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Jo dude, the empire is pretty chill. Maybe you could like join it or something. --Lucifer

I could not stand this place anymore

Our guest blogger Evelina Emir-Ali gives us a diary-like insight into what it was like for her in Russia during the first weeks of the war and what she appreciates now in her exile in Berlin.


Für den deutschen Text bitte nach unten scrollen.


My story will be about me and how my life changed since war started. My life changed a lot. I lived in Moscow, I went there from my home city because there was a really vibrant comedy scene and I wanted to become a comedian. I lived my life there and it was really nice. Moscow gave me everything that I needed: a lot of opportunities to perform, to grow, to find friends with similar interests.

When a war started I was shocked. Crimea and Ukraine are my homelands. I couldn’t stand being in a place where people can support this. Where people can support murders of civilians from another country, where a lot of them have friends, realtives etc. Even considering the fact that I was surrounded by friends who are against war I saw that there wasn’t a definite antiwar spirit in the air. It was between my friends, but their parents for example more likely supported the invasion.

Protest and meetings unfortunately didn’t gave any good results. They gave political prisoners like Sascha Scochilenko, who was putted in jail for 10 years (for changing price stickers to antiwar stickers in supermarket)  and others, who was oppressed by immediately accepted laws, which forbids the work of independent media, forbids call war the war and a lot more.

I was shocked, I was depressed and I didn’t see much support in the streets. Everybody was in their own routine, nobody was crying in the metro and some even watched propagandist shows in transport. Week after I left, the police started to check the phones of average passengers.

I know, russian people feeligs can’t be on agenda right now when it’s really Ukraininan people who are dying from bombs, suffering from invasion and leaving their homes which can be destroyed when they will be back. But this is just my story and my experience. Which for me answers the question “Does everyone support war in Russia? Why didn’t they stop it?” Of course a lot of them do not support it, but with all this oppression machine there are really not a lot of opportunities to stand against. Now, even with risk people are still trying.

When I came to Berlin I didn’t plan to perform. But here came a lot of ukrainian comedians with whom we started to do stand up events and raise money for Ukraine. At first it was really hard to perform knowing there is still war, but after we did a couple of gigs, I realized it’s better to do what you can then do nothing.

What I want to add is that Berlin amazed me very much with its freedom. I forgot this feeling, when you can go by street and see a meeting, a demonstration, where you can see people have no need to hide their personality or life views out of fear. We had it in Ukraine, when I was a teenager, but only when I came here I realized that I forgot how it feels to live without background tension.

I met a lot of people, a lot of them have their dreadful stories, I met a girl from Chernigiv, she told me that her home was the first one which was bombed in the city, it’s lucky that her parrents survived,but a lot of neighbors were killed by it. Lot of people have their own stories, it is shocking to meet them and realize that they lost their relatives, friends and it still continues.
Everybody knows that Putin can stop this war. But since he doesn’t do it I think everyone can do on a personal level anything to resist it. Give help, give hope, be creative in finding your own way to be helpful! I am grateful to everyone who helps Ukraine and its people.


Ich ertrug diesen Ort nicht mehr

Unsere Gastbloggerin Elvina Emir-Ali gibt uns einen tagebuchartigen Einblick, wie es in den ersten Wochen des Krieges für sie in Russland war und was sie jetzt in ihrem Exil in Berlin schätzt.

Mein Text wird von mir handeln und davon, wie sich mein Leben seit Kriegsbeginn verändert hat. Es hat sich sehr verändert. Ich lebte in Moskau, ich bin von meiner Heimatstadt dorthin gezogen, weil es dort eine sehr lebendige Comedy-Szene gab und ich Komikerin werden wollte. Ich habe dort mein Leben gelebt und es war wirklich schön. Moskau gab mir alles, was ich brauchte: viele Möglichkeiten, aufzutreten, zu wachsen und Freunde mit ähnlichen Interessen zu finden.

Als der Krieg begann, war ich schockiert. Die Krim und die Ukraine sind meine Heimatländer. Ich konnte es nicht ertragen, an einem Ort zu sein, an dem Menschen so etwas unterstützen können. Wo Menschen die Ermordung von Zivilisten aus einem anderen Land unterstützen können, wo viele von ihnen Freunde, Verwandte usw. haben. Selbst wenn man bedenkt, dass ich von Freunden umgeben war, die gegen den Krieg sind, konnte ich feststellen, dass kein eindeutiger Antikriegsgeist in der Luft lag. Das war unter meinen Freunden, aber ihre Eltern zum Beispiel unterstützten eher die Invasion.

Die Proteste und Versammlungen brachten leider keine guten Ergebnisse. Es gab politische Gefangene wie Sascha Scochilenko, der für 10 Jahre ins Gefängnis gebracht wurde (weil er im Supermarkt die Preisaufkleber gegen Antikriegsaufkleber ausgetauscht hatte) und andere, die durch sofort angenommene Gesetze unterdrückt wurden, die die Arbeit unabhängiger Medien verbieten, die verbieten, den Krieg als Krieg zu bezeichnen und vieles mehr.

Ich war schockiert, ich war deprimiert und ich sah nicht viel Unterstützung auf der Straße. Jeder ging seiner eigenen Routine nach, niemand weinte in der U-Bahn und einige sahen sich sogar Propagandasendungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln an. Eine Woche nach meiner Abreise fing die Polizei an, die Telefone durchschnittlicher Fahrgäste zu kontrollieren.

Ich weiß, dass die Gefühle der russischen Menschen im Moment nicht auf der Tagesordnung stehen können, wenn es in Wirklichkeit die Menschen in der Ukraine sind, die durch Bomben sterben, unter der Invasion leiden und ihre Häuser verlassen, die zerstört sein könnten, wenn sie zurückkommen. Aber das ist nur meine Geschichte und meine Erfahrung. Das beantwortet für mich die Frage: „Unterstützt jeder den Krieg in Russland? Warum haben sie ihn nicht gestoppt?“ Natürlich sind viele nicht dafür, aber bei dieser ganzen Unterdrückungsmaschinerie gibt es wirklich nicht viele Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren. Jetzt, trotz des Risikos, versuchen die Leute es trotzdem.

Als ich nach Berlin kam, hatte ich nicht vor, aufzutreten. Aber hier kamen eine Menge ukrainischer Komiker, mit denen wir anfingen, Stand-up-Veranstaltungen zu machen und Geld für die Ukraine zu sammeln. Am Anfang war es wirklich schwer, aufzutreten, weil wir wussten, dass immer noch Krieg herrscht, aber nachdem wir ein paar Auftritte hatten, wurde mir klar, dass es besser ist, das zu tun, was man kann, als gar nichts zu tun.

Was ich noch hinzufügen möchte, ist, dass Berlin mich mit seiner Freiheit sehr beeindruckt hat. Ich habe dieses Gefühl vergessen, wenn man durch die Straßen geht und eine Versammlung oder eine Demonstration sieht, bei der man sieht, dass die Menschen nicht ihre Persönlichkeit oder ihre Lebensansichten aus Angst verstecken. Wir hatten das in der Ukraine, als ich ein Teenager war, aber erst als ich hierher kam, wurde mir klar, dass ich vergessen hatte, wie es sich anfühlt, ohne diese Spannungen im Hintergrund zu leben.

Ich habe viele Menschen getroffen, viele von ihnen haben ihre schrecklichen Geschichten, ich habe ein Mädchen aus Tschernigiv getroffen, sie hat mir erzählt, dass ihr Haus das erste war, das in der Stadt bombardiert wurde, zum Glück haben ihre Eltern überlebt, aber viele Nachbarn wurden dabei getötet. Viele Menschen haben ihre eigene Geschichte, es ist schockierend, sie zu treffen und zu erkennen, dass sie ihre Verwandten und Freunde verloren haben und der Krieg immer noch andauert.
Jeder weiß, dass Putin diesen Krieg stoppen kann. Aber da er es nicht tut, denke ich, dass jeder auf persönlicher Ebene etwas tun kann, um Widerstand zu leisten. Helfen Sie, geben Sie Hoffnung, seien Sie kreativ und finden Sie Ihren eigenen Weg, um hilfreich zu sein! Ich bin jedem dankbar, der der Ukraine und ihren Menschen hilft.

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Evelina Emir-Ali

Evelina Emir-Ali

Hello! My name is Evelina. I was born in Crimea in 1993. After graduating from tech university I fell in love with standup comedy and since 2017 I have started to perform regularly. That led me to performing in Moscow for a couple of years and doing my own podcast “show portraits” which was about two things I love the most: having a good talk and drawing my guests portraits. Now I’m in Berlin, exploring the local scene and trying to find a place in a new world.

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