue Gesichter und Ideen, die einen mitreißen und manchmal auch umreißen können. Aber gerade das ist auch das Spannende – seinen Standpunkt zu verlassen und durch die Augen eines anderen zu blicken. Ich lernte neue Perspektiven kennen und gewann neue Erfahrungen. Das wiederum stärkt die Empathie und hilft, die anderen besser zu verstehen. Wir sind alle sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und haben unsere Eigenheiten in die Redaktion eingebracht. Die Symbiose dieser Persönlichkeiten in einem Produkt, dem Blog, fand ich sehr spannend. (Anna Deibele)

Ich erinnere mich an ein Festival, an dem viele starke tolle Frauen beteiligt waren. Intendantinnen, Kritikerinnen, Blogkoordinatorinnen, Stückemarktleiterinnen – die Liste lässt sich fortsetzen. Das Theater bleibt ein Ort, an dem ich mich wohl fühle, mich freue, meine Leidenschaft teilen zu können. Das tt 2011 war für mich auch ein Festival mit einem jugendlichen Geist, mit vielen jungen Autoren, Schauspielern und Regisseuren sowie einem Herbert Fritsch, der energetisch gesehen kaum älter als 30 Jahre alt zu sein schien. Und She She Pop-Vätern, die sich nicht von der Herangehensweise ihrer Töchter abschrecken ließen und so ein selten emotionales Theatererlebnis zugelassen haben. (Grete Götze) (mehr …)


Tagpolitik

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Es geschah in der Zeit, als die Nora beim Theatertreffen ihre Tutus raffte. Auf einmal standen da hübsch alliterierte F-Words in einer Reihe in der tt-Blog-Schlagwortwolke. Frau Frauen Freiheit. Die Frauen kamen langsam, aber gewaltig. In der Wolke, dieser Ansammlung von Artikel-Begriffen, gaben sich zu Beginn des Bloggens noch die Provinz und die Mutter fett und gewichtig, weil Iris Laufenberg den Muttertag und Katrin Schmitz ihre Provinzdifferenz beleuchtet hatten, doch schnell dominierte ein einziger Name. Herbert Fritsch wurde größer und größer, Fadrina Arpagaus verleitete das zum Ausrufen der „Herbert-Fritsch-Festspiele.“ Und obwohl das Blogteam zwei meinungs- und wortstarke US-amerikanische Mitglieder hatte, Cory Tamler und Matt Cornish, blieb die Wolke erstaunlich biodeutsch. Kein Englisch, nirgends. Die Wolke als mono-linguales Brachland. Oder nein: foreign angst und live-blog verstecken sich hinter der Kleinschreibung, aber beide beziehen sich auf deutsch-englische Mischtexte. Gilt das? Oder ist das erst recht ausgrenzend? Nach einer ausführlichen Luder-Debatte näherten sich Karin Beier und Kathrin Röggla immer mehr dem Mittelpunkt des Begriffsmonuments HF. Guttenberg streckte sich von oben, später dann auch Christoph Schlingensief. Wir müssen politischer taggen, forderte Leo Lippert auf Facebook! Wo sind meine Bildergalerien? ärgerte sich Yehuda Swed. Und ich frage mich jetzt nur noch, hinter welcher Tagpolitik sich Grete Götze und Anna Deibele verstecken. Annas Russenklischées bleiben höflich im Hintergrund, vielleicht treten ihre Audios bald hervor? Grete Götze schob Roger Vontobel mit ihrem ausführlichen Wochenendinterview in die Sichtbarkeit. Aber das Gute ist, all das kann sich noch ändern. All das bleibt in Bewegung.

Denn Schlagworte gibts genug. Von A wie Aino Laberenz bis V wie Video. Und nach einem Blick in die Tagespresse, die ich schändlicherweise in den vergangenen Wochen vernachlässigt habe, springen mir die Worte ins Gesicht, die die echte Tagpolitik gerade bestimmen: Strauss-Kahn, Osama bin Laden, Fukushima, Krieg in Libyen, Cannes. Wie konnte mich die tt Wolke bloß so verschlingen?


Zwei Kritikerinnen

Theaterkritik, wohin gehst du? Ein Gespräch mit Sigrid Löffler und Christine Dössel über den Spaß an Verrissen, Dinosaurier des 20. Jahrhunderts und Klagen gegen den eigenen Arbeitgeber.

Sigrid Löffler und Christine Dössel. Verschwommenes Foto: Grete Götze oder Nikola Richter, fotografisches Talent ausbaufähig

Nikola Richter: Sigrid Löffler, Sie haben lange das Feuilleton geprägt, beim österreichischen Magazin „profil“, bei der Wochenzeitung „Die Zeit“ etwa. Wir möchten mit Ihnen über Ihre Berufserfahrungen sprechen, um etwas für unseren Berufsweg mitzunehmen. Wie sind Sie Kritikerin geworden?
Sigrid Löffler: Kritiker kann man nicht werden, nur sein. Ich habe mich vom politischen Journalisten zum Kulturjournalisten entwickelt. In Österreich war es relativ leicht, als Kritiker einen neuen Ton und einen neuen Stil zu etablieren, denn die Kritik war verkommen: ein kriterienloses selbstzufriedenes Geschmacksgerede, Daumen rauf, Daumen runter, ohne Kenntnis der und ohne Interesse für die neuen Entwicklungen der Kunstwelt im Ausland, namentlich in Deutschland.

NR: Wie sah Ihre Form der Kritik aus?
SL: Ich habe adornitisch argumentiert, analysiert und Vergleiche angestellt, und mein Geschmacksurteil war sekundär.

Grete Götze: In einer Kritik muss also nicht stehen: „Diese Inszenierung ist gelungen“?
SL: Es muss vor allem nicht drinstehen: „Das ist die gelungenste Inszenierung des vergangenen Jahrzehnts.“ Solchen Blödsinn habe ich nie geschrieben. Aus der Rezension sollte das kritische Urteil implizit hervorgehen. Als ich jünger war, hat es mir Spaß gemacht, scharfe und witzige Verrisse zu schreiben. Heute nicht mehr.

GG: Warum?
SL: Mit guten Verrissen kann man sich als junger Kritiker leicht und rasch einen Namen machen. Es gibt aber wenige Dinge, die zu verreißen sich wirklich lohnt. Zeug, das nichts taugt, taugt auch nicht dazu, sich damit auseinanderzusetzen. Außer, es ist wirklich auf eine so ärgerliche Weise misslungen, dass es schon wieder exemplarisch ist.

GG: Wie kam es dazu, dass Sie von der politischen Journalistin zur Kulturjournalistin wurden?
SL: Man müsste eher fragen: Wie kam es dazu, dass ich in der Politik angefangen habe? Ich war durch mein Studium gepolt auf die Künste, aber mein erster Chefredakteur wollte mich in der Politik sehen. Ich bereue diesen Seitensprung nicht, bin froh, auch als Kulturjournalist politisch zu denken. Es ist ein nicht ganz unschlauer Weg für einen Journalisten, als Allrounder anzufangen und sich dann zu spezialisieren.

NR: Haben Sie sofort als Redakteurin angefangen?
SL: Ja, das waren die märchenhaften Zeiten des 20. Jahrhunderts: Man wurde sofort angestellt. Ich habe gleichzeitig immer schon versucht, mir in Deutschland einen Namen zu machen. Irgendwann bemerkt man die Disproportion zwischen dem eigenen Ehrgeiz und dem kleinen Land Österreich. Dann muss man aus Wien weggehen.

GG: Kritisieren Männer und Frauen auf unterschiedliche Art und Weise?
SL: Es gibt sachorientierte Kritiker, und es gibt eitle, narzisstische Kritiker, die in erster Linie darüber schreiben, ob sie heute Kopf- oder Bauchweh haben und dann in der dritten Spalte darauf kommen, dass sie auch ein Theaterstück gesehen haben. Das ist aber nicht nach Geschlechterrollen aufzuteilen.

NR: Aber man redet öfter von Kritikerpäpsten als von Kritikerpäpstinnen, warum? (mehr …)


„Schon wieder eine, die das Rad neu erfinden will“

Iris Laufenberg bei einer Diskussion mit Gegenwartsdramatikern während des Theatertreffens 2011. Foto: Piero Chiussi

Ein Gespräch mit Iris Laufenberg, der scheidenden Leiterin des Theatertreffens, über Anfangseinsamkeit, die Unabhängigkeit der Jury und trockene Schäfchen.

Frau Laufenberg, das Festival läuft gut. Warum hören Sie auf?
Der Intendant wechselt, da ist es üblich, neu anzufangen. Und die Ziele, die Joachim Sartorius und ich uns gesetzt haben, haben wir erfüllt.

Welche Ziele?
Das Haus der Berliner Festspiele beleben. Wir haben hart daran gearbeitet. Sieben von zehn Produktionen sind hier, es gibt Konzerte, Debatten, die Leute bleiben nach der Vorstellung. Die Gegenwartsdramatik fördern ist ein anderes Ziel. Die deutschsprachige Dramatik läuft gut, aber es ist noch nicht so weit, dass hier wie selbstverständlich ein rumänischer Autor auf dem Spielplan sieht.

Was hätten Sie rückblickend anders gemacht?
In einer 48 Jahre alten Struktur muss man die Dinge langsam angehen, dachte ich. Ich habe mich erst letztes Jahr getraut, den schriftlichen Vorverkauf abzuschaffen. Jetzt gibt es nur noch online Karten, und natürlich an der Kasse und telefonisch, wie auch schon vorher.

Aber die sind immer noch sehr teuer.
Das Theatertreffen ist kein Studentenfestival, dennoch biete ich Studentenkartenkarten an. Das Festival ist subventioniert von der Kulturstiftung des Bundes. Dass es völlig den Mantel des Elitären abwirft, war auch nicht gewollt, aber es möchte seine Türen öffnen.

Sind Sie erleichtert, die Leitung abzugeben?
Ja, wobei mir das Festival keine Last mehr ist. Wenn man diese Leichtigkeit spürt, muss man wieder neue Brocken den Berg hochschieben, denn das geht ja nicht, dass man selbstzufrieden wird.

Was war eine schwierige Erfahrung für Sie? (mehr …)


Preisverleihung …


Unruheland Ungarn?

So titelte die März-Ausgabe von „Theater der Zeit“. Was denken ungarische Kritiker und Theaterschaffende, die über das Berliner Theatertreffen berichten, von den Vorgänge in ihrem Land? Ich treffe Krisztián Faluhelyi, der an der Eötvös Loránd Universität in Budapest über Brecht und Lars von Trier promoviert und für die ungarische Theaterzeitschrift „Színház“ schreibt, und die ungarische Theaterwissenschaftlerin und Humboldt-Stipendiatin Gabriella Kiss zu einem Gespräch.

Ungarn am Theatertreffen: Gabriella Kiss und Krisztián Faluhelyi. Foto: Fadrina Arpagaus

Katastrophenalarm aus Ungarn. Die neue Rechtsregierung um Viktor Orbán hat nicht nur das umstrittene Mediengesetz durchgesetzt, sondern soll auch einen richtigen Kahlschlag im Kulturbereich planen. Schon ist bekannt, dass der Etat des Nationaltheaters in Budapest um 1,5 Millionen Euro, also rund 20 Prozent des Budgets, gekürzt werden soll. Auch die freie Szene, die sich erst in den letzten zehn Jahren so richtig entwickelt hat, ist betroffen. Als ich Krisztián Faluhelyi nach den Vorgängen in seinem Land frage, erwarte ich Empörung, Wut, Aufstandsgedanken. Statt Katastrophen- aber erst einmal Fehlalarm: „Ich denke in vielen Hinsichten anders als die neue Regierung, ich habe eine eher linke Weltanschauung. Aber was das Mediengesetz betrifft, möchte ich mit einer Einschätzung noch etwas abwarten und schauen, was passiert. Ich halte den Aufruhr für übertrieben.“

Eine solche Antwort habe ich von einem Theaterkritiker nicht erwartet. Krisztián erklärt mir, warum er so gelassen ist: Noch ist in Ungarn vieles Gerücht. Niemand kann die Pläne der Regierung wirklich überprüfen. Und neutrale Sprecher gibt es gerade nicht, die Berichterstattung ist extrem politisch aufgeladen, und zwar von links wie von rechts. „Im Moment sehe ich weit und breit niemandem, dem ich vertrauen kann“, sagt Krisztián. „Und darum möchte ich weder auf die eine noch die andere Richtung einschwenken.“ Krisztiáns Kollegin Gabriella Kiss stelle ich die gleiche Frage: „Wie stehst du zum neuen Mediengesetz und den geplanten Kulturkürzungen?“ Ihre Gegenfrage: „Muss ich wirklich darauf antworten?“ (mehr …)


Alles Gold was glänzt * Mario Salazar


An American Melodrama

After watching the Theatertreffen premiere of „Death of Salesman“, directed by Stefan Pucher, we’re sitting on the banks of the Spree River in Berlin to chat through what we just saw. While we work away – selling our carefully crafted language to our adoring public – the artists are being honored, their hangers-on are smoking and drinking behind us.

Matt: I’m disappointed that we’re getting the Beatles for the premiere party music right now – I feel like Elvis would be more appropriate.

Leo: Definitely. The Lomans tonight even had an Elvis record in their fancy 50s living room.

Friederike Wagner; Jan Bluthardt; Sean McDonagh. Photo: Tanja Dorendorf/T+T Fotografie.

Matt: Did you read it as 50s? I saw the set as more late 60s, with all the burnt-orange furniture and mod chandeliers. And that gorgeous Ford Thunderbird was definitely 1960s.

Leo: True. I have to say that I’m not really sure how to read the period. It felt more like a juxtaposition of any Americana they could get their hands on.

Matt: Like the giant statue of a baseball player for example!

Leo: Or the stand with the USA postcards on it.

Matt: „Death of a Salesman“ was written by Arthur Miller in 1949, and when produced in a „period“ style, it’s usually set in the 1950s. The play has that brooding post-war feeling, in which the idea that everything is possible, if you only put your mind to it, was already proving to be deceptive and destructive. (mehr …)


Under surveillance

Theatertreffen on the streets of Berlin: Rimini Protokoll’s new piece „50 Aktenkilometer“, an audio walk through Mitte about GDR state security, can be experienced starting today. We took part in a try-out, which inspired this audio slide show, a piece about spies, surveillance and strangers.


Talentetreffen 2011

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Seit 2006 laden die tt Talenteplattformen die ehemaligen Talente für einen Vernetzungstag, das Talentetreffen, ins Haus der Berliner Festspiele. In diesem Jahr diskutierten mehr als 120 Teilnehmer über Rollenzuschreibungen im Theaterbetrieb, als Künstler, aber auch bezogen auf Geschlechterbeziehungen. Die Einführungsreden der argentischen Schauspielerin Maricel Álvarez und des Schauspielerregisseurs Herbert Fritsch eröffneten das Spielfeld: weg von Dichotomien (Álvarez), kritisch sein gegenüber Anweisungen (Fritsch). Ihre persönlichen Standpunkte zum Motto der Minikonferenz „Gender your role“ stellten Alumni in Tischgesprächen vor. Anstatt eines Tagungsberichts haben wir eine Bildergalerie mit vielen Menschen und einigen Positionen zusammengebaut. Wer noch Ergänzungen hat: Kommentare und Bemerkungen bitte bei uns lassen.

Über die tt Genderdebatte hat Leo Lippert ausführlich in seinem Beitrag nachgedacht.


I saw the Lion King: American theater through German eyes

During Friday night’s discussion in HAU 2, a panel of performance artists, artistic directors, dancers, and cultural politicians debated the state of the „free theater scene“ in Germany. On the table were financial infrastructure, artistic freedom, audience development, interaction of the free scene with state-funded theater, political lobbying and more. Here’s my problem with the problems: in searching for answers, Germany isn’t looking any farther than its own backyard.

We’ve already taken a look on this blog at some of the stereotypes about German theater that appear in English-speaking media. But Germany has plenty of stereotypes and assumptions to match. One biggie: American theater is just not interesting.

You’re welcome to argue for the truth of that statement. And if your knowledge of American theater is a bit broader than Broadway, I’m ready to listen to you. However, my experience is that the complete lack of interest German theatermakers have for American theater is matched by a complete lack of insight into the American theater system and community. I talk to directors, actors, artistic directors, designers, and playwrights here who have grossly limited views of my country’s theater landscape. Statements I’ve recently heard:

  • Oh, but I thought you could get the money to produce anything in America if you cast the right star!
  • Hm, I had no idea there was theater going on in Chicago.
  • Yes, I’ve seen American theater. I saw a touring production of The Lion King.

Outside of the United States, American theater is synonymous with big, commercial Broadway musicals. And in general, it’s not my business to complain about that. (mehr …)


„Verrücktes Blut“ – Public Viewing

Am Freitag, 13. Mai war der Saison-Theaterhit „Verrücktes Blut“ auf großer Leinwand im Freiluftkino im Sony Center zu sehen. Das Theatertreffen-Blog war mit Kamera vor Ort dabei.

Public Viewing „Verrücktes Blut“ im Sony Center – Berlin Potsdamer Platz from Anna Deibele on Vimeo.

Gründe, um zu einem Public Viewing zu gehen:

1.) Du sieht das Stück mal anders.
2.) Du bist in Gemeinschaft mit ganz vielen anderen.
3.) Du darfst deinen Liegestuhl und Picknickkorb mitnehmen.

Drei Gründe um nächstes Jahr rechtzeitig Karten für das Theatertreffen zu kaufen:

1.) Dein Sitzplatz ist dir garantiert.
2.) Du verstehst, was die Protagonisten sagen.
3.) Du siehst echte Menschen vor dir und bist hautnah dabei!

Das nächste Public Viewing findet am Sonntag, 15. Mai um 16 Uhr mit „Das Werk/Im Bus/Ein Sturz“ im Sony Center am Potsdamer Platz in Berlin statt. Der Eintritt ist frei!