Tag 10

1. Ich schlafe aus, habe ausgeschlafen.

2. Endlich ist mein Text über Herbert Fritsch fertig (wird heute Abend veröffentlicht, hier ist er), für den ich vergangene Woche mit ihm ein sehr offenes Gespräch führen konnte, das ich noch in bester Erinnerung habe.

3. Ich lasse heute Nachmittag im Radialsystem bei Katie Mitchells „Reise durch die Nacht“ Julia Wieninger nicht aus den Augen und bringe danach hoffentlich noch das ein oder andere Wort aufs Blatt für einen Kollektivtext zu Schauspielerinnen beim TT.

Mein Wunsch: Das Theatertreffen hat mit dem großen Fest gestern seinen Zenith noch nicht überschritten!

 

Realitätsfragmente

In Katie Mitchells Inszenierung von Friederike Mayröckers „Reise durch die Nacht“ (gestern Abend Premiere beim Theatertreffen) verschränken sich die Wirklichkeiten. Eine Frau reist mit ihrem Mann in einem Nachtzug von Paris nach Wien. Die Reise durch die Nacht bleibt schlaflos, und ich werde Zeuge eines inneren Monologs der Reisenden. Im unteren Teil der Bühne wird in Höchstgeschwindigkeit die fragmentarische Welt inszeniert, die sich im oberen Teil zu einem Film zusammenfügt. Ich muss immer wieder neu abgleichen, weiß nie genau, wo ich eigentlich hinschauen soll, und stelle mir immer wieder die Frage: Was ist wirklich echt?

In den „Zeichenkritiken“ unternehme ich den Versuch, gesehene Inszenierungen in eine Zeichnung gewissermaßen einzudampfen. (Hier die anderen Zeichenkritiken.)

Zeichnung: Henrike Terheyden / KENDIKE
Zeichnung: Henrike Terheyden / KENDIKE