TOP/FLOP Inszenierungen für das Internationale Forum

Die Stipendiaten des Forums nennen ihre jeweiligen TOP und FLOP Inszenierungen des Theatertreffens 2015 (ohne BAAL in der Regie von Frank Castorf).

Overcome Racism – ein Modell

Interview mit Chris Thorpe, der mit seinem Stück There Has Possibly Been an Incident letztes Jahr zum Stückemarkt eingeladen wurde und dieses Jahr beim Stückemarkt Revisited sein Theaterstück Confirmation vorstellt. In beiden Texten treten personifizierte politische Gegensätzen in Beziehung zueinander.

Letztes Jahr stellte er das Modell des “anonymen Schreibens” vor. In der Konsequenz sollte jedes Theaterstück anonym veröffentlicht werden. Nach einem Jahr wird bekannt gegeben, wer der jeweilige Autor der nun meistgespielten Stücke ist. Er glaubt fest daran, “that each one of has a an inevitable tendency to prejudice certain kinds of people, certain kinds of name” und dass das anonyme Schreiben eine Stückevielfalt zuließe, die uns helfen könnte unsere eigenen Vorurteile zu begreifen und zu überwinden.

Im Interview greift Chris Thorpe diesen Gedanken auf und entwickelt ihn nun auf der Darstellungsebene weiter. Außerdem erzählt er worin seine Verantwortung als privilegierter weißer, männlicher Künstler liegt.

 

Struktureller Rassimus im dt. Theater

Anlässlich der Podiumsdiskussion „Wer sind wir in der weißen Welt? – Postkolonialismus und Theater“ 3 x 100 Sekunden-Gespräche, die sich mit dem strukturellen Rassismus in Deutschland beschäftigen und der Frage inwieweit man ihn überwinden kann.

1.) Neue Darstellungsmethoden statt Reproduktion // Neu-Defintion von ästhetischer Praxis: Inhalte, Formen, Konzepte //  TT-Jury muss sich strukturell verändern
2.) Blackfacing ist rassistisch wenn es intentional diskriminierend ist // Rassismus in der „Realitätsebene“ von Nicolas Stemanns „Die Schutzbefohlenen“: Flüchtlinge erhalten 25€ Vorstellungsgage
3.) Geflüchtete sind teilweise auch Künstler, können sich selbst repräsentieren // Wie definiert sich Theater-Kunst? Nicolas Stemanns Stück ist Teil der Hochkultur, Subkultur die sich mit gleichem Thema beschäftigt wird dann als Projekte „sozialer Arbeit“ ungleichwertig behandelt

Dr. Azadeh Sharifi ist Kulturwissenschaftlerin und Theaterwissenschaftlerin arbeitet zum post-migrantischem Theater, Postkolonialismus.

Julia Wissert, ist Regisseurin und wurde kürzlich mit dem Kurt-Hübner-Preis ausgezeichnet. Ihre Diplomarbeit behandelt das Thema: „Repräsentation und Selbst-Repräsentation schwarzer Theatermacher*innen im deutschsprachigen Raum“.

Lloyd Nikadzino ist Regisseur und Kulturmanager aus Harare, Simbabwe und ist Stipendiat des Internationalen Forums 2015.

Simon J. Paetau ist Regisseur und Aktivist. Er hat mit jungen Geflüchteten vom Oranienplatz das Filmprojekt “Refugee Strike & Beyond” initiiert, indem die Geflüchteten eigenständig Filme entwickeln und drehen konnten.

Bahareh Sharifi ist freie Kuratorin und Aktivistin, die als Zuschauerin bei der Podiumsdiskussion dabei war.

 

Hier ein Beitrag über die Aktion von KulTür Auf beim Theatertreffen: NAME IT RACISM.
Der Dramaturg Yuri, Dramaturg im Ballhaus Naunystraße, spricht über den strukturellen Rassismus im deutschprachigen Theater, den er persönlich erfahren hat.
Die Forderungen ans deutschprachige Theater von Marianna Salzmann, Leitung Studio Я, Maxim-Gorki-Theater und Ahmed Shah, künstlerischer Leiter Jugendtheaterbüro Berlin um den strukturellen Rassmismus zu überwinden.

Post-Kolonialismus im dt. Theater

Iury S. Trojaborg ist Stipendiat des Internationalen Forums 2015. Er wurde in Rio de Janeiro geboren studierte dort Schauspiel und machte dann in Kopenhagen einen Master in Dramaturgie. Er musste Kopenhagen innerhalb von zwei Tagen verlassen, weil seine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert wurde, obwohl er die notwendigen Unterlagen besaß. Er ist Dramaturg im Ballhaus Naunynstraße.

Er spricht anlässlich der Podiumsdiskussion über die Spuren des post-kolonialistischen Rassismus im deutschen Theatersystem  und warum er das Eröffnungsstück des Theatertreffens „Die Schutzbefohlenen” von Nicolas Steman nicht verlassen hat wie Wagner Carvalho, der künstlerische Leiter des Ballhaus Naunystraße, warum er aber die Inszenierung dennoch als „naiv” empfindet.

Seine Name vereint drei Nationen: Iury – der russische Name seiner Vorfahren; Saluziani – der brasilianischer Vorname seiner Mutter und Trojaborg – der dänische Nachname seines Ehemannes

 

Angst essen Deutschland auf

„Andere werfen Bomben, ich mach Filme.“ R.W. Fassbinder

Wo ist er hin, der Mut des R.W. Fassbinder!? Ist es einfacher, die Verantwortung auf die „großen“ Parteien/Institutionen abzuschieben, anstatt die eigenen persönlichen Beziehungen zu analysieren? Ist der Mut zur Selbstanalyse vergraben unter dem Marketing-Wahnsinn des deutschen Theater-/Kunst- und Filmmarktes?

Patrick Wengenroth ist Regisseur und Performer, und zeigt, anlässlich des Focus Fassbinder, beim Theatertreffen sein Theaterstück „Angst essen Deutschland auf“ (das auf Fassbinder-Interviews basiert) und die Performance „Einer, der eine Liebe im Bauch hat, der muss nicht am Flipper spielen“. Nach dem Symposium „Das Private ist Politisch“, bei dem er als Podiumsteilnehmer dabei war, spricht er über Rainer Werner Fassbinder. Hier eine Zusammenfassung des Gespräches.

 

 

 

Tanz als Sprache

Der Regisseur Tom Struyf, der mit seinem Stück “Another great year for fishing” zum diesjährigen Stückemarkt eingeladen ist, erzählt was Sprache für seine Arbeit bedeutet.


 

Weitere Interviews mit drei weiteren Autor*innen des diesjährigen Stückemarkts (Alexandra Badea, Alexander Manuiloff und Stefan Wipplinger) stehen Rede und Antwort auf folgende Fragen:

1. Wie definierst du einen Autor?
2. Würdest du dein Stück als politisch bezeichnen und wenn ja warum?
3. Wie würdest du dein Stück beschreiben? In welche „Gattung“ fällt es?
4. Was ist Ziel deines Stückes und dein Ziel als Autor?
5. Wie entwickelst du deine Stücke?

Talking Straight

Imprassionari de Talking Straight Festival wet intervan Dr. Tucké Royale

(Zum diesjährigen Stückemarkt ist der Autor Daniel Cremer mit seinem “Talking-Straight Festival” in Fremdsprache eingeladen. Ganztägig fanden im Haus der Berliner Festspiele Performances, Workshops und Lesungen statt. Dr. Tucké Royal gibt Auskünfte über das Festival.)