Kategorie: Die 10 Inszenierungen

Den Unsinn ernst nehmen

Mit seinem neu-dadaistischen „Pfusch“ nimmt Herbert Fritsch Abschied von der Berliner Volksbühne – und feiert seine nunmehr siebte Theatertreffen-Einladung. Unser Autor sah einen Höhepunkt des Festivals.

Schon der erste Auftritt in Herbert Fritschs „Pfusch“ an der Volksbühne will nicht so recht gelingen. Aus einem gewaltigen, liegenden Metallzylinder stolziert, stöckelt und purzelt Herbert Fritschs Ensemble. Weiterlesen

Hintergrundmusik vergangener Zeiten

Der Theaterzauberer und nebenberufliche Melancholiker Thom Luz versprüht auch in „Traurige Zauberer“ wieder viel Kunstnebel. Was will er dahinter verstecken?

Toastbrote sind auf einem Tisch in Zweierpaaren gegeneinander gestellt wie Spielkarten, die zu einem Kartenhaus werden sollen. Das Publikum sitzt auf der Bühne und schaut auf ein gespiegeltes, aber leeres Gegenüber: den Zuschauerraum der Festspiele. Weiterlesen

Ein Chor mit breiten Schultern

Daniel Barke, Chorleiter in „89/90“, gibt nach der Theatertreffen-Premiere Auskunft über die Zusammensetzung seines vielseitigen Ensembles – und über Peer Baierleins Arrangements der DDR-Punk-Songs aus dem Roman. Und wie nimmt Daniel Barke das Theatertreffen wahr? Mehr dazu im Mini-Feature (mit Chor!):

Richtigstellung: Aus einer vorherigen Version dieses Artikels konnte geschlossen werden, Daniel Barke habe die Punk-Songs aus „89/90“ „salonfähig“ gemacht. Richtig ist dagegen, dass der Komponist Peer Baierlein für sämtliche Arrangements im Stück verantwortlich zeichnet. Wir bitten, die Missverständlichkeit zu entschuldigen.

Weiterführend:

VOXID (Vokaljazz-Formation, A-cappella-Quintett)

 

 

„Warum willst du Theater spielen?“

In „Five Easy Pieces“ muss Peter Seynaeve den „bösen Mann“ spielen. In Wirklichkeit ist er jedoch einer der charmantesten Menschen, denen sie je begegnet ist, behauptet unsere Autorin. Ein Gespräch auf der Hinterbühne. Mit lärmenden Kindern in der Künstlergarderobe.

TT-BLOG: Ich bin noch dermaßen aufgewühlt, dass ich gar nicht weiß, wie ich jetzt mit Ihnen ein Interview führen soll. Weiterlesen

Welcher Nazi sagt schon: „N…BEEP“?

Während der zweiten Vorstellung von „89/90“ schienen einige Textstellen plötzlich abgeändert worden zu sein. Weshalb wohl?, fragt sich unsere Autorin – stellvertretend für die Blog-Redaktion.

„Ich geh mal einen N…BEEEEEP abseilen“, sagte eine der Figuren, gespielt von Andreas Dyszewski, in der gestrigen Vorstellung von „89/90“ der Regisseurin Claudia Bauer, einer Inszenierung, die rechte und linke Ideologien während der Wendezeit verhandelt. In der englischen Übertitelung steht an dieser Stelle kurioserweise einfach „Mozambican“. „Das war gestern aber noch nicht. Und in Leipzig haben die das auch nicht gebeept“, flüstert ein Zuschauer seiner Begleitung zu. Warum dann heute ein BEEP, wenn gestern hier noch das N-Wort zu hören gewesen war? Weiterlesen

Synchrone Strudel verinnerlichen besser

Die Regisseurin Claudia Bauer bringt mit „89/90“ aus Leipzig einen Abend über die Wendezeit nach Berlin. Unsere Autorin sah viel Pflicht – aber auch schönste Kür.

Schwimmen ist ein tolles Freiheitsgefühl. Erlangen das Zusammenspiel mit der Musik und die exakt aufeinander abgestimmten Bewegungen mehrerer Schwimmer oberste Priorität, heißt das Synchronschwimmen. Weiterlesen

Kindermund tut Schrecken kund

Milo Raus „Five Easy Pieces“ versucht das Unmögliche: Die Morde des Belgiers Marc Dutroux auf die Bühne zu bringen. Mit Kinderdarstellern. Ein großer Abend.

Versuchsanordnungen bevölkern wie kleine Inseln die Bühne: Hier soll Theater gespielt werden! Eine kleine Wohnzimmer-, eine kleine Arbeitszimmer-Kulisse. In der Mitte fünf aufgereihte Stühle. „Das erste Kind, bitte!“, tönt eine strenge Stimme auf Flämisch. Weiterlesen