Live-Ticker vom Preiskampf um den 3sat-Theaterpreis!

Heute Abend wird der 3sat-Theaterpreis verliehen – und der Theaterstreit der Jury zum ersten Mal live und vor Publikum ausgetragen! Lesen Sie hier unseren Live-Ticker (von unten nach oben zu lesen)!

0:30 Norwegen ist der Sieger!

22:47 Letzter Auftritt von Spanien (die dürfen auch nur teilnehmen, weil sie soviel Geld geben..). Oha, orientalische Klänge! Und eine Frau mit sehr blonden, sehr kurzen Haaren und einem fast durchsichtigen Glitzerkleid… Billiger Pop! Nerv! Das wird nix…

22:45 Oh Schreck! 90er-Jahre-Beat – dass es das noch gibt! Ein (peinlicher alter!) Typ mit peinlicher Schirmmütze (falsch rum aufgesetzt, wie in den 90ern…und das in seinem Alter!) und eine blonde Schnecke in kurzem Kleid…Diese Konstellation ist so 90er – das geht gar nicht!!! Wie konnten die es in Finnland ins Finale schaffen???

22:40 Großbritannien schickt einen Leona-Lois-Beyonce-Verschnitt – hilft alles nix, trotz Musicalgroßmeister Andrew Lloyd Webber am Klavier. Ok, die Stimme ist schon nett, aber niemand wird GB wählen – wie immer…

22:37 Rumänien – nenene – Hauptsache gut aussehende Frauen in kurzen Sachen…Fünf hüpfende Damen mit Kleidern, die nach Eurythmie oder Kindergarten-Feen aussehen. Ekliger Billig-Pop mit etwas Balkan gemischt!

22:32 Der nächste große Favorit! Ukraine! Mit einer heißen Nummer (mal wieder schöne dralle blonde Frau mit kurzem Rock und viel Ausschnitt), die an Madonna oder Christina Aguilera erinnert… Stampfender Beat und viel Action aus der Bühne – die Ukrainer haben es irgendwie drauf! Sollte der nächste Song Contest schon wieder dort stattfinden?

22:28: Die Diskussion geht weiter!
Norwegen – süüüüüß! Wie alt ist der? 17? Naja, zumindest ist er entzückend, hat auch noch eine schöne Stimme und singt Englisch mit einem norwegischen Akzent! Und spielt Geige und schaut adrett in die Kamera – großer Favorit!!!

PS: Hier nochmal die Peymann-Torpedierungs-Argumente:
– Das ist doch Quatsch!
– Schlingensief lassen wir raus!
– Wir werfen eine Münze!
– Wir teilen den Preis!
– Das ist grausig/schrecklich/Quatsch!

22:22: Die Türkei in unfassbar knappen Kostümen! Viel Bauchtanz und Orientmucke, aber öde…

22:20: ENDE!

22:19: ERGEBNIS: Weibsteufel! Huch, das ging jetzt schnell… Genauer: die drei Schauspieler von Weibsteufel!

Publikum: BUUUUUUUHHHHH!

22:18 Behrendt: Ich knicke ein!

22:17 Dita mit verhüllten Brüsten…Trotzdem, Prognose: Wir werden zumindest nicht mehr letzte …

22:17 DITA! (Wurde aber auch Zeit, warum verstecken sie die teuer bezahlte Frau so lange?)

22:17 Erpenbeck: Also, wenn ich gezwungen bin, würde ich den Preis Minichmayr geben!

22:17 Peymann: Warum nicht?

22:16 Sucher: Wir können auf keinen Fall drei wählen!

22:17 Oh Gott, diese enge Glitzerleggins geht gar nicht!!!

22:16 Deutschland! Hoffentlich kommt gleich der Skandal – wir wollen nackte Frauen sehen!

22:16 Peymann: Ich bin für die Münze!

22:15 Sucher: Herr Peymann, wir müssen nun um die Gunst der Damen buhlen, noch 4 Minuten!

22:15 Peymann: Wieso, der hat doch Geld, der baut einen Opernhaus in Afrika!

22:14 Behrendt: Wer hat schon einen Preis, wer braucht einen Preis? Schlingensief ist der einzige freie Künstler!

22:13 Endlich mal echte, handgemachte Rockmusik! Dänemark macht einen auf Rockstar, wann man so was das letzte Mal bei dieser Veranstaltung gehört?

22:12: Erpenbeck: Ich könnte mich irgendwie auf Schlingensief einlassen.

22:13 Peymann: Also Schlingensief raus!

22:12 Sucher: Schlingensief ist so gehyped mit diesem Ding. Dieses Sich-Selbst-Entblößen geht mir zu weit.

22:10 Peymann: Breckwoldt wird bei mir Medea spielen, soviel ist sicher!

22:09 Sucher: Wir müssen jetzt irgendjemanden aussortieren! Wir haben nur noch 9 Minuten!

22:09 Wieder eine Frau alleine auf der Bühne, aber eine schlanke. Hübsch, Pony bis unter die Augen, aber wieder eine olle Ballade… Steht und singt, das ist zu wenig, um zu gewinnen!

22:08 Peymann: Ich glaube an die Lüge auf der Bühne. Ich bin Macbeth!

22:07 Behrendt (zu Peymann): Sie selbst haben doch auch mal etwas verändert. Ich verstehe nicht, warum Sie Experimenten so grundsätzlich abgeneigt sind!

22:06 Erpenbeck: Es gibt verschiedene Begriffe von Theater, es sitzt nicht nur einer in der Jury!

22:04 Eine dicke Frau auf der Bühne, eine echte Matrone! Aber natürlich eine tolle Stimme! Doch eine Frau alleine, mit Ballade, mit 50 Kilo zu viel, ohne hüpfende Tänzer – das wählt doch keiner, auch wenn Malta immer gute Sänger hat!

22:04 Peymann: Ich habe vorher gewettet, dass die Paulmann der Kompromiss wird…

22:03 Peymann spricht schon wieder und hört nicht auf… Wenn man nur stenografieren könnte…

22:02 Schon wieder Folklore! Trachten, Tänze, folkloristisches Tralala. Moldawien wie vor 100 Jahren…

22:01 Peymann: Zwei überflüssige Inszenierungen, Meyerhoff und Marthaler!

22:00 Peymann lästert über gelangweilte Kritiker.

21:59 Behrendt: Ich finde das schade und feige, dass nur Schauspieler genannt werden!

21:57 Dieser Mann muss einfach mal zu Frisör! Er trägt eine dubiose Uniform – was soll das? Das passt vielleicht zu dem dramatischen Lied aus Bosnien-Herzegowina…Aber er leidet so, und Männer, die singen und leiden sind einfach peinlich!

21:57 GONG

21:55 Peymann: Sie ist eine grandiose Schauspielerin und kann ihre Wahl gut verstehen. Trotzdem bleib ich bei meinen Dreien. Wir wollten sie oft engagieren am BE. Sie ist eine der großartigsten Schauspielerinnnen.

21:54: Sucher: Ich schlage Annette Paulmann und den Prozess vor, weil das eine äußerst musikalische Inszenierung ist. Jede Geste ist Gesetz.

21:53 GONG

21:50 Strickmuster 0815, ein Mann und eine Frau auf der Bühne. Sie hübsch, er weniger. Der Rock so kurz, wie es geht. Aber der Rhythmus ist nicht spektakulär, trotzdem, der Refrain geht ins Ohr. Aserbaidschan mit Orient gemixt.

21:48 Eine Frau auf der Bühne in einem nachthemdmäßigen Kleid… Das sieht doof aus! Im Hintergrund sieht man ihre Mutter, denn das Lied hat sie ihr gewidmet. Schöne Stimme, viel Dramatik, aber ganz alleine ohne Show? Das wird doch nix…

21:48 Peymann: Sie kann die Rolle gar nicht spielen, sie ist eine Frau! Sie soll die Medea spielen!

21:47 Erpenbeck: Das merkt man aber bei ihr nicht! Sie spielt die Rolle unglaublich überzeugend!

21:46 Peymann: Das ist eine der tollsten Figuren von meinem Freund Peter Weiss! Warum muss das eine Frau spielen???

21:45 Peymann: Was heißt denn das? Das ist doch eine der schönsten Männerrollen, sie ist einfach falsch besetzt! Das ist wie Schlingensief! Diese Aufführung ist wie hingehobelt!

21:45 Behrendt: Was mir gut gefällt an Marion Breckwoldt, dass sie zwar einen Mann spielt, aber nicht versucht, einen Mann zu spielen.

21:43 DER Geheimtipp! Zwei tolle Frauen, mit tollen Stimmen und einer tollen Ausstrahlung. Wahnsinnige Bühnenpräsenz, wunderschöne armenische Kostüme!

21:40 Jenny Erpenbeck: Ich schlage eine Schauspielerin, Marion Breckwoldt, aus “Marat” vor. Sie ist eigentlich eine Art verwahrloster Mephisto. Sie ist die Leitfigur, sie glaubt nur noch an sich selbst. Verbindung zwischen Stück und Figur, die mich interessiert hat. Bin schon fertig, noch kein Gong?

21:40 GONG! (Peymann redet weiter)

21:39 Sucher: Ich bin 107! (Hähhh? Die Red.)

21:39 Peymann: Heute ist es für die Jury ein Problem, überhaupt mal jemanden über 50, 60 einzuladen.

21:38 Peymann: Dass der Regisseur Kušej nicht sichtbar ist, ist seine größte Qualität in der Aufführung!

21:36 Behrendt: Ich finde, die Schauspieler sind großartig, deswegen haben wir das auch eingeladen. Eine irrsinnige Spannung zwischen dem Kunstdialekt und einer direkten Art zu sprechen, den die Schauspieler da hin bekommen. Es hängt da an den Schauspielern, nicht an der Regie.

21:35 Jenny Erpenbeck: Ich verstehe Sie, Herr Peymann. Aber es war mir zu klein, in welche Richtung das gehen soll.

21:34 Folklorismus auf der Bühne in alten Kostümen, Trommeln und einer dicken Matrone. Akkordeon spielt man auch.

21:33 Applaus als Bestätigung

21:32 Peymann: Ich prämiere den Weibsteufel vom Burgtheater! Was die drei da machen, an spielerischen Wunderbarkeiten, das war das Alibi in diesem Theatertreffen. Neben Goschs Möwe, aber der hat schon so viele Preise bekommen. Ich prämiere die drei Schauspieler!

21:31 GONG, erste Runde zu Ende

21:30 Peymann: Da haben Sie in Ihrer Kritik aber was anderes geschrieben! Schauen Sie sich mal Ihren ersten Satz an!

21:30 Eva Behrendt: Das hat nie was Mitleidheischendes.

21:28: Claus Peymann: Das ist gar nix, das ist ungestaltetes gar Nix. Theater muss große Geschichten erzählen mit großen Spielern.

21:28 Claus Peymann: Halb Kranke und halb Debile auf der Bühne finde ich furchtbar, ich möchte über sowas nicht lachen.

21:26 Claus Peymann: Eva Behrendts Vorschlag finde ich fürchterlich. Ich bin ein Vertreter des Könnens und der Kunst. Schlingensief ist ein vergnügter Clown, das ist ein Theater des Zufalls.

Sucher: Ich und Peymann sind höflich, werden aber keine Rücksicht auf die Damen nehmen.

21:25 Eva Behrendt: Ich möchte streiten für Schlingensief. Entpuppt sich als humorvolle Überlebensfeier. Herausfordernde, anstrengende Inszenierung, die weiter in die Diskussion der Zuschauer wirkt. Das war die Produktion im vergangenen Jahr, die mich am meisten umgetrieben hat.

21:21 Sucher erklärt die Spielregeln. Jeder darf seinen Kandidaten vorstellen. Wenn sich nach 60 Minuten nicht geeinigt wird, verfällt der Preis.

21:19 Es geht los!

One thought on “Live-Ticker vom Preiskampf um den 3sat-Theaterpreis!”

  1. Peymann hat sich als Ekelpaket beteiligte, Zeit geschunden nach dem Muster von Franz Josef Strauß!!! Er sollte sich selbst einmal ansehen/hören im Fernsehen!!! Zu seiner Beschämung wurde der Preis an die drei großartigen Schauspieler aus Wien verliehen.
    Sucher hat keine Gesprächsbereitschaft gezeigt durch sein vorab verkündigtes Dogma “Ic h will, dass ein Schauspieler gewinnt!”, von dem er sich auch nicht einen Millimeter wegbewegte!
    Das bedeutete, dass einer der beiden Männer gewinnen sollte! In der Sache sehr schwach! Es wirkte wie abgesprochen, “gegen uns Männer können die Fräuchen nicht an!” Wirkte echt wie abgekartet.!
    Männer wissen eben, wie sie sich durchsetzen und führen Kämpfe gegen Männer! Hier gegen Schlingensief, auch wenn er gerade stirbt. Ich bin gespannt, was die nominierten Schauspieler von Schlingensiefs Konzeption halten!!!
    Die wahren Siegerinnen waren die beiden Frauen, nur sie haben sich bewegt! Um das Geld für drei PreisträgerInnen zu retten! –
    schließlich waren alle Nominierten preiswürdig!
    Ich hätte -nach diesem Kommunikationsdesaster mit den beteiligten autoritären Männern- die 10000 Euro auf den Kopf gehauen! Voller Verachtung für die unbelehrbaren Machos: Die sich einbilden, dass ein Schlingensief “nur aus Mitleid” vorgeschlagen werden kann, selbst aber zu borniert sind, seine künstlerisch-genial-engagierten Qualitäten wahrzunehmen. Diese borniert männlichen Konzepte -ich wiederhole mich gezwungenermaßen- “de Sade kann nur von einem Mann gespielt werden!”, “persönliches Engagement kann nur ‘Betroffenheitstheater’ sein”!, zeigen eine grausige Unbeweglichkeit!!
    Wie beschämend für Peymann und seine Wahl, dass der querulantisch, altväterlich, unkonzentriert auf das eigentliche Thema oder beabsichtigt Zeit schindend Argumentierende eine Zustimmung von allen bekam.
    Wie generös von den Frauen, die in vollem Bewusstsein der Qualität ihrer Wahl, den guten Schauspielern ( wie gesagt, alle Nominierten waren schließlich gut!), aber damit auch einer borniert verfochtenen peymannschen Theatertheorie ihre Stimme gaben.
    Ich hätte die 10000 Euro bei einer solch desaströsen Entscheidungsfindung lieber auf den Kopf gehauen! D. Funk

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