Survival Techniques

Dea Loher’s play “Diebe” has everything this year’s tt theme promises. Wolves and crises, the return of Nature and problems. Unfortunately, this new work from a living dramatist failed to excite my imagination, my hopefulness or even my willingness to sit in the theater.

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Herzzahl: Gemischte Gefühle

Gesehen, gedacht, gepunktet. Direkt nach jeder tt-Premiere beurteilen wir die Inszenierung in vier Kategorien, am nächsten Morgen gibt es eine ausführliche Kritik.

Heute: Diebe

  • (KLEIDUNGS)STYLE // ♥ ♥ ♥ _ //
  • MONTY-PYTHON-HUMOR // _ _ _ _ //
  • AUGENVERDREHFAKTOR // ♥ ♥ ♥ _ //
  • BILDUNGSBÜRGERBINDUNGSFÄHIGKEIT // ♥ ♥ ♥ ♥ //

” … und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel …”

Man denke sich Andreas Kriegenburgs “Diebe“-Inszenierung ohne das gigantische Schaufelrad auf der Bühne. “Das letzte Feuer” ohne das Karussell. Seinen “Prozess” ohne das riesige Auge. Was wären Kriegenburgs Inszenierungen ohne die metaphernstarken Bühnen? Überlegungen zu den Arbeiten eines Regisseurs, der sich momentan an mechanischen Bühnenbildern abarbeitet.

Linda (Judith Hofmann) auf dem Mühlenrad des Lebens. Foto: Arno Declair

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Great Expectations

Ich habe mal alles gelesen, was ich zu “Diebe” – heute Abend tt Premiere – finden konnte: Pressetexte, Rezensionen, Google. Meine gesammelten falschen Erwartungen.

“Diebe” ist für Loher-Verhältnisse ungewöhnlich komisch.

sagt Ulrich Weinzierl auf Welt.de.

Plötzlich wird klar, dass die Farce nur eine Falle war und die Klamotte die Mutter der Tragödie.

sagt Peter von Becker im Tagesspiegel.

Im Laufe des Abends schießen einem die verschiedensten Erinnerungen durch den Kopf. An Klassiker der Komik wie Loriot und Monty Python, ebenso wie an die boshaft-ironischen Gruselfilme Roman Polanskis.

sagt Jury-Mitglied Stefan Keim im tt Magazin.

Es wird menscheln, heut Abend im Deutschen Theater, sage ich, nach meiner kleinen Hintergrundrecherche. Mehr hab ich ja nicht. Jetzt also freies Assoziieren: Continue reading Great Expectations

Schizophren vereinigt

Vier Persönlichkeiten ergeben einen Franzkarl Moor. Vier Engelteufel toben in einer Person. In Nicolas Stemanns Inszenierung von Schillers “Die Räuber” dividieren und multiplizieren vier Schauspieler die Zerrissenheit eines Menschen zwischen Freiheit und Bindung, Verantwortungslosigkeit und Liebesbedürfnis, Stolz und Opportunismus. Ein Abend gegen alle, ein kleines Resümee zur Halbzeit.

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Die Faust sprechen lassen: Die vier "Räuber" in Nicolas Stemanns zum tt09 eingeladener Inszenierung. Foto: Arno Declair

Man könnte Nicolas Stemanns Theater als einen Gegenentwurf zum Theater Jürgen Goschs sehen. Wo bei Gosch unkenntlich ist, inwieweit das Spiel überhaupt verabredet ist und ob der Begriff des Darstellens (noch) angebracht ist, ist Stemanns Inszenierung eine einzige große Verabredung, eine artifizielle Konstruktion. Continue reading Schizophren vereinigt

Im Auge der Macht

Andreas Kriegenburg hat Kafkas “Der Prozess” als bildmächtige Parabel inszeniert. Das seltsame Leiden der Hauptfigur an einem ominösen Gerichtsprozess lässt er acht Schauspieler auf einer eindrucksvollen vertikalen Drehbühnenkonstruktion exerzieren. Nicht zum ersten Mal war der Regisseur dabei sein eigener Bühnenbildner. Wir wagen zwei Überlegungen zu seinem Bewegungskonzept.

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Gegen das Gesetz der Schwerkraft: "Der Prozess" in der Inszenierung von Andreas Kriegenburg beim tt09. Foto: Arno Declair

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Looking for Kafka

Ausdruckslose Gesichter in der Redaktion, als die Sprache auf das Kafka-Gastspiel beim tt09 kommt. Andreas Kriegenburgs Münchner Der Prozess”-Inszenierung ist eingeladen, doch was soll man dazu sagen – Kriegenburg interessiert, aber Kafka? Warum und vor allem wie soll man überhaupt noch über Kafka nachdenken? Eine Recherche im Selbstversuch.

Kafkaregal im Dussmann
Zeitlos schick im Buchladen: das Kafka-Regal. Fotos: Kristin Becker

Den Einstiegstest mache ich nachts am Küchentisch. Muss man Kafka heute noch lesen, frage ich Continue reading Looking for Kafka