Wanted: Alternative Zukunft

„Adam und die Deutschen (Die Mühle)” von Tine Rahel Völcker war die letzte der szenischen Lesungen beim diesjährigen Stückemarkt. Unsere Autorin setzt sich mit dem Format auseinander.

Für den diesjährigen Stückemarkt wurden Theatertexte oder Theaterprojekte gesucht, „die sich mit der Beschreibung einer komplexen Diversität von Gesellschaft beschäftigen und so Welt erfahrbar machen, an Zuständen rütteln, nachfragen oder alternative Zukunftsvisionen errichten.“ Continue reading Wanted: Alternative Zukunft

Wo Text und Umsetzung sich anknurren

Am Sonntagabend hat der Autor Bonn Park den Werkauftrag des Stückemarkts gewonnen. Und das, obwohl die Lesung seines aktuellen Stücks dazu nicht gerade beigetragen hatte.

Schon der Titel – „Das Knurren der Milchstraße“ – gibt einiges her. Vor dem Einlass fragt eine Frau: „Ist hier dann das Milchstraßenknurren?“ Continue reading Wo Text und Umsetzung sich anknurren

Vom Schlaf der Selbstgerechten

Die Autorin Petra Hůlová legt mit „Zelle Nummer“ eine schwarze Satire über den Zustand der tschechischen Intellektuellen vor. Funktioniert das auch in Berlin?

In Petra Hůlovás Stück „Zelle Nummer“ hat sich die intellektuelle Elite in Zellen eingeschlossen, um die Zukunft des Landes zu planen. Nach 58 Tagen hat man sie draußen in der Welt aber längst vergessen. Continue reading Vom Schlaf der Selbstgerechten

Wenn Frauen bluten

Inzest auf der Autobahntoilette. Man kann Nachmittage angenehmer verbringen als mit einer Lesung von Tanja Šljivars „We Are the Ones…“. Aber auch besser? 

Die Stücke vom Stückemarkt sind ziemlich hoch aufgehängt, was das Politische betrifft. Sie sind sehr wichtig für den Erhalt der Demokratie. So oder so ähnlich hieß es auf der Stückemarkt-Eröffnung am Donnerstag. Continue reading Wenn Frauen bluten

Szenische Guerrilla Girls

Gestern eröffnete der Stückemarkt mit „Who cares?!“ des Performance-Kollektivs Swoosh Lieu. Unsere Autorin sah viel Museales und neonpinke Rauchbomben.

Eine hochschwangere Rosie the Riveter ballt entschlossen die Faust. Marlene Dietrich stellt in lasziver Pose ihre Attribute zur Schau: Hosenanzug, Zylinder, Zigarette. Catwoman, gekleidet in #allblack und Kunstleder, zeigt ihren Phallus durch die Hose. Continue reading Szenische Guerrilla Girls

Unterwegs zur Sprache

„Metamorphoses 3°: RETORIKA“, der Abschlussbeitrag des diesjährigen Stückemarkts, ist eine zwischen Installation, Museum und Performance changierende Gesamtkomposition, die sich Zeit lässt – und dabei doch nicht langweilig wird. Continue reading Unterwegs zur Sprache

Szenische Lesung in Endzeitstimmung

Der in Hongkong geborene Autor Pat To Yan ist mit „A Concise History of Future China“ zum Stückemarkt eingeladen worden. Sein Text verwebt Gegenständliches mit Metapher und Abstraktion zum Kaleidoskop einer finsteren Zukunft. Die szenische Lesung am gestrigen Dienstag erwies dem Stück allerdings einen Bärendienst, wie unser Autor fand. Continue reading Szenische Lesung in Endzeitstimmung

Nur ein intellektuelleres DSDS

Der heutige Werkauftrag-Pitch des Stückemarkts wird kontrovers diskutiert. Der junge Theaterautor Lars Werner fragt sich, ob das alles sein muss, und beklagt die alles erfassende Eventisierung. Uns hat er in dieser Sache einen offenen Brief geschickt, den wir hier als „op-ed“ veröffentlichen. Continue reading Nur ein intellektuelleres DSDS

Pandas ohne Popcorn

Dino Pešuts zum Stückemarkt eingeladener Text „Der (vor)letzte Panda oder Die Statik“ porträtiert eine kroatische „lost generation“. Unsere Autorin findet bloß: Nicht jeder, der 1990 in Sisak geboren wurde, hat automatisch etwas zu erzählen. Continue reading Pandas ohne Popcorn