Gleich geht´s los…

Heute Abend steht die Eröffnung des Theatertreffens an, inklusive:

1) Promis gucken
2) Sekt schlürfen
3) Tanzbein schwingen
4) Johan Simons inszeniert Sarah Kane

Entscheiden Sie jetzt, welche Nummer nicht in die Reihe passt.

Sarah Kane, geboren 1971 in London, manisch depressiv, Suizid mit 28, schrieb fünf Theaterstücke, alle untrennbar mit ihrer persönlichen Geschichte verbunden. Nicht im üblen Sinne der immergleichen Interviewfrage „Wie viel von Ihnen steckt denn in dieser Figur?“, sondern viel direkter und brutaler: In jedem der Stücke spielt die Depression eine Hauptrolle, der Selbstmord ist greifbar.

Gestern gesichtet in den Gängen des Festspielhauses. Foto: Nadine Löes

Die drei Stücke des heutigen Abends werden chronologisch gespielt – es muss so sein, zeigen sie doch eine Entwicklung, sowohl in Form als auch in Inhalt.
In „Gesäubert“ sind theatraler Verlauf, Verortung und einzelne Figuren noch erkennbar: Mehrere Menschen stehen unter der Kontrolle von Tinker, er quält sie, verstümmelt sie, um ihre Liebe zueinander zu testen und zu karikieren.
„Gier“, das 1998 unmittelbar nach „Gesäubert“ entstand, wirkt wie ein Kampf mehrerer Stimmen im gleichen Kopf. Thema sind die Ohnmacht der Liebe gegenüber, die Ohnmacht sich selbst gegenüber, der Selbsthass. An einer Stelle heisst es sehr treffend „Der Tod ist mein Geliebter und er will einziehen.“.
„4.48 Psychose“ schließlich ist dem minutiösen Abrechnen mit der Krankheit gewidmet. Gespräche zwischen Arzt und Patient, das Phantasieren über den bevorstehenden – schlussendlich auch Kanes realen – Selbstmord als den „Glücksmoment“, verdichten sich zu Sarah Kanes ureigenem Requiem.

Partystimmung vergangen?
Ein Vorschlag: Danach schnell zum Büffet und runter mit dem Zeug.

  1. Schon ein paar sehr kreative Ideen dabei! Hier der Link zu einem anderen Blog übers Theatertreffen – in bescheidenerem Umfang, aber mit Herzblut gemacht 😉 haz.li/theatertreffen