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Raum-Zeit-Kontinuum

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Der tt Gang mit still stehender Bahnhofsuhr.

Die Zeit steht still. Hier, im 3. Stock im Haus der Berliner Festspiele, ist es gerade immer Viertelvorzwölf. Hier befinden sich die meisten Büros der Mitarbeiter des Theatertreffens, rechter Hand geht es beispielsweise hinein zu Iris Laufenberg. Der Flur, der am Montag noch voller Kisten stand, ist nun wieder wie leergefegt, alle Ordner, Tassen, Wimpel sind ausgepackt. Über die internen Mailinglisten laufen Suchanzeigen für vermisste Gegenstände wie Regal-Stabilisierungskreuze oder quadratische Spiegel. Vielleicht sollte ich einen Aufruf für eine neue Batterie der Flur-Uhr starten? Immer, wenn ich den Gang entlang laufe, fällt mein Blick auf ihr Ziffernblatt, und mein Tagesplan bekommt eine kleine Erschütterung: „Wie, schon so spät – oder früh?“ Ich bin verunsichert, durch meinen Kopf rattern To-Do-Listen.

Ich versuche daher lieber, die eingefrorenen Zeiger als Symbol zu verstehen, dafür, dass bald, beim Festival im Mai, Zeit und Raum relativ werden. Egal ob Donnerstag oder Sonntag, jeder Tag ist dann Festivaltag, die innere Uhr läuft mit Festivalstrom und das fühlt sich so an, wie „ungefähr heute“ (Zitat aus „foreign angst„, Konradin Kunze, eingeladen zum Stückemarkt 2011). Genauer brauchen wir es ja nicht, oder? Und zumindest beruhigt es mich, dass die Uhrzeit zweimal am Tag stimmt…