Den Unsinn ernst nehmen

Mit seinem neu-dadaistischen „Pfusch“ nimmt Herbert Fritsch Abschied von der Berliner Volksbühne – und feiert seine nunmehr siebte Theatertreffen-Einladung. Unser Autor sah einen Höhepunkt des Festivals.

Schon der erste Auftritt in Herbert Fritschs „Pfusch“ an der Volksbühne will nicht so recht gelingen. Aus einem gewaltigen, liegenden Metallzylinder stolziert, stöckelt und purzelt Herbert Fritschs Ensemble. Weiterlesen

Über politisches Theater

Herbert Fritsch nutzte am Sonntag seine Dankesrede beim Berliner Theaterpreis auch, um von der Wirkmacht eines breiten Grinsens zu erzählen. Ein großer Moment.

Was ein kleines Störfeuer alles lostreten kann: Gerade eben noch hatte das umwerfende Ensemble von Herbert Fritsch bei der Verleihung des Berliner Theaterpreises eine hinreißende Laudatio-Show hingelegt und der Berliner Kultursenator Klaus Lederer hatte von der Volksbühne als dem Humus gesprochen, auf dem ein Künstler wie Herbert Fritsch wachsen und gedeihen konnte, da brüllte ein Zuschauer aus den hinteren Reihen: „Warum schließt ihr sie dann?“ Weiterlesen

Bitte wenden!

Der Sonntag stand mit dem Theaterpreis für Herbert Fritsch und einer Buchvorstellung im Zeichen von Abschied und Kulturkampf. Doch wo beginnt das Neue?

Das Zu-Ende-Gehen lässt sich im Theater nicht vermeiden. Mit den Figuren geht es in den Stücken oft zu Ende und so gern das Theater auch die ganze Welt wäre: Irgendwann geht auch der intensivste Theaterabend zu Ende und alle gehen. Das gilt sogar für Frank Castorf, auch wenn er das Zu-Ende-Gehen in seinen ausufernden Inszenierungen und seiner bemerkenswert langen Intendanz immer so weit wie möglich heraus geschoben hat. Weiterlesen

Sind Sie vielleicht der…?

Schminke, Kostüme und dreißig Meter Luftlinie: Schauspieler nach der Vorstellung wieder zu erkennen, kann schwierig sein. Anläufe zu einem spontanen Interview.

Michael Althen hat einmal geschrieben, er sei eigentlich nur Filmkritiker geworden, damit er mit all den schönen Frauen, die er sonst nur von der Leinwand kennt, auch mal Auge in Auge sprechen kann, zum Beispiel in einem Interview. Diese Aussage ist natürlich ziemlich korrupt und würde heutzutage im unrühmlichen Abfalleimer der Altherrenphantasie landen. Aber es ist auch ein Körnchen Wahrheit darin. Im Theater verhält es sich nicht anders, die Zuschauer lieben ihre Schauspieler. Weiterlesen