Ably and Competently

Don Carlos staged thoroughly as Don Carlos

The men who hold the power stand at the back of the stage, literally behind the scenes. They wait quietly in dark suits and sunglasses, their hands behind their backs, casting large, looming shadows. In the lights at the front of the stage, the men who struggle and cry and storm recognize their limitations only at the end, not having imagined that the walls towering proudly around them only keep them in, that their protectors actually limit their freedom, controlling the actions they believed they were choosing themselves.

Burghart Klaußner; Christian Friedel; Matthias Reichwald; Thomas Eisen; Christian Erdmann. Photo: David Baltzer

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Don Carlos * Friedrich Schiller


She He Chat

In Testament, the performance group She She Pop brings their own fathers onstage. Through questions, through songs, and through re-enactments of rehearsals, phone calls and arguments, She She Pop uses „real“ material to explore the „real“ generational shift happening in their „real“ lives. After seeing the show, Matt and Cory shared thoughts through a „real“ GChat session.

Cory and Matt GChatting about Testament.

Cory: Okay. Let’s talk about Testament. My mom read Leo’s interview with one of the fathers, and she’s jealous. She wants me to do a production with moms.

Matt: Well, She She Pop is not planning a production with mothers, so it’s open for you! Your mom was able to read Leo’s interview in German?

Cory: Yes. She lived in Germany, years ago.

Matt: Cool! I didn’t realize until yesterday that the German word „Testament“ is not the same as the English testament, which has a much broader definition.

Cory: What is it specifically in German? Testament as in, will?

Matt: Yup.

Cory: While in English it can mean a lot more. Tribute, for example. Or statement.

Matt: And I found the performance itself to actually have quite an American feel to it. (mehr …)


Noch wirklicher!

Unser Live-Blog vom Publikumsgespräch zu „Testament“. Mieke und Manfred Matzke, Sebastian und Joachim Bark, Fanni und Peter Halmburger, Lisa Lucassen, Barbara Burkhardt (Moderatorin), und Christine Wahl (Theatertreffen-Jurorin) sitzen auf der Bühne und erwarten uns.

22:30 Barbara Burckhardt: Es gibt mehr Töchter und Väter in der Besetzung als es eigentlich Platz in der Inszenierung gibt. Wie funktioniert das in verschiedenen Vorstellungen?

Mieke Matzke: Ja! Wir haben insgesamt vier verschiedene Versionen. Manchmal muss irgendjemand mit den Kindern zu Hause bleiben oder reist und kann nicht mitspielen.

22:40 Burckhardt: Die Szene, wo ich immer an meisten mitgenommen bin, ist die langsame Steigerung der Pflege. Wie entstand die Szene? (mehr …)


Der Penner ist jetzt schon wieder woanders * Juri Sternburg


Foreign Angst * Konradin Kunze


Live-Blog vom Publikumsgespräch zu „Der Kirschgarten“

Theatertreffen-Blogger Matt Cornish sagt, dass die Figuren inDer Kirschgarten die Zuschauer anstürmen. Heute Abend hat das Publikum auch Gelegenheit zu stürmen; zu fragen und zu diskutieren – beim Publikumsgespräch zu dieser Inszenierung. Ab circa 23.10 sind Regisseurin Karin Henkel, Dramaturgin Rita Thiele und das Ensemble aus Köln im Gespräch zu erleben. Dazu gibt es hier ein Live-Blog.

23:45 Es wird dem Publikum ermöglicht, noch bis maximal 24 Uhr weiter zu diskutieren, allerdings – wird hinzugefügt – wäre es wirklich schöner, die Schauspieler nach dem langen Tag jetzt schon zu entlassen. Da kommen keine Fragen mehr, das Publikumsgespräch ist beendet und während ich dies hier tippe, sind schon fast alle Zuschauer auf der Treppe nach unten – in die frische Luft hinaus, raus aus der anfänglich entschuldigten Hitze.

23:43 Laut der Uhr von Barbara Burckhardt sind jetzt exakt 45 Minuten erreicht. (mehr …)


Testament * She She Pop


Guttenbergs Testament

Frei nach dem Freiherrn: Die copy-and-paste Vorabkritik zur tt-Premiere „Testament: Verspätete Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Lear“ von She She Pop.

Zu den befremdlichen Erscheinungen des zeitgenössischen Theaters gehört die Tendenz, private Befindlichkeiten auf die Bühne zu zerren. Zum ersten Mal seit fast fünfzehn Jahren muss ich mich nicht mehr verstecken, verteidigen, mich meiner speziellen Neigung nicht mehr schämen. ICH LIEBE SHE SHE POP. Die Schwestern im Geiste, die zusammen als She She Pop arbeiten, haben ihre Väter aus der Reserve und auf die Bühne gelockt. In Testament. Verspätete Vorbereitungen zum Generationswechsel nach Lear machen sie das Fass des Lebensgefühls von Kindern der 68er-Generation auf. Ein Abend mit Papa? Keine gute Idee. Klingt nach exhibitionistischem Pseudo-Authentisch-Theater. Doch so, wie sie jetzt zusammen agieren, steht die Anerkennung der Unterschiede im VordergrundDas geschieht in einem grandios verworrenen Chor, bevor ein kollektives, etwas eingetrübtes „I love you“ angestimmt wird und sich Väter und erwachsene Kinder zu einem Menschenhaufen auf der Bühne zusammenlegen – am Ende werden wir alle zu Staub.


Der Kirschgarten * Anton Tschechow


Rasterfahndung

Stichtag 9. Mai 2011: Beim heutigen Zensus wird Deutschland durch den Fragebogen gedreht. Auch im Theater versucht man sich bei Publikumsumfragen in der Kunst der richtigen Kästchenwahl, in der tt-Jury hingegen hatte ein Kritikerfragebogen keine Chance. Wie berechenbar sollen Welt und Theater sein?

Ein Fragebogen hat ja im Grunde etwas Dankbares: Die Fragen lassen sich prinzipiell immer beantworten. Und so endet das Ausfüllen meist mit dem guten Gefühl, der Welt beigekommen zu sein. 82 Millionen Deutsche, 400 Theaterinszenierungen pro Jahr – wie könnte man sonst bloß Ordnung in diese Überfülle bringen?

Im Herbst 2010 stand auch der Theatertreffen-Leitung der Sinn nach letztbegründbarer Struktur: Sie überreichte ihrer Jury einen Fragebogen mit diversen Kategorien und Kriterien (zum Beispiel „zukunftsweisend“, „unkonventionell“, „den Zeitnerv treffend“) zur Bewertung von Inszenierungen. Die Anweisung „Sie müssen zum Schluss auf eine Gesamtzahl von insgesamt 16 Punkten kommen“ glich einer Aufgabe für Grundschüler; die Degradierung des Kritikers zum Beamten einer Berufsstolzverletzung. Die Jury tat das einzig Mögliche, um dem Theater nicht Unrecht zu tun: Statt Rasterfahndung nach den bemerkenswertesten Inszenierungen behielt sie ein Auge auf das, was durchs Raster fiel. Weil Theater noch immer dann am meisten interessiert, wenn es ausrastet, ob nun die Schauspieler auf der Bühne oder die eigene Wahrnehmung.

Natürlich macht es Sinn, zu wissen, wie viele Kindergärten, Schulen und Altersheime Deutschland in Zukunft braucht. Aber in der Berechenbarkeit der Welt, die ein Fragebogen vorgaukelt, liegt auch eine große Gefahr, denn der Fragebogen ist nicht unschuldig, sondern eine gezielte Suchmaschine. Er ist dem zufriedenen Konsumenten, dem staatsgetreuen Bürger, dem glücklichen Theaterbesucher auf der Spur. (mehr …)


U – S – A!

A German, a Pole, a Romanian, and an Englishman sit down for a discussion in front of an audience in Berlin.

From left to right: Małgorzata Sikorska-Miszczuk, Peca Ştefan and Simon Stephens. Foto von Piero Chiussi.

What language do they speak? English, of course. I don’t imagine that you had to guess.

“How embarrassing. This is the nature of colonialism. But at least I can blame America!”

British playwright Simon Stephens (Christmas, Pornography, The Trial of Ubu, and quoted above) gave the keynote address at the opening of the 30th Theatertreffen Stückemarkt (play market) this afternoon. Though he’s widely produced internationally, especially in Germany, he can’t speak any languages other than his imperialist own. Luckily, everybody speaks passable English and they’re willing to humor him (and the rest of us Anglophones). Even though the German, Pole, and Romanian playwrights also on stage – Stefan Schmidtke, Małgorzata Sikorska-Miszczuk (2011 Stückemarkt invitee), and Peca Ştefan (2010 invitee) – are perhaps more comfortable with Russian.

I, for one, am glad not to have to learn Russian to get around in the world. „U – S – A!“ But back to the keynote address.

Stephens has learned five things by having his plays staged in Germany by director Sebastian Nübling, watching his crafted dialog disappear into incomprehensible babble. You can read about these five points in his speech, posted here (preview: the German theater „may be loosely defined as swimming in a surprising amount of both blood and sperm.“)

Addressing the necessity of international productions for playwrights, to close the debate that followed his speech, Stephens said, “What we do as writers is try to tell a story that helps us to understand ourselves and our relationship to society. When I travel, the world shifts. And I try to bring that into my plays.” His advice to young playwrights is to travel and to think like a soccer/football player: Don’t think too far ahead. Just pass the play, take the shot. “If you think about your career, you’re fucked. All you can do is write your next play, make the next line as good as possible.”

And try to get your work translated into English, of course.


Theaterpreis Berlin 2011 verliehen

Der Regisseur Dimiter Gotscheff, die Schauspielerin Almut Zilcher, sowie die Schauspieler Samuel Finzi und Wolfram Koch erhalten den Theaterpreis der Stiftung Preußische Seehandlung für ihre Theaterarbeiten, darunter „Iwanow“ oder „Die Perser„. Er wurde am Sonntag, 8. Mai, im Rahmen des Theatertreffens Berlin, verliehen. Das Preisgeld von 20.000 Euro überreichte der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit. Die vier Preisträger über „Gemeinschaft“, und ihre Bühnenbildnerin Katrin Brack über die gemeinsame Arbeit.

Wir gratulieren!


Moments

 


Expertentisch …

Heute eröffnet um 17.30 Uhr der Stückemarkt mit dem Impulsreferat „Skydiving Blindfolded“ des britischen Dramatikers Simon Stephens und einem Expertentisch mit der polnischen Autorin Małgorzata Sikorska-Miszczuk, dem rumänischen Autor Peca Ştefan und Simon Stephens. Moderation Stefan Schmidtke. Sie diskutieren über „Infinite Diversity in New European Writing“. In englischer Sprache, Eintritt frei. Oberes Foyer, Haus der Berliner Festspiele.