Über Theater. So insgesamt. Eine U-Bahnfahrt mit Daniel Wetzel (Rimini Protokoll)

Felix Ewers führte ein Interview mit Daniel Wetzel von Rimini Protokoll und dem aus Peking stammenden Regisseur Chong Wang.
Das Audiofile ist der Mitschnitt des Gesprächs, während einer U-Bahnfahrt vom Bahnhof Pankstraße zur Haltestelle Mehringdamm, im direkten Anschluss an den Workshop von Rimini Protokoll, der für das Internationale Forum stattfand. Das Gespräch ist in englischer Sprache.

Inhaltsverzeichnis:
0:30 Wie entstand das Interesse, die Regeln eines klassischen Theaterbegriffs zu brechen?
3:00 Kurze Vorstellung von Chong Wang.
4:00 Bahnfahrt geht los. Zur Konstellation von Rimini Protokoll.
5:00 „Remote Berlin” als Ausgangspunkt für „Situation Rooms”?
8:00 Über Experten.
8:45 Was inspiriert ?
11:25 Chong Wang steigt am Alexanderplatz aus.
13:35 Beobachtung.
13:55 Über Freie Szene und Stadttheater.
16:30 Deutschland als geschützter Ort für Theater.
18:45 Werden Projekte wie Rimini Protokoll genügend unterstüzt?
19:30 Über das Theartertreffen, über den Begriff „bemerkenswert“.
21:10 Eine Vision für das Theatertreffen?
22:20 Umsteigen in die U7 am Hermannplatz
22:40 Anregungen. Das Internationale Forum.
25:40 Erfahrungen
27:25 Regisseur oder Künstler?
28:45 What´s next?
29:35 Über den Arbeitsprozess.
31:00 Goodbye

Sehen Sie auch unseren Beitrag zur Trophäenverleihung und Diskussion mit Rimini Protokoll, sowie die Camp-Videos #6 und #7 über die Workshops mit den Künstlern.

 

CAMP#7 – Workshop mit Rimini Protokoll

Am 5. Mai nahmen die Stipendiaten an einem Workshop mit Rimini Protokoll teil.  Susanne Lenz von der Berliner Zeitung war die mutige erste Performerin.

Sehen Sie auch das Video  CAMP#6 – Fragen an Rimini Protokoll. Außerdem gibt es einen Bericht von der Trophäenübergabe an die Künstler für die Arbeit „Situation Rooms”.

Die CAMP#-Videos sind eine Clip-Serie von Hannah Dörr, in der die Stipendiaten des Internationalen Forums unterschiedlichen Perspektiven auf das Theatertreffen vorstellen: über Inszenierungen, ihre eigene Arbeit und darüber hinaus.

CAMP#6 – Fragen an Rimini Protokoll

In einem Workshop mit den Stipendiaten des Internationalen Forums stellt Rimini Protokoll (Daniel Wetzel & Helgard Haug) die Arbeit „Qualitätskontrolle” vor. Die Stipendiaten stellen dazu Fragen.

Rimini Protokoll ist in diesem Jahr mit der Arbeit „Situation Rooms” zum Theatertreffen eingeladen. Aus terminlichen Gründen kann die Inszenierung nicht gezeigt werden, trotzdem gab es eine Trophäenübergabe.

Die CAMP#-Videos sind eine Clip-Serie von Hannah Dörr, in der die Stipendiaten des Internationalen Forums unterschiedlichen Perspektiven auf das Theatertreffen vorstellen: über Inszenierungen, ihre eigene Arbeit und darüber hinaus.

CAMP#5 – Interview Uwe Gössel

Uwe Gössel, Leiter des 50. Internationalen Forums 2014, erklärt was das Forum ist, wer teilnimmt und was passiert.

Die CAMP#-Videos sind eine Clip-Serie von Hannah Dörr, in der die Stipendiaten des Internationalen Forums unterschiedlichen Perspektiven auf das Theatertreffen vorstellen: über Inszenierungen, ihre eigene Arbeit und darüber hinaus.

Polyphonie eröffnet 50. Internationales Forum

Am zweiten Festivaltag wurde das 50. Internationale Forum eröffnet. TT-Blogger Felix Ewers war dabei und hat aus Fundstücken einen Beitrag kuratiert. Die Audiospur hat Hannah Dörr aufgenommen. 

Vor Beginn des Internationalen Forums wurden die StipendiatInnen gebeten einen Text zu schreiben, mit dem sie sich den anderen gegenüber vorstellen. „Ein Text über sich. Was ist wichtig, dass alle wissen sollen? Es kann persönlich sein, biografisch, fachlich und emotional, egal, jeder entscheidet selbst. Dieser Text kann folgende Fragen behandeln: a) „Wie ich wurde, was ich bin. b) Wozu mache ich Theater?“

Hier finden Sie einen kurzen Beitrag, der alle 36 Dossiers zusammenfasst, oder genauer gesagt: enthält. Stipendiat Stefan Bläske hat einen Text montiert, indem er aus jedem Beitrag, also von jedem Stipendiaten, ein Textfragment entnahm, immer vom Beginn des Textes, aus den ersten beiden Sätzen oder Zeilen, und diese dann aneinanderfügte – belassen in der Reihenfolge des Dossiers. Bei der Eröffnung des Forums gestern verlas er diese „textes trouvés“ im Wechsel mit Stipendiatin Rebecca Egeling. Sie hören also einen Text, in dem ein Stück von jedem Stipendiaten steckt, eine Polyphonie, die die Vielfalt des Internationalen Forums spiegelt.

Internationales Forum

I started working in theater, when I joined the theater department in | einer so genannten Ökosiedlung im Bayern der 80er Jahre | Die besten Sätze sind immer nicht von uns | Wenn ich genau wüsste, was ich bin, wäre ja schon alles | Bossa Nova, oder andere Musik auf einer Faschingsveranstaltung. | Meine Mutter wollte eigentlich keine Kinder. | Zweifellos gibt es keinen eindeutigen Ablauf, sondern | Herrn Müller-Lüdenscheidt aus Loriots ‚Herren im Bad‘ | I’ve done a bit of everything, | ich wurde 1984 in Kabul Afghanistan geboren | eigentlich sollte ich ein Mädchen werden, | meine Mutter nahm mich nichtsahnend mit ins Theater | eines Nachts fand ich mich mit einem Schulfreund in der Bahnunterführung einer westdeutschen Kleinstadt wieder und rezitierte DADA-Gedichte | als drittes von vier Kindern |

Ich wollte raus aus Kornwestheim | und einem einjährigen Aufenthalt in Polen | Es erschien mir immer notwendig mit meinen Emotionen und Gedanken etwas zu machen, aber leider Gottes, wurden daraus nicht gute Gedichte | Das frage ich mich jetzt nicht zum ersten Mal | endlich keine temperamentsbefreiten Ostwestfahlen mehr um mich herum | um sich miteinander auszutauschen, zu spielen, zu tanzen, … sich nur auf Theater zu konzentrieren und das zwei Wochen lang | in a small village in the central Bohemian region | Dichtung – seit ich mich erinnern kann | Meine erste künstlerische Ausdrucksform |Schneckenhäuser, Stoffe, Kleidungsstücke, Perücken … | vorher war noch ein Heinzelmännchen im „Schneewittchen“, er kommt aber nicht in Frage, weil ich da nur schön getanzt habe | In Luzern, einer historischen Bilderbuchstadt in der Innerschweiz | Fahrrad fahren und eigene Energie erwecken, springen auf einem Technobeat |

Am Anfang stand eine große, rückblickend vielleicht naive Faszination | Als ich realisierte was dieses ‘Handwerk’ beinhaltet, … erhielt mein Zukunfts-Traum ein erneutes Ziel | mit den Medien Video und Text an der Schnittstelle zu Performance und Theater. | in einem Moment als das Land schon eine Inflation von 1200% hatte und Terrorismus näher an die Stadt kam. | Hopefully we will be meeting at the International Forum in Berlin. | kein Problem damit um 4.50 am aufzustehen und gleich zu arbeiten | Es ist doch schon alles gesagt, gespielt, gezeigt worden. Was kann da noch dazu kommen? | ich wurde 1983 in Berlin geboren und studierte Dramaturgie | Als ich 9 Jahre alt war habe ich die Rolle von Baghira, der Panther aus dem Dschungelbuch gespielt. … Dies möchte ich mein ganzes Leben machen.

Foto: Chiussi/Agentur StandArt

 

TTtv: Workshop till u drop

Die siebzehnte Folge von TTtv zeigt eine Zusammenstellung der Workshoppräsentationen von Stipendiaten des Internationalen Forums. Die Gruppe um Stefan Kaegi (Rimini Protokoll) führte ins Ku’damm Karree. Dort verorteten Teilnehmer theatrale Erzählungen über ihr Herkunftsland. Der slowenische Künstler Janez Janša ließ Menschenketten durch die Uhlandstraße laufen und verhandelte Vertrauen, indem er die Beteiligten Kreditkarten miteinander tauschen ließ. Vorher musste ein Zuckerstück mit der Karte zu Pulver zerstoßen werden. Die Architekten von raumlaborberlin radelten den Mauerstreifen entlang und ließen sich schließlich an einer Brache Nähe Moritzplatz wieder. Dort wurden einige Holzlatten verbaut, ein Loch gebuddelt und gestern Nacht gegrillt.

Lesen Sie auch unseren Text zu dem drei Präsentationen.

TTtv: U TELL US / Objectification

Eine weitere Folge Begriffsdefinitionsfernsehen mit Stipendiaten des Internationalen Forums, diesmal mit Jonathan Esterkin, Amitesh Grover, Hiroko Oshima und Chong Wang. U TELL US fragt: (How) can objectification be avoided? Die Diskutanten finden eine gemeinsame kulturübergreifende Antwort. Aufgezeichnet in der Akademie der Künste. In English.

TTtv: U TELL US / Raum

Über Raumkonzepte und -vorstellungen diskutieren William Benedict Connor, Kerstin Daiber, Elena Ivanova-Grimm, Katharina Rahn (Stipendiaten des Internationalen Forums). Und am Ende finden sie eine gemeinsame Definition. Moderation: Rebecca Riedel. Aufgezeichnet in der Akademie der Künste.

TTtv: Green Screen

Markus Bader und Benjamin Foerster-Baldenius gehören dem kollaborativen Architektennetzwerks Raumlabor an und leiten beim diesjährigen Internationalen Forum des Theatertreffens den Workshop „Raum Stadt Theater“, der unter anderem zur Brachfläche Stallschreiberstraße in Berlin führte. Sie verläuft auf der Grenze zwischen den Bezirken Mitte und Kreuzberg auf dem ehemaligen Mauerstreifen. Die Workshopteilnehmer überlegen, welche Form von Intervention dort stattfinden könnte.

TTtv: Ein Fest

Eine Collage aus Ton und Video von zwei Ereignissen des vergangenen Samstag: Die Tonspur stammt aus Meriam Bousselmis Performance „Truth Box“, die tagsüber in der Akademie der Künste aufgebaut war, die Bilder wurden während der Jubiläumsfeier „50 Jahre Theatertreffen“ eingefangen. Der Einlass-Videoloop lief zur Einstimmung des Abends und stammt von Jürgen Kuttner.