„Fegefeuer in Ingolstadt" // Ein digitales Daumenkino

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Unser Alumni-Blogger Hamed Eshrat hat sich Susanne Kennedys „Fegefeuer in Ingolstadt” angesehen und etwas gezeichnet.
Digitales Daumenkino, ohne Daumen.
Sehen zu „Fegefeuer in Ingolstadt” auch Felix Ewers grafische Auseinandersetzung und Jannis Klasings Kritik.

Wohin des Wegs? Die TT-Blogger 2013 weiterlesen

Damit der Abschied vom TT-Blog nicht so schwer fällt, geht’s bei den Berliner Festspielen mit dem Blog zum Theatertreffen der Jugend weiter … oder auf den Blogs und Twitterkanälen der TT-Blogger.

Ein Blog zu Theater, Kunst, Musik, Mode, Gesellschaft (und vielem anderen) ist Milchmädchenmonolog von Eva Biringer. Auf Unruhe im Oberrang sondiert Clemens Melzer mit einem Blogger-Kollektiv vor allem die freie Szene und die Arbeiten kleinerer Theater in Berlin. Auf KENDIKE zeigt Henrike Terheyden ihre Zeichnungen, Mai Vendelbo verbindet auf Touching Theater Foto und Theatrales. Summer Banks schreibt online vor allem für den Exberliner. Mich findet man u.a. bei der schriftstelle, wo ich über Literaturveranstaltungen in Berlin und Digitalisierung berichte, aber auch als Verlegerin von Ebooks bei mikrotext. Auf Twitter sind wir @evaperlaperla, @iljaclemens, @h_terheyden, @exberlinerstage, @eefkeklein, @nikonee. Twitterarchiv zu allen Tweets während des Theatertreffens: @TT-blog13 und #TT50.

Gruppenfoto Ausschnitt
Gruppenfoto mit Baum auf der Holzkonstruktion im Publikumsgarten, Haus der Berliner Festspiele: Mai Vendelbo, Eva Biringer, Eefke Kleimann, Nikola Richter, Henrike Terheyden, Summer Banks, Clemens Melzer (v.l.n.r.). Foto: Mieke Ulfig

Sieben Alumni schenkten dem Theatertreffen-Blog zum fünften Geburtstag einen Beitrag. Und auch sie bewegen sich deutlich im Netz: Adrian Anton schreibt auf FLÜSTERN+SCHREIE über Theater, vor allem aus dem Hamburger Raum, aber er berichtete jüngst auch auch von vier Tagen Berlin: „Viermal Theater, dreimal Theatertreffen, dreimal Berghain, einmal Kleingarten, einmal Museum. Ein Marathon.” Video- und Musikfundstücke versammelt Florian Duijsens’ Blog neonresolutions, weiterhin ist er aktiv als Managing Editor bei asymptote journal, einem Web-Magazin zu Übersetzungen ins Englische. Hamed Eshrat ist Designer und freischaffender Zeichner in Berlin und dokumentiert seine Arbeit im Netz. Maximilian Grosser bloggt manchmal für die Bosch-Stiftung über Kultur und Gesellschaft, aber arbeitet vor allem als Radiojournalist und Redakteur des Neuköllner Kiezblattes Donauwelle in Berlin. Fotos, Zitate von, vor allem britischen, Theaterleuten, Links findet man auf Miriam Sherwoods englischsprachigem Blog gluehbirnestage. Cory Tamlers Aktivitäten mit ihrem Performancekollektiv Yinzerspielen lassen sich auch aus der Ferne über ihren Blog verfolgen, sie lebt derzeit in Brooklyn. Matthias Weigel schreibt als freier Journalist u.a. für nachtkritik.de. Weiterhin ist er Projektleiter Second Screen für die Serie About:Kate (Arte) bei Ulmen Television. Dabei geht es unter anderem um die Einbindung von Inhalten aus der Community.
Community, das ist ein gutes Schlusswort.

„John Gabriel Borkman”(5) – eine zwölfstündige Zeichensession im Prater der Volksbühne

Gestern Abend stand John Gabriel Borkman auf dem Spielplan des Theatertreffens. Ich war im Prater der Volksbühne und habe parallel eine zwölfstündige Zeichensession in der ersten Reihe hingelegt. Ich war ziemlich enttäuscht, Regisseur Vegard Vinge kündigte irgendwann am Abend an, 23 Stunden zu spielen. Jedoch konnte er dies nicht einhalten, denn „Das Gesetz kennt keine Ausnahme” (Dieser Satz spielt eine Rolle im Stück und steht auf der Rückwand zur Bühne, ist hier aber auf das „reale” Gesetz bezogen) und somit ist nach einer Spielzeit von zwölf Stunden Ende im Gelände. Als am Schluss, gegen 4 Uhr 30, auf der Videokunstprojektionsfläche der Text „…to be continued” aufscheint, bin ich letztendlich auch ganz glücklich, für viel mehr hätten meine Stifte eh nicht mehr gereicht. Es war großartig, ein Gesamtkunstwerk mit nicht nur ultra-expressiven Höhepunkten. Anbei ein Einblick in mein Skizzenbuch: Continue reading „John Gabriel Borkman”(5) – eine zwölfstündige Zeichensession im Prater der Volksbühne

„Die [s]panische Fliege“ – eingefangen mit dem Stift

Heute Abend surrt es wieder gewaltig in der Volksbühne. Im Stück Die [s]panische Fliege lässt der Regisseur Herbert Fritsch die Darsteller puppenhaft mit wilhelminisch anmutenden Kostümen auf einem riesigen Teppich komisch gestikulieren, hüpfen, kriechen, klettern…  Es geht drunter und drüber. Adrian Anton beschreibt hier seine Sicht auf die Inszenierung. Ich war bei der letzten Vorstellung mit Stift und Papier vor Ort und habe ein paar Fliegen mit dem Bleistift eingefangen, sehen sie selbst: Continue reading „Die [s]panische Fliege“ – eingefangen mit dem Stift

Ihr Tag mit dem TT (13)

Für alle, die sich am gedruckten Programm orientieren: Es gab eine Spielplanänderung!  „Kill your Darlings!“ fällt wegen Fabian Hinrichs Sprechverbot aus. Stattdessen wird „Die [s]panische Fliege“ gespielt. Regisseur Herbert Fritsch lässt die Darsteller puppenhaft auf einem riesigen Teppich komisch gestikulieren, hüpfen, kriechen, klettern…  Es geht drunter und drüber (hier unsere Sicht auf die Inszenierung). Trotz Ausfall wird es an der Volksbühne also ein unterhaltsamer Abend.
Gelacht wird auch in Ibsens „Ein Volksfeind“, dem Regisseur Lukas Langhoff das Drama komplett ausgetrieben hat. Was wir davon halten? Magdalena Hiller sagt es in ihrer Premierenkritik.
Ernsthafter wird es am Abend im HAU mit dem Reenactment „Hate Radio“ von Milo Rau. Im Mittelpunkt steht die Radiostation RTLM, die 1994 den Genozid an der Tutsi-Minderheit in Ruanda mit vorangetrieben hat. Die Moderatoren machen zu cooler Musik Propaganda und rufen die Zuhörer zum Morden auf. Einen kleinen Einblick zu Thema und Stück bekommt man in der Sendung „titel thesen temperamente“. Hate Radio ist an dieser Stelle auch als Hörspiel verfügbar. Eine Einführung gibt es von uns heute Nachmittag, wenn Miriam Sherwood, die das Stück bereits gesehen hat, auf dem TT-Blog ihre Eindrücke schildert. Continue reading Ihr Tag mit dem TT (13)

Faust I+II, mit Pinsel und Papier

Nach der gut achtstündigen Aufführung von Faust I+II gab es noch ein Publikumsgespräch. Auf dem Podium war natürlich auch  Regisseur Nicolas Stemann, der im Gespräch die Vermutung aufstellte, dass Goethe Faust II beenden musste, weil er im Begriff war zu sterben. Ja, wahrlich eine Deadline, die nicht zu verschieben ist. Faust II ist komplex und, wie das Leben selbst, nie ganz greifbar. Um die Fülle der Inszenierung des Faust-Marathon zu verdauen, habe ich zu Stift und Papier gegriffen und dem Strich freien Lauf gelassen.

 
 

„Jonas Jagow“ – eine zeichnerische Zusammenfassung

Stückemarkt, dritte Runde: Gestern Abend kam ich in den Genuss, die szenische Lesung „Jonas Jagow“ von Michel Decar zu sehen. „In zeitlichen und räumlichen Sprüngen, schnellen Schnitten und vielfachen Zitaten entspinnt sich in diesem Stationen-Drama eine atmosphärische Zustandsbeschreibung der Stadt, die über Berlin hinausweist und nach unserem Blick auf eine Wirklichkeit fragt, die sich uns permanent zu entziehen scheint“ beschreibt Stückemarkt-Jurorin Mieke Matzke Decars Text.
Diese dekonstruierende und dadaistische Energie war ein gefundenes Fressen für meine Synapsen. Anhand von Textfragmenten aus der Stückfassung von „Jonas Jagow“ und eigenen Zeichnungen habe ich meinen Eindruck des Stücks auf zwei Seiten komprimiert zusammengefasst. Das Ergebnis sehen sie hier:
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Das Kane-Karussell

Weil Sarah Kanes Stücke so eng mit ihrer eigenen Geschichte verbunden sind, hat Johan Simons sie chronlogisch inszeniert. Und doch sind ihre großen Themen wie in einem ewig kreisenden Karussell miteinander verbunden. Hier eine Zeichnung aus der gestrigen Eröffnungsinszenierung (heute noch mal um 19 Uhr) – in umgekehrter Reihenfolge und aus der Sicht des Publikums.
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