Wie wiederholen sich Revolutionen im Theater?

Wir haben die Regisseure der zum tt09 eingeladenen Inszenierungen um einen kurzen Blog-Beitrag gebeten, indem wir ihnen eine Frage stellten. Volker Lösch, der mit seiner “Marat“-Inszenierung einen Skandal in Hamburg hervorrief, kritisiert den Begriff der Theaterrevolution.

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Lasst Wahlplakate regnen: Volker Lösch und sein "Marat, was ist aus unserer Revolution geworden?" vom Schauspielhaus Hamburg. Foto: A. T. Schäfer

im theater wiederholen sich keine revolutionen
da es im theater weder revolutionen gab
noch jemals revolutionen geben wird
dem theater ist alles revolutionäre grundsätzlich fremd
da es sich ausschließlich
mit repräsentativem beschäftigt
es gilt die unausgesprochene abmachung
dass revolutionen nur gespielt
und eben nicht gemacht werden
revolutionen verändern das was ist radikal
und das möchte im theater niemand
die theaterrevolution
ist also eine reine erfindung der presse

2 thoughts on “Wie wiederholen sich Revolutionen im Theater?”

  1. Theaterrevolutionen verändern das Theater.

    Aber möglicherweise gehört zu Ihrer Markenpflege auch eine gewisse Borniertheit.

  2. Deswegen nehme ich ja weite Entfernungen in Kauf, um in Lösch-Inszenierungen endlich mal zu erleben, daß von der Bühne mit Wut und Empörung gegen Bestehendes revoltiert wird. Leider verändert das nichts im System, aber doch wohl hoffentlich in manchen Köpfen und Herzen. Weiter so, das Theater braucht empörte Menschen!

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