Wir werfen fünf Argumente in den Ring

Heute Abend wird der 3sat-Theaterpreis verliehen – und der Theaterstreit der Jury zum ersten Mal live im Fernsehen übertragen! In der Jury sitzen Berliner-Ensemble-Intendant Claus Peymann, Theaterkritiker C. Bernd Sucher, Schriftstellerin Jenny Erpenbeck und tt09-Jurymitglied Eva Behrendt. Seit 13 Jahren wird der 3sat-Preis für eine besonders herausragende künstlerische Leistung im Rahmen des Theatertreffens verliehen. Wir sind gespannt, wer die 10.000 Euro gewinnen wird – und haben ein paar Entscheidungstipps für die Jury zusammen gestellt.

1. Den Zugriffszahlen auf dem Theatertreffen-Blog vertrauen: Christoph Schlingensief wurde auf unserem Blog am meisten angeklickt (gefolgt von Jürgen Gosch). Schlingensiefs “Kirche der Angst” war eine der begehrtesten Inszenierungen, und die Jury würde damit ihre Aufgeschlossenheit gegenüber grenzüberschreitendem Theater zeigen. Zudem ist Schlingensief gerade in aller Munde und mit seinem Buch auf der Spiegel-Bestsellerliste auf Platz 4.

2. Auf die Blogger hören: Wir haben heute bei der Redaktionskonferenz geheim über unsere Favoriten abgestimmt (anwesend: 4 Blogger, 2 Blog-Büroladies, abwesend: 3 Blogger). Das Ergebnis: Nicolas Stemanns “Räuber” sind auf dem ersten Platz, “Marat” und “Die Kirche der Angst” gemeinsam auf dem zweiten. Zwischen diesen drei Stücken konnten wir uns dann partout nicht auf eine gemeinsame Empfehlung einigen.

3. Wer schon andere Preise bekommen hat, kann auch noch einen haben. Jürgen Gosch wurde schon mit den Berliner Theaterpreis ausgezeichnet, seine “Möwe” wird zudem von Kritikern und Publikum geliebt. Da kann man nichts falsch machen.

4. Mal mutig sein und was Umstrittenes wählen: Volker Löschs “Marat, was ist aus unserer Revolution geworden” ist die politischste Inszenierung und sticht in ihrer Ästhetik und Machart eindeutig aus den anderen tt09-Inszenierungen hervor. Und als Jurymitglied kann man sich so ganz politisch zeigen.

5. Mal das Publikum ärgern und das einzige Stück auszeichnen, das nicht beim Theatertreffen gezeigt werden konnte – und das damit die wenigsten gesehen haben: Christoph Marthalers “Das Theater mit dem Waldhaus“. Das wäre aber schon ziemlich absurd und frech!

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