Otto twittert

Das fünfjährige Blogmaskottchen Otto motzt eigentlich immer, aber sie kommt gar nicht mehr so richtig dazu, seitdem sie sich mit dem Social-Media-Dienst Twitter angefreundet hat.

Zeichnung: Henrike Terheyden / KENDIKE
Zeichnung: Henrike Terheyden / KENDIKE

Sie twittert über das Theatertreffen unter den folgenden Hashtags (#): unter #TT50 über das Theatertreffen, über die Konferenz „Theater und Netz“ unter #theaterundnetz (hier gibt es unseren Bericht der Eröffnungsdiskussion zwischen Marina Weisband und Claus Peymann) und über eine interaktive Performance mit der Twitter-Wall als vierte Wand bei der Bloggerkonferenz re:publica unter #rp13theater. Und der Stückemarkt ist auch dabei: #stückemarkt.

Bericht einer Neu-Bloggerin. Weisband und Peymann eröffnen Konferenz „Theater und Netz“

Ich glaube, ich bin gerade dazwischen. Also zwischen Claus Peymann und Marina Weisband, meine ich.

Gestern war die Eröffnung der Konferenz „Theater und Netz“, die durch eine Kooperation von nachtkritik.de und der Heinrich Böll Stiftung mit der Bundeszentrale für politische Bildung am 8. und 9 Mai stattfindet. Im Anschluss an das Gespräch zwischen dem Intendanten des Berliner Ensembles und der Piratin (ihr Lieblingsbuch ist übrigens „Krieg und Frieden“ von Tolstoi), bin ich die Spree entlang spaziert und habe über die Protagonisten des Abends nachgedacht. Ich habe daran gedacht, wie der Moderator Albert Eckert das Publikum darum bat, Handzeichen zu geben. Ob man eher theater- oder eher netzaffin sei. Ich hob zweimal die Hand. Und ich glaube, das war ein performativer Moment, selbstreferentiell und die Wirklichkeit konstituierend. Denn, so wie sich der Zustand zweier Menschen vor dem Traualter durch den Ausspruch des Ja-Worts von Einzelperson zu Ehepaar verändert, so habe auch ich vorhin durch meine Geste ausgedrückt: Ja, ich bin Teil dieser Community. Das war eine Bewusstwerdung und gleichzeitig ein Bekenntnis. Denn bisher gehörte ich wohl nicht dazu.

Natürlich bin auf Facebook. Ich checke auch meine E-Mails mehrmals täglich. Ich besitze aber weder Smartphone noch Tablet. Da hat mir Claus Peymann einiges voraus: „Ich habe seit Kurzem ein iPhone, ich beherrsche es nur nicht.“ Mein Laptop ist wuchtiger als so manch ein PC und ein hervorragender Flatscreen-Ersatz bei heimischen DVD-Abenden. Mobil bin ich nur über Anruf oder SMS erreichbar, schnelle Reaktionen im Internet sind undenkbar. Darüber bin ich glücklich. Denn ich kann gut nachvollziehen, was Claus Peymann meinte, als er das Internet als „Kommunikation der Einsamkeit“ beschrieb. Im Gegensatz zu Marina Weisband macht mich das Bild einer Rose in einer SMS nämlich nicht glücklich, es erregt mich auch nicht nachhaltig. Continue reading Bericht einer Neu-Bloggerin. Weisband und Peymann eröffnen Konferenz „Theater und Netz“