Amelie Deuflhard // Ermittlungen?

Die Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhard über die mutmaßliche Anzeige der AfD gegen ihre Person und die mutmaßlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hamburg wegen „Beihilfe zum Verstoß gegen das Aufenthaltsrecht für Ausländer”.
Sie bezieht sich auf den Artikel von Stefan Grund in der “Welt” vom 02.05.2015.

 

RE: Carvalho – Anmerkungen und Fragen des Blogorchesters

Am Sonntag veröffentlichten wir an dieser Stelle einen Protest-Zwischenruf von Wagner Carvalho, der seitdem für einiges Aufsehen gesorgt hat. Auch bei uns im Blogorchester wird heiß diskutiert und die Meinungen gehen auseinander. Wir haben deshalb einige Statements, aber auch Fragen der Blogger*innen an Wagner Carvalho gesammelt und hier zusammengestellt.

Oliver Franke:

„Lieber Herr Carvalho, Sie nennen in Ihrem Statement neben Nicolas Stemanns ‚Die Schutzbefohlenen’ ebenfalls Brett Bailey als einen Referenzpunkt, dessen Installationen ‚Exhibit A, B & C’ direkt Bezug nehmen auf die Menschenausstellungen der Kolonialzeit in Afrika. Was ist ihre Haltung zu den schwarzen Künstlerinnen und Künstlern, welche an den von ihnen genannten Kunstprojekten direkt mitwirken? Würden Sie diesen Performer*innen und Aktionisten durch ihre Teilnahme pauschal eine unreflektierte Haltung zum Thema Rassismus vorwerfen? Wie sähe Ihrer Meinung nach ein kritischer und reflektierter Umgang mit rassistisch konnotierten Gesellschaftsbildern und Ideologien im theatralen Kontext aus?“

Annegret Märten:

Dear Wagner Carvalho, one of your examples for objectionable and racist art is ‚Exhibit B’ by Brett Bailey, which had a life after the discussions at the 2012 Festspiele had died down. In September 2014, the show went up at the Barbican in London. It caused massive protests and was consequently shut down – therefore censored. Do you think that when work might be considered racist, censorship is the right thing to do? If so, who’s allowed to pass that judgement? ‚Die Schutzbefohlenen’ reflects on and ultimately condemns the clumsiness of white privilege in theatre. Granted, this happens later in the piece and possibly after you had left the performance. Do you categorically reject the use of blackface because it perpetuates racism? Are only certain theatre makers allowed to address racism in their art?

Judith Engel:

„Wenn Nicolas Stemann sagt, dass man Rassismus zeigen muss, um diesen zu kritisieren, finde ich, dass es zu wenig ist, diese beabsichtigte Rassismuskritik mit dem plumpesten aller Mittel zu lösen. Was kommt nach der Sichtbarmachung? Wird ‚blackfacing‘ als problematische Geste in ‚Die Schutzbefohlenen’ differenziert analysiert? Der Geste folgt meiner Meinung nach keine kritische Analyse. Sie wird lediglich als solche ausgestellt. Wenn ‚blackfacing die Geste sein soll, damit dem Publikum klar wird, dass es sich hier um die Ausstellung von Rassismus handelt, traut man diesem wenig zu. Rassismus wird dadurch auch auf etwas reduziert, was viel komplexer und weitreichender ist.“

Janis El-Bira:

Es gibt sehr gute Gründe dafür, jegliche Reproduktion rassistischer Klischees, egal wie gebrochen und markiert sie sein mögen, abzulehnen. Allein, das konsequente, rückstandslose Löschen bestimmter Begriffe, Bilder und Stereotypen erledigt keinesfalls von selbst die dahinterliegenden Strukturen und Denkweisen. So lange Exklusion und Rassismus nicht verschwunden sind, müssen wir darüber reden und dabei wohl oder übel und gegen alle Berührungsängste auch einige hässliche Wörter in den Mund nehmen und widerliche Bilder zeigen. Denn diese haben nicht nur Geschichte, sondern leider oft genug auch Gegenwart. Wir können nicht in seine Einzelteile zerlegen, was wir nicht anfassen. Die Frage bleibt immer, wann, wo und – vor allem – wie wir das tun.“

Rebecca Jacobson:

„Are there any cases at all when blackfacing can have an artistic purpose? Or is blackfacing (or the N-word) absolutely not allowed on the stage? If that’s the case, what distinguishes that from censorship? If not, how could blackfacing be used in a productive, constructive or useful way?“

Theresa Luise Gindlstrasser:

„Ja: ‚Blackfacing’ ist zu jeder Zeit und an jedem Ort eine rassistische Geste. Dadurch wird eine Geschichte der Ausbeutung und Deklassierung zitiert und also auch fort geführt. Und gleichzeitig, Nein: ‚Blackfacing’ ist wie jede andere Geste zu jeder Zeit und an jedem Ort vor allem auch ein Zitat. Kein geschichtsloses, oder auch kein gesichtsloses, aber wie in jedem Zitat, also wie in jeder Geste überhaupt, liegt eine Möglichkeit zum Bruch. Ein Hoch auf den Bruch! Ein Hoch auf die Verwirrung! Deswegen: Ist ‚Blackfacing’ wirklich per se, für immer, ohne jede weiterführende Überlegung zum Kontext zu verurteilen?“

Valerie Göhring:

„Rassismus ist real. Was wahr ist, darf man sagen. Und zeigen? Den Diskurs hochhalten, aktuell sein, thematisieren. Ja. Stereotypen auf der Bühne reproduzieren? Nein. Das Spannungsverhältnis ist unklar, die Sprache der Bühne besonders, die Kunst Zitate zu erkennen – nicht die jedermanns. Debatte hin oder her, Fettnapf erkannt – und thematisiert. Bitte, bitte, weniger Zynismus, weniger Hass, weniger Verschlossenheit. Von allen.
Denn, ausnahmsweise geht es hier mal nicht nur um Theater, Leute.“

OK, OK: Reflections on “Die Schutzbefohlenen”

“Just write something!”

OK, OK.

When the actors speak in German, there are English surtitles. When the actors speak in English, there no German surtitles.

Why is “dolphin” in all caps? DOLPHIN. DOLPHIN. DOLPHIN.

A crucifix. Evening gowns. Hoodies. Zippers. Barbed wire. Teddy bears.

What role does pity play in the theater?

After the show, in the lobby: “It’s such a German play.”

“As an American, what did you think?”

“You must have theater about refugees in America, right?”

A QUIZ FOR AMERICANS
Lampedusa is:
a. a Sicilian-style tomato sauce
b. a nickname for Milan’s star striker
c. an Italian fashion designer known for his austere silhouettes
d. other.

It´s political. It´s beautiful.

Hier Theater. Dort Theater am Rande des Aktivismus. Hier klassische Formen, aus denen kein Entkommen ist. Dort Experiment, Studio, Labor. Mach ich ja auch ganz gerne, schlag ich mich mal auf ne Seite: Jetztzeitbetrachtung, Orchester, bling bling. Dass aber das eine sehr wohl mit dem anderen und eigentlich beides ineinander dauernd mit und gegen, trotzdem einfach keine isolierten Geschehnisse darstellt, es also nur unter richtig wilder Reduktion möglich ist, vom gesellschaftlich gleichgültigen Theater der Repräsentation einerseits und vom politisch motivierten Aktivismus der Selbstermächtigung andererseits zu sprechen, warum?

Weil erstens sich in so einer Gegenüberstellung meistens nicht nur das Theater und der Aktivismus begegnen, sondern dann eben auch noch all diese damit assoziierten Vokabeln, mit denen über das Verhältnis dieser Formen zu Aktualität, zu Publikum, zu Identität im Generellen und zu sich selber im Speziellen gesprochen wird. Weil zweitens TheaterTheater und das, was noch immer neue Formen heißt, sich nicht per se inhaltlich oder formal oder ästhetisch, noch auch in der politischen Motivation voneinander unterscheiden müssen, sondern dies meistens tun in den Produktionsweisen und Bedingungen. Weil drittens die Aktion Erster Europäischer Mauerfall innerhalb der Jury als eine mögliche unter zehn bedeutendsten Inszenierungen diskutiert wurde.

Melilla Political Beauty © Patryk Witt / Zentrum für Politische Schönheit
Melilla Political Beauty © Patryk Witt / Zentrum für Politische Schönheit

Im November 2014 inszenierte das Zentrum für Politische Schönheit den Ersten Europäischen Mauerfall. Nah an den Feierlichkeiten zu 25 Jahre Mauerfall in Berlin wurden die weißen Mauerkreuze an der Spree von eben dort entfernt und an heutige, real existierende Mauern, Grenzen, Zäune, nämlich die von dieser Festung Europa gebracht. Am 7. November machten sich zwei Reisebusse von Berlin aus auf den Weg nach Bulgarien, um dort wirklich oder symbolisch oder beides die Grenzen einzureißen.

Barbara Burckhardt aus der Jury vom Theatertreffen sieht das Ganze jedenfalls so:

Das ist doch gut. Das hört sich so an: Wie so vieles andere ist vielleicht auch der Begriff Theater im Wort Theatertreffen ein provisorischer. Weil in einem Rahmen agiert wird, innerhalb dessen manche Produktionsweisen naheliegender erscheinen als andere, werden Produktionen eingeladen, die diesem Rahmen näher liegen als andere. Dass Produktionsbedingungen immer auch verändert werden können, ja.

Dass die Produktionsbedingungen von Theater in Deutschland verändert werden müssen, das trug dieser zweite Tag neben der inhaltlichen Ausrichtung an Themen der Einwanderungspolitik, die innerhalb von Gesprächen und Workshops verhandelt wurden, groß mit sich herum. Weil es etwas gibt, das etabliert ist, nämlich das TheaterTheater, das sich hinreichend oft schon als weißer heterosexueller Mann um die 50 entpuppt hat, gibt es einfach genug Gründe sich nicht mit provisorischen Begriffen aufzuhalten, sondern einem konkreten Handlungsbedarf zu folgen. Also immer wieder und wieder hierarchische Verhältnisse, strukturellen Rassismus und blinde Flecken im Theater und in der Welt überhaupt in Form von Theater am Rande des Aktivismus anzugehen.

So geschehen auch heute. Das Zentrum für Rassismuszertifizierung hat vor dem Eingang zum Haus der Berliner Festspiele die Demo Version eines Erkennungstests vorgespielt. Ist das rassistisch, wenn. Und die Antwort war dann ja. Deswegen gab es einen Zertifizierungsstempel, der zwar nicht auf Menschen oder auf naheliegende Architekturen angebracht wurde, aber auf einer Rolle Papier.

Zentrum für Rassismus Zertifizierung © Oliver Franke
Zentrum für Rassismus Zertifizierung © Oliver Franke

Aha. Und eben! Eine Unterscheidung zwischen Theater und Theater am Rande des Aktivismus geht viertens auch nur sehr schwer, weil diese Dinge in einem strukturellen Näheverhältnis stehen. Am Nachmittag waren die Menschen vom Zentrum für Rassismuszertifizierung noch involviert in das, was heute wirklich als Establishment bezeichnet worden war, haben in verschiedenen Workshops, als verschiedene Initiativen verschiedene Projekte vorgestellt, die sich mit Selbstermächtigung im Kulturbereich auseinander setzen.

Und fünftens werde ich jetzt Marianna Salzmann aus der Podiumsdiskussion heute im Camp paraphrasieren: Theater ist sowieso aktivistisch. Das ist ein Handeln nach außen, also notwendigerweise schon immer auch politisch. Und auch das Private, also das nicht intendiert, das nicht explizit Politische ist: eh schon wissen.

Deswegen: Make love, not war. Macht Theater und macht Politik und macht Veranstaltungen, wo ich nicht mehr weiß, ob ich jetzt in meinem ästhetischen oder in meinem politischen Bewusstsein gefragt bin und macht Diskussionen, wo das eine gegen das andere ausgespielt wird. Ach so, ja, und damit wollte ich jetzt mehrere Lanzen brechen für eine Pluralität der Formen, die irgendwie miteinander existieren können und nicht über jeweils vorherrschende Produktionsbedingungen oder irgendwelche inhaltlichen Ansätze sprechen. Eh.

Wie reflektiert bist du? Ein Fragebogen.

Am 2. Mai, keinen Tag zu früh, setzt das Theatertreffen 2015 mit dem Themenkomplex Flucht, Asylpolitik, Heimat und Fremde seinen ersten inhaltlichen Schwerpunkt. In allen Debatten und Diskussionen kristallisiert sich schnell heraus: Es reicht nicht mehr, sich auf die eigene Unzulänglichkeit zu berufen.
Kunst kann nicht nur Fragen stellen, Kunst kann: __________
Die Frage nach gut oder schlecht, fair oder unfair, legal oder illegal ist eine, die konkret ist, ein Ja oder Nein verlangt. Keine Ausflüchte, keine Ausreden, kein Marketing-Sprech, das uns weismachen möchte, es gäbe für bestimmte Katastrophen Ursachen, die unvermeidbar sind.

Hier ein Versuch der Debatte „Say it loud, say it clear…!” im Rahmen des Focus Jury eine Form zu geben. 47 Fragen. Ein Thema. Eine Anhäufung von Schlagworten, vielleicht auch Phrasen. Was bleibt hängen, was geht unter? In einer Debatte, die um ihre eigene Unzulänglichkeit kreist – Wo siehst du dich?

Teilnehmer*innen der Debatte waren Barbara Burckhardt, Marianna Salzmann, Ahmed Sha, Nicolas Stemann, Samee Ullah. Alle Sätze sind so oder so ähnlich gefallen.

Bitte ankreuzen:

1) Wie viele Tote braucht das Theater, um seinen Gattungsbegriff ausweiten zu können?
Egal [   ]  700 [   ]
2) Kann Kunst Leben retten?
Ja [   ] Nein [   ]
3) Wir können die Menschen gerne aufklären, das dauert eine Minute.
Ja [   ] Nein [   ]
4) Ihr kommt hier nicht rein.
Ja [   ] Nein [   ]
5) Es gibt keine legalen Möglichkeiten und faktisch keine Alternativen.
Ja [   ] Nein [   ]
6) Der Bogen vom Mittelmeer bis zu uns ist nicht weit.
Ja [   ] Nein [   ]
7) Es gibt offensichtlich juristische Grauzonen, die ein Bürgermeister in Hamburg hat
Ja [   ] Nein [   ]
8) und die Politik in Berlin nicht.
Ja [   ] Nein [   ]
9) Bekennen wir uns zu den Menschenrechten?
Ja [   ] Nein [   ]
10) Ganz ehrlich.
Ja [   ] Nein [   ]
11) Das System gibt keine Antwort auf die Frage, ob wir alle gleich sind?
Ja [   ] Nein [   ]
12) Es gib kein einzelnes Schicksal – nur ein gemeinsames?
Ja [   ] Nein [   ]
13) Mögen wir Theater zu sehr, um uns seine Grenzen einzugestehen?
Ja [   ] Nein [   ]
14) Und immer wieder Repräsentationstheater?
Ja [   ] Nein [   ]
15) Ein blinder Fleck.
Ja [   ] Nein [   ]
16) Die Mittel, die wir haben, sind doch die der Sprache, die der Überforderung, die des Theaters
(Und, ja: Was sollen wir sonst machen?)
Ja [   ] Nein [   ]
17) Das Dilemma nicht lösen sondern zeigen.
Ja [   ] Nein [   ]
18) Ein Anfang
Ja [   ] Nein [   ]
Aber
19) Theaterimmanente Probleme behandeln.
Ja [   ] Nein [   ]
20) …in bester Brechtscher Tradition?
Ja [   ] Nein [   ]
21) Wir zeigen ein Scheitern, also sind wir gescheitert?
Ja [   ] Nein [   ]
22) Soll ich auf der Bühne etwas lösen, was in der Gesellschaft scheitert?
Ja [  ] Nein [  ]
23) Also zeigen wir unser Stück in dem Zustand, in dem es das Europäische Ausländergesetz zulässt:
Ohne Schauspieler?
Ja [   ] Nein [   ]
24) Neuer deutscher Realismus?
Ja [   ] Nein [   ]
25) Postrevolutionsgefühle?
Ja [   ] Nein [   ]
26) Theater ist Aktivismus?
Ja [   ] Nein [   ]
27) Big Surprise: Das gilt nur für Weiße.
Ja [   ] Nein [   ]
28) Politisch ist im Theater vor allem seine eigene Unzulänglichkeit zu reflektieren?
Ja [   ] Nein [   ]
29) Wir reflektieren uns zu Tode?
Ja [   ] Nein [   ]
30) We need to talk?
Ja [   ] Nein [   ]
31)Redet Theater zu gerne über sich selbst?
Ja [   ] Nein [   ]
32) Die Diskussionen, die führen wir doch nicht wegen des Theaters, wegen der Projekte oder wegen der Bundesregierung?
Ja [   ] Nein [   ]
33) Die Diskussionen führen wir, weil ihr uns an eure Stimme erinnert habt?
Ja [   ] Nein [   ]
34) Refugee-Fundamentalismus?
Ja [   ] Nein [   ]
35) Die Entscheidungsträger sind die einzigen, die es sich leisten können darüber zu sprechen?
Ja [   ] Nein [   ]
36) Die Grundlage für diese Absonderung ist Rassismus?
Ja [   ] Nein [   ]
37) Ich würde gerne eine Lanze brechen für Theater?
Ja [   ] Nein [   ]
38) Entscheidungen fällt man nicht mehr nach rein ästhetischen Kriterien?
Ja [   ] Nein [   ]
39) Kunst darf eben alles?
Ja [   ] Nein [   ]
40) Ich habe mich nach Autonomie von Kunst zurückgesehnt?
Ja [   ] Nein [   ]
41) Irgendwann verliert die Kunst die Kraft, wenn sie sich nur engagiert?
Ja [   ] Nein [   ]
41) Wenn wir das Kunst nennen müssen, dann nennen wir das Kunst?
Ja [   ] Nein [   ]
42) Die Kunst ist vielleicht, wenn wir die Leute richtig bezahlen?
Ja [   ] Nein [   ]
43) We will make it a movement?
Ja [   ] Nein [   ]
44) Leiht den Menschen eure Bühnen, nicht eure Stimmen?
Ja [   ] Nein [   ]
45) Es geht, es ist gar nicht so schwer?
Ja [   ] Nein [   ]
46) Ich bin hier angekommen und dachte Theater muss raus gehen.
Ja [   ] Nein [   ]
47) Aber Theater muss rein lassen.
Ja [   ] Nein [   ]

Das Schönste ist
Der Zynismus verfliegt
ein wenig.

 

 

Forderungen zur Flüchtlingspolitik im Theater

“Wir können euch nicht helfen. Wir müssen euch ja spielen.”
(Zitat aus N. Stemanns Inszenierung “Die Schutzbefohlenen”, TT 15)

Wie wir helfen können: 4 Forderungen an das deutschsprachige Theater in Bezug auf ihren Umgang mit Asylanten/Flüchtlingen:

1. Akzeptiert, dass ihr Lernende sein, keine Lehrende! Lernt von den Flüchtlingen: ihrer Kultur, ihren Texten, ihrer Schauspielkunst.

2. Gebt den Flüchtlingen Räume und Ressourcen um ihre eigenen Theaterstücke zu inszenieren/schreiben! Sie können für sich selbst sprechen!

3. Bekämpft den strukturellen Rassismus, der sich im Kulturbetrieb breit gemacht hat!

4. Lasst Migranten  in die Ebenen der künstlerischen Leitung (nicht nur ins Ensemble), damit Inklusion stattfinden kann!

(ein Gespräch mit Marianna Salzmann, Leitung Studio Я, Maxim-Gorki-Theater und Ahmed Shah, künstlerischer Leiter Jugendtheaterbüro Berlin im Anschluss an die Camp Veranstaltung Flucht und Asyl, 2. Mai 2015)