Offener Kulturbegriff

Mir ist es wichtig, dass Theater und das Schreiben darüber nicht zu eng und elitär gesehen werden, sondern dass viele Menschen einen Bezug zu Kultur entwickeln. Deswegen schreiben für mein Blog blogkultur unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Berufen über das, was sie unter Kultur verstehen. Das ist bewusst so offen gehalten, damit die zumeist jüngeren Autoren, bevor sie ihre Beiträge schreiben, darüber nachdenken, was Kultur für sie heißt und in welcher Form sie darüber lesen möchten, wenn sie es steuern können. Jene, die im künstlerischen Bereich arbeiten, stehen plötzlich vor der Frage, wie und ob man Kunst bewerten kann. Bei diesem Ansatz heraus gekommen sind bisher sowohl klassische Theaterrezensionen als auch Überlegungen zum Kulturbegriff oder Reiseeindrücke.
Durch die neuen Medien wird schneller, unverdauter, manchmal „falscher“ über Theater geschrieben. Aber auch: sinnlicher, unmittelbarer, plötzlicher. Eine Gefahr sehe ich darin, dass Autoren online mit ihren Meinungen anonym bleiben können. Weil Leser einen Anspruch darauf haben zu wissen, wessen Meinung sie lesen, machen die Blogger auf blogkultur Angaben zu ihrer Person.

Ich wünsche mir, dass die Theaterlandschaft und das Schreiben darüber vielfältiger werden, dass nicht nur Theaterbesprechungen der etablierten Theaterkritiker Beachtung finden, die kein Interesse daran haben, ihren Bereich zu demokratisieren, sondern auch solche, die aus der Perspektive derer geschrieben werden, die das künftige Theaterpublikum sind.

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Grete Götze

Grete Götze, 1983 in Marburg geboren, hat selbst lange Theater gespielt, sich nach der Schule aber entschieden, es lieber von außen mitzuerleben und deswegen in Frankfurt Theater-, Film- und Medienwissenschaft zu studieren. Weil Literatur aber auch Spaß macht, hat die 28-Jährige noch deutsche und französische Literatur dazu gewählt. Durch mehrere Praktika hat sie während des Studiums ihren Spaß am Journalismus entdeckt. Derzeit volontiert sie bei der Frankfurter Rundschau.

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