Mittendrin: Rausgegangen

In Nicolas Stemanns Inszenierung von Elfriede Jelineks Wirtschaftskomödie “Die Kontrakte des Kaufmanns” stehen während der ersten Hälfte des Abends die Türen zum Theatersaal sperrangelweit offen. Elisabeth Hamberger und Judith Liere haben die Hinein- und Hinausgehenden gefragt, wie ihnen das gefiel.

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Trotz allem: Staying alive!

Am Freitag hatte Christoph Marthalers “Riesenbutzbach. Eine Dauerkolonie” Theatertreffen-Premiere. Das beeindruckende Bühnenbild von Anna Viebrock war zu groß für die Berliner Bühnen, und so wurde Marthalers Wiener Festwochen-Produktion im Hangar 5 des Flughafens Tempelhofs aufgeführt.

“Darf ich da bitte durch! Ich sitze Reihe 17 Platz 23. Sie sitzen wohl auf meinem Platz.”  “Na, hören Sie mal! Links ist links! Ich werd’ ja wohl noch wissen, wo links ist!”
Die wohl größte Schwierigkeit dieses Abends, bereits vor Stückbeginn: Die Suche nach dem Sitzplatz. Orientierungsloses und gereiztes Irren durch die Reihen des Publikumsraums. Im Haus der Berliner Festspiele, da kennt man sich aus, aber der Hangar des ehemaligen Flughafens Tempelhof, das ist was Anderes! Da steht das Theatertreffenpublikum unter gesonderter Anspannung.

Das Design für den Untergang

Dann endlich Stille und eine lange Pause. Die Schauspieler haben sich im Bühnenbild eingerichtet. Schmiegen sich an Kommoden, Tische und Stühle, als wären sie Teil des Mobiliars. Die Pause ist wohltuend, denn das Bühnenbild von Anna Viebrock braucht Zeit, um in all seinen Details erkundet zu werden. Ein großer maroder Raum, in sich verschachtelt, aber von beklemmender Schönheit. In fetten Lettern steht ganz oben “Institut für Gärungsprozesse”, doch in diesem Institut gärt schon lange nichts mehr. Hier regiert der Stillstand. Die alten Möbel passen da sehr gut rein, ausgekochte Farben – beige, grau, braun. Einen Ausgang aus diesem tristen Raum gibt es nicht. Anstatt sich aufzulehnen gegen das Eingesperrtsein, gegen Abstieg und Krise, geben sich die fünfzehn Figuren ganz der Stagnation hin. Sie kämpfen nicht gegen den Untergang an, sondern sie singen, sitzen, stehen und beobachten.

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Alles anschalten

Am Mittwoch hat der tt-Stückemarkt begonnen. Los ging’s mit zwei szenischen Lesungen: “Alles ausschalten” von Julian van Daal und Peca Stefan’s “Wire and Acrobats – Drahtseilakrobaten”. Wir haben beide Stücke mit der Kamera begleitet und dann auch noch das ein oder andere bekannte Gesicht vor die Linse bekommen.

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Musik: CaBoume “Fly Swatter” & “Pat ma Back”

Ich hab die Krise mit der Krise

Seit einer Woche trifft sich unser Bloggerteam jeden Vormittag zu einer Redaktionssitzung. Diese fällt mal mehr, mal weniger lang aus. Überziehen wir gnadenlos, so liegt dies nicht daran, dass wir soviel planen (obwohl wir natürlich sehr viel planen!), sondern weil wir immer wieder über grundsätzliche Fragen diskutieren: Fragen, die das Theater allgemein betreffen, Fragen, die sich mit dem Theaterverständnis unserer Zeit und unserer Gesellschaft beschäftigen, Fragen, auf die es keine Antwort geben kann und die in uns doch so sehr arbeiten.
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Margit, mit dir is so schön

Heute wurde im Deutschen Theater der mit 20.000 Euro dotierte Theaterpreis Berlin 2010 an die Schauspielerin Margit Bendokat verliehen. Wir waren dort und gratulieren.

Sonntagmorgen, 11 Uhr, Berlin. Das Deutsche Theater ist rappelvoll. Noch drängen einige Journalisten in den Zuschauerraum, suchen hektisch nach freien Plätzen, um ihre Kameras zu positionieren und Stift und Block zu zücken. Denn heute findet eine einmalige Darbietung statt. Heute wird der Theaterpreis Berlin 2010 verliehen. Heute wird die Schauspielerin Margit Bendokat geehrt. Continue reading Margit, mit dir is so schön