Applaus Applaus

Über das Theatertreffen-Publikum
Ein Stück ist nicht zu Ende, wenn es zu Ende ist. Auch die Inszenierung ist nicht zu Ende, wenn das letzte Wort auf der Bühne gesprochen ist. Applaus wird geprobt und der Regisseur ist aufgefordert, genau zu überlegen, wie er an dieser Stelle mit dem Publikum umgeht. Die konkrete Umsetzung am Abend der Vorstellung ist dann aber meist den Darstellern und ihrem Gespür überlassen: Wenn gebuht wird, muss man sicher nur einmal zum Verbeugen auf die Bühne. Für die Zuschauer ist diese Applaus-Inszenierung meist nicht wahrnehmbar, weil subtile Mittel benutzt werden. Bei Herbert Fritsch ist das anders. Er legt seine Mittel offen. Bei ihm endet das Gesamtkunstwerk erst, wenn der letzte Zuschauer den Saal verlassen hat. Continue reading Applaus Applaus

Ihr Tag mit dem TT (16)

Man kann es kaum glauben: Das letze TT-Wochenende bricht an.
Heute findet auch die allerletzte Premiere für dieses Theatertreffens statt: Alvis Hermanis Inszenierung von Tschechows Platonov. Besonders spannend wird diesmal die Adaption an die Bühne des Festspielhauses sein, denn die Stimmen der Schauspieler werden erstmals verstärkt, ist doch das Festspielhaus weitaus größer als das Akademietheater in Wien. Wie sich dies mit dem ausgeprägten Naturalismus dieser Aufführung verträgt ist abzuwarten.
Weiters findet heute die letzte Vorstellung von “Before Your Very Eyes” im HAU statt. Auch die Fortscheibung der “Borkmann-Saga” findet heute ihr vorläufiges Ende – dieses Mal werde ich die Vorstellung twitternd begleiten.
Wer “Kill Your Darlings” aufgrund der Erkrankung von Fabian Hinrichs verpasst hat findet vielleicht ein wenig Trost im Sony-Center: Dort findet nämlich heute um 16 Uhr ein öffentliches Screening der Aufzeichnung statt.
In den letzten Tagen sind wir ja alle unheimlich viel Zeit bewegungslos in Theaterstühlen verbracht; quasi als Ausgleich gibt es darum heute Abend in der Kassenhalle ab 23 Uhr 30  ein Konzert von “marie & the redCat”, um die müden Knochen noch ein mal ordentlich durchzuschütteln. Wir sehen uns auf der Tanzfläche!

Gob Squad: Simon Will on time and collectives

Gob Squad’s Before Your Very Eyes combines two of the 2012 Theatertreffen’s “remarkable” aspects: time and collectives. More specifically, this transnational performance collective raises questions about the subjectivity of time.

Time and Collectives: Gob Squad. Photo: Manuel Reinartz

Before Your Very Eyes is a performance with seven teenagers who perform their lives in fast forward. In the “safe environment” of a glass house, a voice from above guides them through their lives. It also confronts them with questions and challenges on their way from puberty to mid-life crisis and ’til death do them part. Their journey into the future is linked to the past when the kids are faced with interviews with themselves – recorded when they were two years younger.
The following interview might serve a similar purpose some years from now, as I talked to Simon Will, one of Gob Squad’s seven core members since 1999, about life’s challenges and changes.
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