GESÄUBERT / GIER / 4.48 PSYCHOSE – Die Kulisse

Kurz vor und nach der Aufführung von Sarah Kanes Trilogie an den Münchner Kammerspielen bin ich auf der Bühne, um die Requisiten zu fotografieren. Die reduzierte Ästhetik und Surrealität des Bühnenbilds, der Lampenschirme und der Stühle, die ganz ohne Effekthascherei auskommen, spiegeln für mich auch den existenziellen Gehalt des Stückes wieder: Es geht um den Menschen als Individuum, um Gefühle, um (Selbst-) Zerstörung und Vergänglichkeit.

 

Warum Theater?

Der Theatertreffen-Blog stellte während der gesamten Festivalzeit Theatermachern und -gängern die Frage “Warum Theater?” auf einem weißen Blatt Papier und bat darum, diese vor Ort, mit Stift, schnell und ohne lange Überlegungszeit zu beantworten. Das stieß bei manchen auf Ablehnung (“blöde Frage”, “nicht in so kurzer Zeit”, “Fragen Sie das doch nicht mich, ich mach doch selbst Theater”), bei anderen auf spontane, mal ernste, mal witzige Einfälle. Ein Zettelkasten, unter anderem mit Zeichnungen von Christoph Marthaler, Ulrich Matthes und Karin Beier. (Mehr davon? Der Blick aufs Theater von heute aus der Zukunft gesehen: Future Archive of Theatre). Continue reading Warum Theater?

Ode an Peymann

Gestern Abend hat uns Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles, den Glauben an das deutsche Theater zurückgegeben. Im Preiskampf hat er mit überzeugenden Argumenten – wir hatten auch einige – die Gegner aus dem Feld geschlagen und am Ende triumphiert. Ein großer Auftritt.

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Die 3Sat Preiskampf-Juroren Claus Peymann und Jenny Erpenbeck in Aktion. Foto: Jason Kassab-Bachi

Lieber Claus Peymann,

auch wenn es gestern Abend keinen Ringrichter gab, den Kampf hast Du nicht nur durch das kollektive K.O. Deiner Mitstreiter gewonnen, sondern auch klar nach Punkten. Continue reading Ode an Peymann