Die Worte von denen wir nichts wussten

Bleistifte für Peter Handke, Foto: Kim Keibel

Peter Handke sagt, “über das Geräusch eines Bleistifts könnte ich fast eine Ballade schreiben.” Er ist dieses Geräusch gewöhnt, er arbeitet immer handschriftlich, immer mit Bleistift. Die Stummel hebt er auf.

Sein Stück “Die Stunde da wir nichts voneinander wussten” besteht aus 60 Seiten Regieanweisungen. Ein Stück ohne Worte. Weil man diesen Text nie auf der Bühne hört, haben wir vor der tt Premiere heute Abend (Regie: Viktor Bodó) Handkes Worte zum Klingen gebracht. Zwei Minuten, zum Reinhören.

Sprecherin: Barbara Behrendt.

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Musik: Caboume “Fly Swatter”

Wie kommt das Stück zum Stückemarkt?

Heute beginnt der Stückemarkt – 297 Texte wurden in diesem Jahr eingereicht. Welche Schritte durchläuft ein eingesandtes Stück, bis es zu den acht Auserwählten gehört, die im Rahmen des Theatertreffens präsentiert und gegebenenfalls gefördert werden? Eine kleine Reise.

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” … und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel …”

Man denke sich Andreas Kriegenburgs “Diebe“-Inszenierung ohne das gigantische Schaufelrad auf der Bühne. “Das letzte Feuer” ohne das Karussell. Seinen “Prozess” ohne das riesige Auge. Was wären Kriegenburgs Inszenierungen ohne die metaphernstarken Bühnen? Überlegungen zu den Arbeiten eines Regisseurs, der sich momentan an mechanischen Bühnenbildern abarbeitet.

Linda (Judith Hofmann) auf dem Mühlenrad des Lebens. Foto: Arno Declair

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Das Leben muss weiter gehen

Ein Vergnügen war das nicht. Die Eröffnungsinszenierung “Kasimir und Karoline” vom Schauspiel Köln, dem NT Gent und De Veenfabriek in der Regie von Johan Simons ist eine triste, teils unnahbare Angelegenheit. Aber das Durchhalten lohnt: Im nüchternen Blick Simons’ liegt Hoffnung.

Angelika Richters Karoline kennt den Weg nach oben. Foto: Klaus Lefebvre

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Wünsch dir was

Eine noch ausgeruhte Redaktion: Shane Anderson, Judith Liere, Kai Krösche, Anna Pataczek, Barbara Behrendt, Alexandra Müller, Elisabeth Hamberger, Kim Keibel (v.l.). Foto: Kim Keibel

Bestimmte Räumlichkeiten verlangen einen bestimmten Verhaltenskodex. Wenn man als Blogredaktion schon im Intendantenzimmer konferiert und wenn dieses Zimmer auch noch eben solches ist, in dem sonst die Theatertreffen-Jury tagt – da passt man sich an. Und überlegt ganz selbstverständlich: Wen hätte man selbst zum Theatertreffen 2010 eingeladen? Welche Produktionen fehlen im Programm? Christoph Schlingensiefs Ready-Made-Oper “Mea Culpa” über die existenziellen Themen Krankheit, Schuld, Leben, Sterben und Tod fand sofort Fürsprecher. Die intelligente, verstörende Auseinandersetzung junger Israelis, Palästinenser und Deutscher mit der Geschichte ihres Landes in Yael Ronens “Dritte Generation” wäre auch bei unserem Wunsch-TT-2010 dabei gewesen. Weitere Stimmen fielen auf das Herbert-Achternbusch-Drama “Susn“, inszeniert von  Thomas Ostermeier und Antú Romero Nunes’ radikale Identitätssuche in “Invasion“. Die ungewöhnliche, englischsprachige Performance “An Anthology of Optimism” von Pieter de Buysser und Jacob Wren wurde ebenfalls vermisst. Von einem “Krisen-Tableau” kann man bei unserer Top-Five-Auswahl nicht gerade sprechen, und wenn, dann nur im Zusammenhang mit einer Anthologie des Optimismus. Aber eine Gemeinsamkeit hat unsere Wunschtüte  doch mit der  Wahl der realen Jury: Fünf sind klar, aber “die fünf, die die zehn dann voll machen, hätten auch andere sein können.” Sagt Jurorin Eva Behrendt. Bei uns finge jetzt das Feilschen an.