Artikel-Schlagworte: „Tobi Müller“


Live-Blog of the „Via Intolleranza II“ talkback

Tonight is the last official night of the Theatertreffen, and we are blogging up to the final minute, with the last of our live blogs. Starting at 22:00, you can follow the Via Intolleranza II audience discussion here. I will be sharing the threads the discussion follows and my impressions and reactions – all in the role of an audience member, filling the seat of those of you who can’t be here but wish you could. So get that „refresh“ button ready, and please feel welcome to comment (in English or German). And as preparation, read up on Christoph Schlingensief’s opera village.

Via Intolleranza II Mamounata Guira Foto: Yehuda Swed

Mamounata Guira (Performer, Via Intolleranza II). Foto: Yehuda Swed

22:13 The talkback is scheduled to start in two minutes – a little later than planned. The show ran until shortly before 10pm, and it’s our last night to enjoy the garden bonfire, after all…

22:17 Slowly but surely, the audience brings its pretzels and beer upstairs. Maybe they were all busy downstairs at the donations booth, responding to the call for donations to the opera village during the curtain call.

22:19 By the way, I hate to spread stereotypes – but I’m really not kidding about the pretzels and beer.

22:20 Here we go! Curious to see how this plays out, because I know a couple of people on the podium don’t speak German.

22:22 Got it. Wilfried Zoungrana’s on it.

22:26 A question on the actors from Burkina Faso about the casting in Ougadougu: Why did you want to participate? How did you end up participating? There were 300 people participating – why did you want to take part? Isabelle Tassembedo: „I’ve never acted before, I came because I heard they needed a woman of my age. And as soon as I got there, I realized there was no language barrier. Even though we didn’t speak the same language, I understood him.“ (Also, a correction from Tassembedo: „actually, there were 400 participants.“)

22:30 Schlingensief has a convert to the theater through Tassembedo: „I had a lot of fun. I think I’ll keep going.“

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Live-Blog zum Publikumsgespräch zu „Tod eines Handlungsreisenden“

Heute Abend stellten sich Stefan Pucher und sein Ensemble von der zum tt eingeladenen Inszenierung „Tod eines Handlungsreisenden“ im Radialsystem den Fragen des Publikums. In unserer beliebten Serie „live-blog“ sollten Sie ab 22.30 Uhr erfahren, worüber diskutiert wird. Da der kabellose Netzzugang die Spielstätte aber bereits den ganzen Tag im Stich gelassen hatte, musste auch ich das Blog offline schreiben. Und im Nachhinein hochladen.

22:40: Ein handvoll Enthusiasten sind von einem zahlreichen, eher bürgerlich-gesetzten Publikum übrig geblieben. Mit einer leichten Verspätung geht das Publikumsgespräch los. Der Moderator Tobi Müller kommt auf den Song „I’m set free“ von Velvet Underground zu sprechen, der am Ende von allen Schauspielern musiziert und gesungen wurde.

22:43: Der Regisseur Stefan Pucher versteht den im Song als eine Art Befreiungsschlag. Das gemeinsame Musizieren wäre auf jeden Fall eingeplant gewesen, aber so recht wussten alle nicht wohin damit: „Man trifft sich halt, man macht Musik!“ Ist leider auch so angekommen. Die Musikszene banalisiert das Ende und zwar unnötig.

22:45: Tobi Müller meint, im Stück die Wirtschaftskrise wieder erkannt zu haben. Pucher sieht darin eher die Verarbeitung seiner Englisch-Leistungskurs-Traumas. Das Stück kam ihm damals wahnsinnig düster vor: „Als würde man Krebs kriegen davon!“ Inzwischen sieht er „Den Handlungsreisenden“ als ein paranoid positives Stück mit einer wahnsinnigen Energie von Aufbruch. Deswegen auch der Song am Ende letztendlich als Entspannungsszene für die Protagonisten gedacht. Publikum lacht.

22:48: Tobi Müller: Die Loman-Brothers unterscheiden sich nur wenig von den Lehmann-Brothers und den Menschen der 50er und 60er Jahre. Pucher entgegnet, wenn er in Berlin-Prenzlauerberg sei, wundere er sich immer über die neuen Geschäfte und frage sich, wer da immer die neuen Geschäftsideen hat. Da sei ja schon vorprogrammiert, dass die eingehen werden. (mehr …)


Live-Blog vom Publikumsgespräch „Die Beteiligten“

Aufgrund technischer Schwierigkeiten fängt das Blog zum Publikumsgespräch heute später an.

Kleines Resümée der ersten zehn Minuten: Vorstellungsrunde, Moderator Tobi Müller fragt die Schauspieler, wie es für sie war, Figuren zu spielen, die nur in der dritten Person reden. Jörg Ratjen, der den „Quasi-Freund“ spielt, erzählt, dass er sich irgendwann daran gewöhnt habe, in der dritten Person zu denken. Das ging anscheinend nicht allen Schauspielern so, Gelächter auf der Bühne und im Publikum.

22:12: Kathrin Röggla: Das Theater behauptet ja sonst immer Figuren, die ganz aus einem Guss sind.

22:14: Moderator Tobi Müller kommt auf die seiner Ansicht nach beklemmendste Szene zu sprechen, als Natascha Kampusch als Rotkäppchen im Bauch des Wolfs beschrieben wird. Kathrin Röggla: „Das Rotkäppchen ist nicht mein Text, ich habe mir das so erklärt, dass da so ein Paukenschlag ist.“

22:17: Regisseur Stefan Bachmann: Ein Opfer scheint dazu verdammt, Opfer bleiben zu müssen. Das ist so die Erkenntnis, die wir aus dieser Arbeit gewonnen haben. Und das ist eine unglaublich traurige Erkenntnis. … Und dass die Menschen drumherum zu Wölfen werden und dann erst recht beißen, wenn da schon Blut geflossen ist, das ist dann wirklich Faschismus.

22:19: Tobi Müller kommt noch einmal auf die Rotkäppchen-Geschichte zurück. Frage an Jurorin Ulrike Kahle-Steinweh: War diese Rotkäppchen-Szene ausschlaggebend für die Jury-Entscheidung? Kahle-Steinweh: Nein, das hat keine besonders große Rolle gespielt. Aber da kommt ja sozusagen ihre Stimme, und sie fände schon: das musste dann auch mal sein, dass da so was echtes kommt. „Also ich fands sehr ergreifend.“

22:21 Tobi Müller: ganz viel österreichische Psycho-Geographie in diesem Abend. Einer der Schauspieler (Sicht vom Blog-Tisch aus schlecht): Wir haben das ja auch in Österreich zur Uraufführung gebracht. Stefan Bachmann: Priklopil selber hatte im Regal „Mein Kampf“ stehen, das Ganze hat etwas von einem Wohnzimmer-KZ gehabt, das sind schon Spuren, die in diesem Land noch vorhanden sind. (mehr …)


Live-Blog vom Publikumsgespräch zu „Der Biberpelz“

Höchst idiosynkratisch und selektiv in der Beobachtung: Heute ab 18 Uhr gibt es hier einen Live-Blog vom Publikumsgespräch zu „Der Biberpelz“. Mit Moderator Tobi Müller diskutieren Regisseur Herbert Fritsch und das Ensemble. Zu erwarten ist eine weitere Ausgabe der beliebten „Herbert Fritsch-Show“. Schon vorab feststehende Schlagwörter: Spiel, Lust, und Spaß.  Zur Vorbereitung empfehlen wir die umfangreiche Berichterstattung des tt-Blogs.

17.52: Die ersten Zuschauer nehmen im oberen Foyer Platz. Einige pfeifen den „Hamborger Veermaster„, mit dem Fritschs Inszenierung endet (oder auch: nicht enden will). Der Ohrwurm ist schwer wieder loszuwerden.

18.02: Bei der Premiere vergangenen Sonntag hat „Der Biberpelz“ für einen perfekt inszenierten Eklat gesorgt. Beim Schlussapplaus stänkerte Claus Peymann gegen Regisseur Herbert Fritsch und schaffte es damit in die Schlagzeilen. „Peymann schreit mit rotem Kopf“ titelt etwa die Welt. Hier schreit noch niemand. Bloß gespanntes Warten vor noch leeren Stühlen.

18.04: Blog-Kollegin Katrin bekommt eine Ehrenaufgabe. Sie muss aufpassen, dass sich niemand aus dem Publikum am Getränketisch bedient. Wein, Bier und Säfte sind fürs Ensemble reserviert.

18.07: Langsam wird es übervoll. Der frühe Termin unmittelbar vor der Nora-Premiere zieht mehr Leute an, als Plätze da sind.

18.08: Joachim Sartorius begrüßt die Gäste und bedankt sich beim Ensemble für den schönen „Biberkopf“. Er vermisst außerdem Claus Peymann.

18.11: Moderator Tobi Müller stellt das Ensemble vor – mit einigen Namensproblemen. Mit dabei außerdem: Jury-Mitglied Vasco Boenisch und Dramaturg Ralph Reichel.

18.14: Herbert Fritsch wettert gegen Naturalismus und Authentisch-Sein. Er will „expressiv, fast expressionistisch“ sein. Er spricht von LUST und SPIEL, und dass er der Knallcharge aus der Provinz sei. Er macht sich über das „Wilhelminische“ lustig und über die „guten armen Leute“. SOOO ARM seien die armen Leute nämlich. Gelächter. (mehr …)