Guttenbergs Biberpelz

Die aktuelle copy & paste-Kritik zur tt Premiere “Biberpelz” heute Abend.

Schon das Bühnenbild ist allerlieblichstes Augenpulver: eine massiv gebaute Brechtgardinenwand mit Blümchentapete in schreckschreiendem Rot-Gelb-Türkis samt Blinker-Goldrand. Der Rest ist gekonnter, ach was: supervirtuoser Slapstick. Verrenkungen und Fratzen drängen sich fett vor den Text. So geht’s textlich zuweilen schon ein bisschen arg drunter durch und drüber weg: beim “Pi-Pa-Pelz”. Hier wird gnadenlos dem unteren Fernsehhumor hinterhergehechelt. Aus schockgefrorenen Tableaux vivants bricht sich eine Horde selbstsüchtiger Menschenfresser Bahn wie hungrige Straßenköter. Sie alle treibt die gleiche Gier: nach Geld, Sex und Vorankommen. Fritschiade um Fritschiade.

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Katrin Schmitz

1986 geboren im tiefsten Rheinland, ging der Weg über das Theater Aachen zum Studium der Theaterwissenschaft und Vergleichenden Literatur nach Mainz. Zwischenstationen in Salzburg, bei NEUE STÜCKE AUS EUROPA in Wiesbaden und in Groningen (NL). Im Moment Praktikantin des Theatertreffen-Blogs und zeitweilig auch Blogautorin.

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