Artikel-Schlagworte: „Ballhaus Naunynstrasse“


I saw the Lion King: American theater through German eyes

During Friday night’s discussion in HAU 2, a panel of performance artists, artistic directors, dancers, and cultural politicians debated the state of the „free theater scene“ in Germany. On the table were financial infrastructure, artistic freedom, audience development, interaction of the free scene with state-funded theater, political lobbying and more. Here’s my problem with the problems: in searching for answers, Germany isn’t looking any farther than its own backyard.

We’ve already taken a look on this blog at some of the stereotypes about German theater that appear in English-speaking media. But Germany has plenty of stereotypes and assumptions to match. One biggie: American theater is just not interesting.

You’re welcome to argue for the truth of that statement. And if your knowledge of American theater is a bit broader than Broadway, I’m ready to listen to you. However, my experience is that the complete lack of interest German theatermakers have for American theater is matched by a complete lack of insight into the American theater system and community. I talk to directors, actors, artistic directors, designers, and playwrights here who have grossly limited views of my country’s theater landscape. Statements I’ve recently heard:

  • Oh, but I thought you could get the money to produce anything in America if you cast the right star!
  • Hm, I had no idea there was theater going on in Chicago.
  • Yes, I’ve seen American theater. I saw a touring production of The Lion King.

Outside of the United States, American theater is synonymous with big, commercial Broadway musicals. And in general, it’s not my business to complain about that. (mehr …)


Das Leben nach dem Post

Multikulti- versus Leitkulinarik: Das Büffet im Haus der Berliner Festspiele. Foto: Fadrina Arpagaus

Die Debatte ums „postmigrantische Theater“ wirft Fragen auf. Vor allem die Frage, was die Diskussion überhaupt bringt. Und was sie über diejenigen aussagt, die sie führen.

Wie migrantenfreundlich sind eigentlich die Berliner Festspiele? „Nee, türkisch sprech ich nich“, sagt Nachtpförtner Georg Mikulla, „das wird hier nich gebraucht.“ Die Anzahl Frauen mit Kopftuch im tt-Publikum ist pro Abend im Schnitt gleich Null, an der Kasse kann man seine Tickets nicht mit Dirham zahlen, und die Hausordnung ist auf trockenem Deutsch – und ausschließlich auf Deutsch – verfasst. Am Büfett in der Kassenhalle steht aber neben einem Turm gutdeutscher Leitkultur-Brezeln und Leitkultur-Kartoffelsalat eine Schüssel Couscous. Immerhin.

Aber statt subjektiver Eindrücke hier lieber die offiziellen Zahlen: Im Berliner Festspielhaus haben zurzeit 15 von 88 Beschäftigten „Migrationshintergrund“, vom temporären Büffet-Mitarbeiter über den Maskenbildner bis zur Projektassistentin. Genauere Auskünfte gibt es aus „Personenschutzgründen“ nicht – natürlich, die Herkunft kann gegen einen verwendet werden. Doch die Personalabteilung engagiert sich: Man hat eine Arbeitsgruppe zum Thema, bespricht es häufig intern und bevorzugt „migrantische Bewerbungen“. Das ist alles so wunderbar politisch korrekt, dass es fast weh tut.

An dieser Stelle muss ein Aufschrei kommen: Politisch korrekt darf alles sein – aber nie, nie, nie das Theater! Trotzdem diskutiert seit Beginn der Debatte ums „postmigrantische Theater“ die Theaterwelt (nicht ganz uneigennützig) landauf, landab, wie man die Institution auch für „M+Ms“, so genannte „Menschen mit Migrationshintergrund„, öffnen könnte. Doch Döner-Häppchen am Premierenfeier-Büfett, in allen Sprachen der UNO übertitelte Theaterstücke, eine arabisch sprechende Pförtnerin, Migrantensitzplätze im Theater analog zu den Frauensitzen im Bus – ist es das, was wir wirklich wollen? (mehr …)