Stückemarkt Revisited: Chris Thorpe Interview on “Confirmation”

After being invited to the Stückemarkt last year, performer Chris Thorpe returns to Berlin with a new piece as part of Stückemarkt Revisited. Rebecca Jacobson and Annegret Märten talked to him about his show, “Confirmation,” which is on until Saturday at English Theatre Berlin.

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“Confirmation,” written and performed by Chris Thorpe
Directed by Rachel Chavkin
Photo by Arnim Friess.

English Audio Review: John Gabriel Borkman

Rebecca Jacobson and Annegret Märten from the TT-Blog sat down with theatre blogger and academic Holger Syme to discuss Karin Henkel’s production of “John Gabriel Borkman”. We talk about Ibsen’s play and discuss masks, music and monstrous physicality.

 

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John Gabriel Borkman
by Henrik Ibsen
directed by Karin Henkel, Design: Katrin Nottrodt, costumes: Nina von Mechow, music: Arvild J. Baud, lighting: Annette Ter Meulen, Dramaturgy: Sybille Meier
with Josef Ostendorf, Julia Wieninger, Jan-Peter Kampwirth, Lina Beckmann, Kate Strong, Matthias Bundschuh, Gala Winter
www.schauspielhaus.de

English Audio Review: Die Schutzbefohlenen

Straight out of Die Schutzbefohlenen Theresa and Annegret from the blog orchestra sat down with UK theatre bloggers Megan Vaughan and Andrew Haydon to talk about the show.

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Die Schutzbefohlenen
von Elfriede Jelinek
Regie/Bühne: Nicolas Stemann, Kostüme: Katrin Wolfermann, Musik: Daniel Regenberg/Nicolas Stemann, Live-Musik: Daniel Regenberg, Video: Claudia Lehmann, Dramaturgie: Stefanie Carp
Mit: Thelma Buabeng, Ernest Allan Hausmann, Felix Knopp, Isaac Lokolong, Daniel Lommatzsch, Barbara Nüsse, Dennis Roberts, Sebastian Rudolph und einem Flüchtlingschor
www.burgtheater.at

Das klägliche Restzucken toter Tiere – Susanne Kennedys „Fegefeuer in Ingolstadt"

Bevor das Stück beginnt, wird bereits das Bühnenbild auf den heruntergelassenen Eisernen Vorhang projiziert. Ein in der Tiefe perspektivisch kippender Raum in siffigem Pastellton kündigt drohendes Unheil an. Rechts neben einem lichtdurchfluteten Fenster: ein Kruzifix. Die Projektion beginnt zu flackern, wie in einem Horrorfilm. Als der Eiserne Vorhang sich hebt und das tatsächliche Bühnenbild freigibt, die ersten Gestalten den Raum bevölkern, setzt sich der unheimliche Eindruck fort: aufgezogenen Puppen oder Comicfiguren gleich scheinen sie in den Raum gestellt, bewegen sich künstlich und maschinell, mal verlangsamt, mal in zackigen, abgehackten Gesten. Die Stimmen kommen vom Band und werden von den Schauspielern tonlos synchron mitgesprochen. Jedes bisschen Leben, alles Menschliche scheint aus diesen Figuren entwichen.

Die Textvorlage wird zergliedert in kurze Standbilder, die Geschichte von der ungewollten Schwangerschaft und der darauf folgenden Hetzjagd in der Provinz verdichtet sich zu einem düsteren Diavortrag aus der Hölle. Jede Szene wird harsch unterbrochen von einem Black, begleitet von bedrohlichem Brummen. Mal wird in einem einzigen Standbild bloß ein Lied gesungen oder ein Satz gesprochen, schon wird weitergeschaltet. Ab und zu ensteht ein Flirren, wenn sich über die Szenerie, leicht versetzt, das gleiche Bild als Projektion darüberlegt.

Die Szenen sind von unterkühlter Brutalität und Abgestumpftheit geprägt. Die künstlichen, hochgepitchten Stimmen und der stark verdichtete Fleißer-Text zeichnen ein nihilistisches Bild von einer Gemeinschaft, der jeglicher sozialer Zusammenhang und jede Empathie abhanden gekommen ist. Die Töchter Clementine (Anna Maria Sturm) und Olga (Çigdem Teke) beneiden einander, der Vater (Walter Hess) ist ein resignierter Schläger, Mutter Roelle (Heidy Forster) löffelt ihrem Sohn (Christian Löber) debil und, Gottesbeschwörungen murmelnd, das Essen in den Rachen. Gervasius (Edmund Telgenkämper) und Protasius (Marc Benjamin) – zwei tumbe Dorfproleten – haben es auf Roelle abgesehen und wollen ihn stumpf vernichten, weil er ihnen zu fremd ist. Die Regungen der Darsteller, ihr zwischenzeitliches Aufbäumen und Aufbegehren, erscheint wie das klägliche Restzucken toter Tiere.

„Fegefeuer in Ingolstadt“ von Susanne Kennedy überzeugt vor allem in seiner ästhetischen Entschiedenheit. Die hohe Künstlichkeit der Bühne, der Kostüme, vor allem aber die der Spielweise zeichnet insgesamt ein groteskes, beklemmendes Bild einer erkalteten und seelenlosen Gesellschaft und schafft darin einen ganz eigenen theatralen Kosmos, der entfernt an die Arbeiten von Ida Müller und Vegard Vinge erinnert, aber doch eine sehr eigenwillige Sprache und einen ungewohnten Rhythmus entwickelt. Die kalkulierte Kälte dieser Inszenierung macht schaudern. Doch die subtile Komik, die hier und da aufschimmert, und der stilsichere ästhetische Gestaltungswille, die konsequent eingesetzten Mittel, bringen das in der Inszenierung verhandelte Grauen in eine intensive Schwebe, die sehr viel Raum für Assoziationen lässt.

Felix Ewers hat sich grafisch mit der Inszenierung auseinandergesetzt. 

Die Berliner Zeitung ist Partner des Theatertreffen-Blogs.

Beitragsbild: Ostkreuz / Julian Röder

„Fegefeuer in Ingolstadt” // Visuelle Auseinandersetzung

„Fegefeuer in Ingolstadt“
Regie: Susanne Kennedy
Premiere: 08. Februar 2014, Münchner Kammerspiele
Handlung: das „Höhere” negiert das Menschsein mit Stroboskop und eindringlicher Unbewegtheit.
Anzahl der Schauspieler: sieben
Rekordverdächtig: die Sprachlosigkeit

FegefeuerInIngolstadtFelix Ewers, 2014, 900 x 1125 px
Mehr Visuelles von Felix unter www.weissreflex.de


Eine fortlaufende Serie.

Teil 1 zu „Zement”
Teil 2 zu „Onkel Wanja”

Hörcollage der Videobustour zu 50 Jahren Theatertreffen

Moderation Videobustour Sandra Hueller
Die Schauspielerin Sandra Hüller moderiert die Buszeitreise durch 50 Jahre Theatertreffen per Video. Foto: Nikola Richter

Wer es nicht schafft, die Videobustour zur 50-jährigen Geschichte des Theatertreffens mitzumachen, die heute das erste Mal mit Publikum durch Berlin fährt (weitere Termine hier), kann hier eine Collage aus O-Tönen, aufgenommen auf der Probefahrt, hören. Mit dabei u.a. die Stimmen der Schauspielerinnen Sandra Hüller, Margit Bendokat und Carmen-Maja Anton.

Oder eine visuelle Reise zu ALLEN Spielstätten von 50 Jahren Theatertreffen machen, mit der TT-Blog-Bildergalerie.

Theaterpreis Berlin 2011 verliehen

Der Regisseur Dimiter Gotscheff, die Schauspielerin Almut Zilcher, sowie die Schauspieler Samuel Finzi und Wolfram Koch erhalten den Theaterpreis der Stiftung Preußische Seehandlung für ihre Theaterarbeiten, darunter “Iwanow” oder “Die Perser“. Er wurde am Sonntag, 8. Mai, im Rahmen des Theatertreffens Berlin, verliehen. Das Preisgeld von 20.000 Euro überreichte der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit. Die vier Preisträger über “Gemeinschaft”, und ihre Bühnenbildnerin Katrin Brack über die gemeinsame Arbeit.

 

 

 

 

Wir gratulieren!

“In Deutschland wird immer so viel gemeckert”

Am Mittwoch Abend wurde der Stückemarkt offiziell mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Diskutiert wurde über “Grenzen, Zwischenräume und Chancen neuer Dramatik in Europa”. Nach einer Impulsrede der georgischen Dramatikerin und Regisseurin Nino Haratischwili sprach sie mit Roland Schimmelpfennig und Yvonne Büdenhölzer über die verschiedenen Erfahrungen mit europäischer junger Dramatik.

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“Ich glaube nicht an die Krise”

Regisseur Luk Perceval: "Seit dreißig Jahren ist es mein Beruf, Menschen zu verstehen." Foto: Kim Keibel

Luk Perceval hat den Roman “Kleiner Mann – was nun?” von Hans Fallada für die Bühne adaptiert. Die Geschichte spielt im Berlin der Weimarer Republik, zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Heute Abend hat die Produktion aus den Münchner Kammerspielen Theatertreffen-Premiere. Wenige Stunden vorher haben wir den belgischen Regisseur auf eine Zigarettenlänge und vier schnelle Fragen vor dem Bühneneingang getroffen. Luk Perceval über die Krise, Menschenliebe, gute Theaterabende und ein Deutschland, das nicht mehr existiert.

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Die Marionette in dir

Seit 1994 fällt das Performance-Kollektiv Gob Squad durch seine außergewöhnlichen Produktionen auf, darunter wilde Happenings und Verquickungen von Theater, Video und Alltagsszenen. Beim tt09 leitet die Gruppe einen Workshop im Internationalen Forum. Und erprobt einfache, aber schräge Verfremdungstechniken. Ein Arbeitsbericht.

Gob Squad
Die Schweizer Bühnenbildnerin Cristina Nyffeler und der Schauspieler Diar Xani aus dem Kosovo werden von Dritten gesteuert. Eindrücke aus dem Workshop bei Gob Squad beim Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens 2009. Foto: Jan Zappner

 

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