Meta1: Kommentar zu „Die Schutzbefohlenen“

Oliver Franke © Oezguer Uludag

Meta: Von der Bühne in den Diskurs und wieder auf Holzbrett gehievt – Ein Platz für Assoziationsfragmente, narrative Bögen und Hirngespinste.

„Die Schutzbefohlenen“ ist ein Text von Elfriede Jelinek, geschrieben im Ausgang von einem, von Refugees selbst organisierten, Protest gegen die vorherrschenden Zustände in der österreichischen, aber eigentlich europäischen Flüchtlingspolitik. Nicolas Stemann hat diesen Text im Rahmen des Theater der Welt Festivals in Mannheim uraufgeführt. Die darauf basierende Inszenierung am Thalia Theater Hamburg wurde zum Theatertreffen 2015 eingeladen und als programmatische Eröffnungsproduktion ausgewählt.

Auf der Bühne gibt es einen Chor, besetzt mit Flüchtlingen. Die Diskussionen rund um diese Inszenierung bemühten sich auf Fragen der Repräsentierbarkeit von realen politischen Problemen auf einer Kunstbühne eine Antwort zu finden. Wie ist das Verhältnis von Kunst und Realität? Können wir trotz Reflektion handlungsfähig bleiben? Was heißt das für bestehende theatrale Formen?

Diese drei formulierten Fragen sind bei weitem nicht alle. Da gibt es ein großes Diskursrauschen. Wir machen da mit. Wir versuchen eine kleine Momentaufnahme alles dessen, der Inszenierung genau so wie der darauf folgenden Debatten.

Sound: Katharina Maria Grabner aka TKG
Text: Theresa Luise Gindlstrasser

 

Die Schutzbefohlenen
von Elfriede Jelinek
Regie/Bühne: Nicolas Stemann, Kostüme: Katrin Wolfermann, Musik: Daniel Regenberg/Nicolas Stemann, Live-Musik: Daniel Regenberg, Video: Claudia Lehmann, Dramaturgie: Stefanie Carp
Mit: Thelma Buabeng, Ernest Allan Hausmann, Felix Knopp, Isaac Lokolong, Daniel Lommatzsch, Barbara Nüsse, Dennis Roberts, Sebastian Rudolph und einem Flüchtlingschor
www.thalia-theater.de