Das Kollektiv hat immer Recht

Der Chor oder die Aufteilung des Individuums auf mehrere Darsteller ist der Trend auf dem zeitgenössischen Theater, wie die Auswahl des tt09 zeigt. In Andreas Kriegenburgs “Der Prozess” spielen 8 Personen einen K., in Katie Mitchells “Wunschkonzert” bebildern mehrere Statisten das Leben einer Lebensmüden. Auch die “Räuber“-Inszenierung Nicolas Stemanns lässt lieber vier Räuber als einen Karl-Franz auftreten. Und den Abschluss macht Volker Löschs Armutskollektiv seiner “Marat“-Inszenierung. Ein Podcast über das Chorprinzip.

Volker Lösch
Regisseur des authentischen Chors: Volker Lösch. Foto: Jan Zappner

“Mal richtig zuhören”

Als kollektivgewordene Armutserfahrung stehen sie in Volker Löschs Marat-Variation auf der Bühne: 24 Hamburger Hartz-IV-Empfänger, Rentner und Zu-Gering-Verdiener. Ihr Epilog hat zu einem künstlichen Eklat geführt. Weil bisher fast nur über, aber selten mit dem Chor gesprochen wurde, haben wir das nachgeholt. Fünf Stimmen über das Stück und die Probenerfahrung.

Marat-Chor im Interview
Erschöpft, aber glücklich: der Marat-Chor nach seiner ersten Proben-Nachbesprechung. Foto: Jan Zappner

 

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Familienkunde

Die finnisch-estnische Erfolgsautorin Sofi Oksanen eröffnet mit ihrem Stück “Fegefeuer” den Stückemarkt des Theatertreffens. Es beleuchtet die Schattenseiten des noch jungen Staates Estland, aus dem ein großer Teil ihrer Familie stammt. Ein Porträt zum Anhören.

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Verarbeitet Geschichte in ihren Stücken: die finnisch-estnische Autorin Sofi Oksanen. Foto: Jan Zappner

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